Dr.med. Ursula Davatz, beschreibt die Beziehung zur Mutter von Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung als oft schwierig und prägend.
Wichtige Punkte aus den Quellen:
- Eingeschränkter emotionaler Ausdruck in der Pubertät: Dr. Davatz betont, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung oft aus einem eingeschränkten Experimentierfeld in der Pubertät resultiert, in der der emotionale Ausdruck nicht ausreichend zugelassen wird. Oft sind es die eigenen Mütter, die ihre temperamentvollen Töchter in ihrem emotionalen Ausdruck einschränken, möglicherweise um den Erwartungen ihrer eigenen Mütter oder des Umfelds zu entsprechen.
- Stützende Rolle der Mutter: Um Borderline-Patientinnen zu stabilisieren, ist es laut Dr.med. Ursula Davatz wichtig, die Mutter der Betroffenen zu stützen und ihr zu helfen, die starken Emotionen ihrer Tochter besser auszuhalten.
- Beziehungsmuster: Borderline-Patientinnen neigen dazu, die Beziehung zur Mutter in ihren Beziehungen zu wiederholen. Dr.med. Ursula Davatz beschreibt dies am Beispiel einer Patientin, die ihren Partner und ihre Tochter „bemuttert“ und so die Rolle der Übermutter einnimmt.
- Traumata und Tabus: Die Quellen weisen darauf hin, dass unverarbeitete Traumata, wie z.B. sexueller Missbrauch, und Tabuisierung innerhalb der Familie die Entstehung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung begünstigen können. Die Beziehung zur Mutter kann in solchen Fällen besonders belastet sein, da die Mutter möglicherweise Teil des Traumas ist oder zur Aufrechterhaltung des Tabus beiträgt.
Zusammenfassend:
Die Beziehung zur Mutter spielt eine entscheidende Rolle in der Entstehung und im Verlauf einer Borderline-Persönlichkeitsstörung.
- Oft ist die Beziehung durch eingeschränkten emotionalen Ausdruck in der Pubertät und die Übernahme ungesunder Beziehungsmuster geprägt.
- Die Unterstützung der Mutter ist wichtig, um die Betroffenen zu stabilisieren und ihnen zu helfen, einen gesunden Umgang mit ihren Emotionen zu lernen.
- Die Aufarbeitung von Traumata und Tabus innerhalb der Familie kann ebenfalls zur Verbesserung der Beziehung beitragen.
https://ganglion.ch/pdf/muetterberaterinnen_Teil_eins_5.5.2014.pdf
