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Was ist “Multi Directed Partiality” und wie kann sie in der Praxis eingesetzt werden?

Multi Directed Partiality, ein Konzept von Iván Böszörményi-Nagy, beschreibt eine therapeutische Haltung in der Familientherapie, die sich durch Allparteilichkeit auszeichnet. Das bedeutet, dass der Therapeut versucht, alle Mitglieder des Familiensystems zu verstehen und wertzuschätzen, unabhängig von ihren Positionen, Konflikten oder Verhaltensweisen.

Anwendung in der Praxis:

Ziele der Multi Directed Partiality:

Im Beispiel des Kindes mit der psychotischen Mutter und den unterstützenden Grosseltern:

Die Multi Directed Partiality würde bedeuten, dass der Therapeut versucht, sowohl die Mutter als auch die Grosseltern in ihrer jeweiligen Rolle zu verstehen und zu unterstützen. Er würde die Mutter in ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung und Autonomie bestärken, gleichzeitig aber auch die Grosseltern in ihrer Fürsorge für das Kind wertschätzen. Der Therapeut würde die Kommunikation zwischen Mutter und Grosseltern moderieren und ihnen helfen, Kompromisse zu finden, die dem Wohl des Kindes dienen.

Bedeutung im Kontext der sozialen Vererbung:

Gerade im Hinblick auf die von Dr.med. Ursula Davatz hervorgehobene soziale Vererbung ist die Multi Directed Partiality von grosser Bedeutung. Sie hilft, die Weitergabe negativer Muster und ungelöster Konflikte über Generationen hinweg zu unterbrechen und neue, positive Beziehungsmuster zu etablieren.

https://ganglion.ch/pdf/Grosseltern_11.9.2024.m4a.pdf

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