Der Vortrag von Dr.med. Ursula Davatz, bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen, denen sich schizophrene Mütter stellen müssen, und beleuchten die potenziellen Vorteile des Abpumpens von Muttermilch in dieser Situation.
Stabilisierende Wirkung von Prolaktin:
- Eine Schlüsselstelle im Vortrag ist die Aussage, dass das Abpumpen der Muttermilch dazu beitragen kann, den Prolaktinspiegel der Mutter hochzuhalten.
- Prolaktin ist ein Hormon, das während der Schwangerschaft und Stillzeit in erhöhter Konzentration produziert wird und für die Milchproduktion verantwortlich ist.
- Dr.med. Ursula Davatz und eine Stillberaterin im Publikum sind sich einig, dass Prolaktin eine stabilisierende Wirkung auf die Psyche hat.
- Es wird mit dem „Mutterglück“ in Verbindung gebracht und kann dazu beitragen, dass die Mutter sich emotional ausgeglichener und ruhiger fühlt.
- Es wird vermutet, dass Prolaktin eine ähnliche Wirkung wie SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), eine Klasse von Antidepressiva, haben könnte.
Beispiel aus der Praxis:
- Eine Stillberaterin berichtet von einem Fall, in dem eine schizophrene Mutter ihr Kind aufgrund einer akuten Psychose nicht mehr als solches erkennen konnte.
- Trotz der schweren Symptomatik war die Mutter in der Lage, die Milch abzupumpen, und die Stillberaterin ist überzeugt, dass dies zu ihrer schnelleren Genesung beigetragen hat.
- Die Milch musste zwar verworfen werden, da die Mutter Medikamente einnahm, aber das Abpumpen selbst half, den Prolaktinspiegel zu stabilisieren.
Herausforderungen:
- Dr.med. Ursula Davatz erwähnt, dass einige Neuroleptika, die zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt werden, den Prolaktinspiegel erhöhen können.
- Dies kann zu einem Milcheinschuss führen, was bei Müttern, die nicht stillen möchten, zu Beschwerden führen kann.
- Es ist daher wichtig, die Medikation der Mutter sorgfältig zu überprüfen und gegebenenfalls alternative Medikamente in Betracht zu ziehen.
Zusätzliche Überlegungen:
- Es ist wichtig zu betonen, dass das Abpumpen von Muttermilch kein Ersatz für eine professionelle psychiatrische Behandlung ist.
- Schizophrene Mütter benötigen eine umfassende Betreuung, die sowohl medikamentöse als auch psychotherapeutische Massnahmen umfasst.
- Das Abpumpen kann jedoch eine wertvolle Ergänzung zur Therapie sein und dazu beitragen, die Mutter zu stabilisieren und ihr die Möglichkeit zu geben, trotz ihrer Erkrankung eine Verbindung zu ihrem Kind aufzubauen.
https://ganglion.ch/pdf/muetterberaterinnen_Teil_eins_5.5.2014.pdf
