Depression – der Anfang zur Selbstfindung

Die Depression beschreibt einen Gemütszustand, in welchem die emotionale Energie reduziert, quasi heruntergefahren ist und dadurch die seelische Kraft für das Handeln und Bewältigen von Problemen fehlt. Mental neigt der Mensch in einem depressiven Zustand dazu, alles schwarz zu sehen und sich nichts mehr zuzutrauen, der Mut zur Handlung fehlt. In der zwischenmenschlichen Beziehung fühlt sich die depressive Person konstant als Verlierer. In der Auseinandersetzung mit wichtigen Bezugspersonen wie Eltern, Partner, Vorgesetzten, Lehrpersonen ist die depressive Person auch stets der Verlierer im Dominanzkampf, d. h. in der persönlichen Auseinandersetzung.

Gene, die eine Auswirkung auf das Verhalten eines Menschen haben, lassen sich über Erziehung oder Medikamente aber nicht ändern.

PDF: Ursula_Davatz_Depression

Coronavirus

Der Coronavirus hat die Welt in vieler Hinsicht verändert. Seine Pandemie hat die menschen weltweit aufgerüttelt, ja dazu aufgefordert alles neu zu überdenken, auch sich selbst u sein Verhältnis zur Gesellschaft sowie zum eigenen individuellen überleben. Social distancing ist angesagt als Strategie zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Virus. Quarantäne wird von Staates wegen vorgeschrieben, was soziale Isolierung mit sich bringt. Wir als individualisierte, freiheitliche , demokratische Gesellschaft müssen uns plötzlich dem staatlichen Befehl unterordnen u den Vorschriften entsprechend gehorchen. Das fällt uns nicht leicht, denn es entspricht nicht unseren Lebensgewohnheiten in der freien Schweiz.
    Doch was geschieht im Inneren des Menschen, was läuft in seiner Seele ab? Der Coronavirus kann alle Menschen Treffen, er ist ein Königsvirus laut seinem Namen, er macht vor niemandem Halt, ganz gleich ob jemand reich oder arm, in der obersten Etage der Gesellschaft oder am Rande derselben… Er macht auch nicht Halt vor den Landesgrenzen der verschiedenen Länder, auch die Kontinente Übersprint er, es ist eine Pandemie. Wir leben in einer Zeit der Globalwirtschaft, Menschen u Produkte können sich frei bewegen um die ganze Welt, was uns einen grossen Fortschritt u viel Wachstumsvermehrung gebracht hat. Der Virus profitiert nun ebenfalls von dieser Bewegungsfreiheit der Menschheit zu unserem grossen Schaden.Wir sind nun plötzlich gezwungen zu unserem Schutze die Grenzen wieder abzuriegeln, ja Hausarrest zu verordnen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. die Menschen müssen gehorchen, doch der Virus gehorcht nicht, er lässt sich nicht so schnell eindämmen, wie wir das gerne hätten, sondern verbreitet sich stetig weiter, was uns ein Gefühl der Ohnmacht gibt. Ein solch kleines primitives Lebewesen, das nicht einmal die Struktur eines Einzellers hat, legt plötzlich die ganze Weltwirtschaft lahm, lässt die Börse in nicht geahnte Tiefen abstürzen u versetzt die Menschen in Angst u Schrecken, sodass sie Hamsterkäufe tätigen. Muss uns dieses Machtverhältnis zwischen Virus u Mensch nicht plötzlich etw bescheidener , ja etw demütiger stimmen? Kommen wir von unserer Hybris u unserem Machbarkeitswahn plötzlich etw herunter….?
    Es gibt ein Sprichwort: „Not macht erfinderisch“ Wenden wir uns doch diesem Prinzip etw vermehrt zu! Angst vor einer gemeinsamen Gefahr kann die Menschen durchaus auch vermehrt solidarisieren u zu einem seelisch-geistigen Zusammenschluss bringen. Auch wenn man dem Prinzip des „social distancing“ folgt, kann dennoch ein Gefühl der der innern Verbundenheit entstehen, unter welchem man gemeinsam auch über die Landesgrenzen hinaus, ja auch über die Ethnien u die Kontinente hinaus nach neuen, kreativen Lösungen sucht. Eine globale Zusammenarbeit ist gefragt, die nach neuen, vernetzten, robusten, stabilen Lösungen sucht, die nicht einzig u allein auf die Vermehrung des Umsatzes ausgerichtet ist. Der Virus schlägt uns da bei weitem mit seiner Umsatzvermehrung…Wir brauchen mehr Qualitätsvermehrung, da sind wir dem Virus weit überlegen. Die Wissenschaft ist schon daran, nach gemeinsamen, Länder überschreitenden Problemlösungen zu suchen, die Politik u die Wirtschaft sollte diesem Beispiel folgen. Es geht nicht mehr darum, sich gegenseitig zu bekämpfen wer der schnellere u der mächtigere in unserer Weltpolitik ist in welcher Hinsicht auch immer… ? Es geht um ein kooperatives, menschliches Netzwerk in welchem alle einen Platz haben u wir uns gegenseitig schützen statt zu bekämpfen, das gleiche Prinzip, das auch in Bezug auf den Klimawandel angewandt werden muss.
    Der Coronavirus hat das Tempo unserer rasanten Geschäftigkeit massiv verlangsamt u uns allen, die wir nicht direkt in den Spitälern u den Arztpraxen tätig sind, vermehrt Zeit geschenkt um nachdenken u uns vielleicht etw neu orientieren zu können nach dem chinesischen Zeichen, das Gefahr bedeutet, aber gleichzeitig auch eine Chance bietet für eine neu Entwicklung. Nutzen wir den Moment dazu…

Schulverweigerung bei Kindern mit schwierigen Familiensituationen

Dienstag, 13.10.2020 19.30 – 21.00 Uhr

Obwohl die Eltern an sich für ihre Kinder verantwortlich sind, fühlen sich die Kinder stets auch für ihre Eltern verantwortlich, wenn es diesen schlecht geht oder sie besondere Bedürftigkeit aufzeigen. Dies kann dazu führen, dass sie ob ihrer Besorgnis um ihre eigenen Eltern, die Schule vernachlässigen und der Schule fernbleiben. Da die Schulpflicht aber ein Obligatorium ist, bestraft man sie dann häufig für ihr Schulschwänzen, was emotional kaum verständlich ist, haben sie doch etwas Gutes für die Familie getan, indem sie sich um diese gesorgt haben. Bevor man zu Strafmassnahmen oder gar zu Heimplatzierungen greift, sollte das Umfeld des Kindes genauer erfasst und entsprechend unterstützt werden, z. B. durch „home treatement“, wie dies HotA anbietet.

Kurztext Aktionstage PDAG 13.10.20

Schulverweigerung bei Kindern mit AD(H)S und Lernstörungen

Donnerstag, 10.09.2020 19.30 – 21.00 Uhr

Kinder mit ADHS haben häufig auch Lernstörungen, zudem sind sie äusserst sensibel. Wenn das Kind merkt, dass es eine gewisse schulische Leistung nicht so gut und leicht erbringen kann wie seine Kameraden, hat es die Tendenz vor seinem eigenen Versagen auszuweichen.

Im schlimmsten Fall sogar von der Schule fernzubleiben. Strafmassnahmen sind in dieser Angelegenheit nicht hilfreich um das angeborene Defizit und das daraus entstehende Ausweichverhalten zu korrigieren.

Es braucht andere Vorgehensweisen um diese Kinder darin zu unterstützen, dass sie wieder ins Regelschulsystem zurückkehren können ohne Schaden zu nehmen. Solche Vorgehensweisen sollen an diesem Vortrag diskutiert werden.

Kurztext Aktionstage PDAG 10.09.20

ADHS und Depression

Die Depression beschreibt einen Gemütszustand, in welchem die emotionale Energie reduziert, quasi heruntergefahren ist und dadurch die seelische Kraft für das Handeln und Bewältigen von Problemen fehlt. Mental neigt der Mensch in einem depressiven Zustand dazu, alles schwarz zu sehen und sich nichts mehr zuzutrauen, der Mut zur Handlung fehlt. In der zwischenmenschlichen Beziehung fühlt sich die depressive Person konstant als Verlierer. In der Auseinandersetzung mit wichtigen Bezugspersonen wie Eltern, Partner, Vorgesetzten, Lehrpersonen ist die depressive Person auch stets der Verlierer im Dominanzkampf, d. h. in der persönlichen Auseinandersetzung. In diesem Sinne bezeichne ich die Depression auch als «Verlierer-Krankheit»!

Eine solche Verliererreaktion kann man auch in der Tierwelt beobachten, man nennt sie dort «arretiertes Kampfverhalten», «arrested fight reaction». Lassen sich zwei Rivalen in einen Machtkampf ein, geht der Sieger mit geschwellter Brust und erhobenem Kamm daraus hervor und der Verlierer zieht sich in einer Kauerstellung, «crouch position», in die Ecke zurück und verliert sogar die Farbe, wird blutleer. Dies ist durchaus ein äquivalentes Verhalten zur depressiven Reaktion beim Menschen.

Wie kommt es zur Depression

Menschen mit ADHS und ADS weichen stets von den Vorstellungen der gesellschaftlichen und erzieherischen Norm ab. Ihr andersartiges Verhalten trägt ihnen deshalb in der Auseinandersetzung mit ihrem Umfeld viel Kritik, Zurechtweisungen und Konflikte ein, wenn das Umfeld nicht bereit ist, auf ihre Andersartigkeit einzugehen, ja diese zu akzeptieren. Diese Andersartigkeit zeigt sich schon früh. Sie besteht schon seit der Geburt, denn sie ist genetisch festgelegt.

Gene, die eine Auswirkung auf das Verhalten eines Menschen haben, lassen sich über Erziehung oder Medikamente aber nicht ändern. Was sich beeinflussen lässt, ist das Gehirn dank seiner Plastizität. Das Gehirn ist ein lernfähiges Organ und der Mensch ist das lernfähigste und somit entwicklungsfähigste Lebewesen unter den Säugetieren. Dieses Lernen kann aber sowohl in positive als auch negative Richtung gehen. So gibt es z.B. das Konzept der «erlernten Hilflosigkeit», der «learned helplessness». «Auch Dummheit ist lernbar» nach dem Buchtitel von Jürg Jegge. Sogar Krankheit ist lernbar.

Die erlernte Hilflosigkeit kann ebenfalls im Tierexperiment mit Mäusen demonstriert werden. Werden Menschen mit ADHS oder ADS von ihrem sozialen Umfeld wie Familie, Schule oder auch Kollegen dauernd zurechtgewiesen, oder werden sie gar verspottet und zum Sündenbock gemacht, lernen sie, dass sie nicht so sein dürfen wie sie sind, dass sie falsch sind. In ihrem Verhalten und Denken entwickeln sie ein Gefühl der Wertlosigkeit. Gelingt es ihnen aber nicht, den Anforderungen ihres Umfeldes zu genügen und sich ganz allgemein den Normen der Gesellschaft anzupassen, obwohl sie sich grosse Mühe geben, dann kommen sie sich als Verlierer vor und die Depression setzt ein.

Bei Frauen mit ADS und ADHS ist dies häufiger der Fall. Männer mit diesem Persönlichkeitstyp können sich oft eher über die Kritik hinwegsetzen und fühlen sich weniger gezwungen zur Anpassung. Sind sie sehr intelligent, setzen sie sich über alle Kritik hinweg und werden zu Überfliegern ja sie können zum Teil sehr erfolgreich sein.

Erschöpfen sie sich aber in ihrer Überaktivität durch allzu viele gleichzeitige Anforderungen, enden sie schliesslich in einem «Burnout», was nichts anderes ist, als eine emotionale Erschöpfung, eine Depression.

Damit Menschen mit ADS oder ADHS gar nicht erst in die Depression verfallen müssen, sollte das erzieherische Umfeld bei diesen Personen schon in der Kindheit ihr Wesen und ihre Persönlichkeitszüge erkennen, und dann persönlichkeitsgerecht mit diesen Kindern umgehen zu lernen. Fühlen sich diese Kinder von ihren Bezugspersonen in ihrer Andersartigkeit von Grund auf akzeptiert, können sie auch besser mit ihren eigenen «Ecken und Kanten» umzugehen lernen und sich als Erwachsene entsprechend besser einfügen in die Gesellschaft, jedoch ohne sich verleugnen zu müssen.

Unter diesen Umständen laufen sie auch weniger Gefahr, in eine innere Ausbeutung und somit in eine Depression zu gleiten. Sie stehen zu ihrer Andersartigkeit und können im täglichen Leben ihre Wesensart erfolgreich in der Gesellschaft einbringen. Gelingt diese Hilfestellung den Bezugspersonen aber nicht innert nützlicher Frist, sollten sie sich im Umgang mit AD(H)S unbedingt fachliche Hilfe holen.

Handelt es sich um Erwachsene mit AD(H)S, die in ihrer Kindheit viel negative Erfahrungen gemacht und deshalb ein schlechtes Selbstwertgefühl entwickelt haben, weil sie aus lauter Zwang zur Anpassung ständig gegen sich vorgegangen sind, so gibt es nur eines, sie müssen ihre eigene Persönlichkeit erkennen und akzeptieren lernen und mit ihr Freundschaft zu schliessen. Erst wenn sie sich in ihrer Wesensart selber angenommen und akzeptiert haben, können sie auch lernen, besser mit sich umzugehen und sich dem Umfeld gegenüber behaupten. Dies ist der Anfang, zur gesunden Selbstbehauptung und die Depression fällt weg.

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AD(H)S und Depression Fachartikel