Laut Dr.med. Ursula Davatz sagte Sigmund Freud, dass alle psychischen Krankheiten in den ersten drei Lebensjahren entstehen. Dr. Davatz teilt diese Ansicht jedoch nicht und argumentiert, dass psychische Krankheiten eher in der Ablösungsphase während der Pubertät entstehen. Sie räumt zwar ein, dass es bereits vor der Pubertät viele Einflüsse gibt und die Interaktion zwischen Gen und Umfeld eine Rolle spielt, sieht die Ablösungsphase aber als den Zeitpunkt, an dem sich aus diesen Einflüssen tatsächlich eine psychische Krankheit entwickelt.
Dr. Davatz veranschaulicht dies anhand des Drei-Generationen-Schemas. Demnach entstehen psychische Krankheiten, wenn Eltern selbst nicht vollständig von ihren eigenen Eltern abgelöst sind. Die zweite Generation projiziert dann ihre eigenen ungelösten Probleme auf die dritte Generation und trägt so zur Entstehung psychischer Krankheiten bei.
Zusammenfassend:
- Freud postulierte die Entstehung psychischer Krankheiten in den ersten drei Lebensjahren.
- Dr.med. Ursula Davatz widerspricht dieser These und sieht die Ablösungsphase in der Pubertät als entscheidenden Faktor.
- Sie betont die Bedeutung des Drei-Generationen-Schemas und die Rolle der Ablösungsproblematik bei der Entstehung psychischer Krankheiten.
