Dr.med. Ursula Davatz‘ Interesse an der Schizophrenie ist vielschichtig und lässt sich aus den Quellen wie folgt rekonstruieren:
- Die Schizophrenie als intellektuelle Herausforderung: Dr. Davatz beschreibt Schizophrenie als die „interessanteste Krankheit“ und betont, dass sie diese immer besser verstehen lernen wollte. Dieser Wissensdurst und der Wunsch, die komplexen Mechanismen der Krankheit zu entschlüsseln, trieben sie an.
- Der Einfluss des Vaters: Ihr Vater, ein Ingenieur, prägte sie mit seiner problemlösungsorientierten Denkweise. Dr. Davatz übernahm diese Herangehensweise und sah die Schizophrenie als ein herausforderndes Problem, das es zu lösen galt.
- Die Suche nach dem „Spezialisten“: Die Tatsache, dass Dr. Christian Müller in Lausanne als Schizophrenie-Spezialist galt, motivierte Dr. Davatz, nach Lausanne zu gehen und dort ihre Ausbildung fortzusetzen. Sie suchte gezielt nach einem Mentor, der ihr tiefere Einblicke in die Krankheit und ihre Behandlung ermöglichen konnte.
- Parallelen zu ADHS/ADS: Dr. Davatz bemerkte bereits in Samedan Ähnlichkeiten zwischen dem frühkindlichen POS (Psycho-Organisches Syndrom), das später als ADHS/ADS bekannt wurde, und der Schizophrenie. Beide Krankheitsbilder weisen eine erhöhte Sensitivität auf. Die Verbindung zwischen POS und Schizophrenie beschäftigte sie auch während ihrer Zeit in den USA und nach ihrer Rückkehr in die Schweiz. Diese Beobachtungen verstärkten ihr Interesse an der Schizophrenie und führten dazu, dass sie die Zusammenhänge zwischen ADHS/ADS und anderen psychischen Störungen, einschließlich der Schizophrenie, genauer erforschte.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Dr.med. Ursula Davatz‘ Faszination für die Schizophrenie entstand aus einer Kombination von intellektueller Neugier, dem Wunsch, die Krankheit zu verstehen und zu behandeln, und der von ihrem Vater geprägten Problemlösungskompetenz.
https://ganglion.ch/pdf/Vulnerabilitaet_Erziehung_Krankheit.pdf
