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Hochstrittige Eltern: Ein Einblick in die Dynamik und Herausforderungen

Dr.med. Ursula Davatz betrachtet hochstrittige Eltern im Kontext von ADHS/ADS und Autismus. Sie betont, dass eine systemische Betrachtungsweise unerlässlich ist, um die komplexe Dynamik innerhalb der Familie zu verstehen und den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht zu werden.

Differenzierung statt Konsens:

Im Gegensatz zur traditionellen Familientherapie, die oft auf eine schnelle Einigung abzielt, plädiert Dr. Davatz für eine Differenzierung der elterlichen Haltungen. Sie argumentiert, dass es unrealistisch und kontraproduktiv ist, von Eltern mit unterschiedlichen Erziehungsstilen und Wertvorstellungen zu erwarten, dass sie in allen Situationen am gleichen Strang ziehen.

Verstehen der individuellen Perspektiven:

Stattdessen sollten Therapeuten versuchen, die individuellen Perspektiven der Eltern zu verstehen und wertzuschätzen. Woher kommen die Eltern? Welche Erfahrungen haben sie in ihrer eigenen Kindheit gemacht? Welche Werte und Methoden sind ihnen wichtig? Durch diese differenzierte Betrachtungsweise können die Eltern ihre eigenen Standpunkte klarer artikulieren und verstehen, wie ihre unterschiedlichen Ansätze zu Konflikten führen.

Die Rolle des Therapeuten:

Der Therapeut agiert in diesem Prozess nicht als Richter oder Schlichter, sondern als Versteher und Vermittler. Er hilft den Eltern, ihre eigenen Bedürfnisse und die des Kindes besser zu erkennen und Wege zu finden, die unterschiedlichen Ansätze in Einklang zu bringen.

Die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation:

Dr. Davatz hebt die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation hervor, insbesondere im Umgang mit Kindern mit ADHS/ADS oder Autismus. Diese Kinder sind besonders sensibel für emotionale Spannungen und reagieren oft mit Rückzug oder Überforderung. Es ist daher entscheidend, dass Therapeuten und Eltern lernen, die nonverbalen Signale der Kinder zu deuten und ein ruhiges und stabiles Umfeld zu schaffen.

Konkrete Beispiele aus der Praxis:

Dr. Davatz illustriert ihre Ausführungen anhand eines konkreten Beispiels aus ihrer Praxis. Sie beschreibt eine Familie, in der die Eltern getrennt sind, aber nach aussen hin den Schein einer intakten Familie aufrechterhalten. Die Mutter ist ängstlich und überfürsorglich, während der Vater sich im Hintergrund hält und der Mutter die Erziehung überlässt.

Die Gefahr des Double Bind:

Dr. Davatz warnt vor den Gefahren dieser Situation und bezeichnet sie als „Double Bind“, bei dem die verbale Kommunikation etwas anderes aussagt als die nonverbale. Dieses Klima kann für Kinder äusserst belastend sein und im schlimmsten Fall zu psychischen Problemen führen.

Handlungsempfehlungen für Therapeuten:

Dr. Davatz gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Therapeuten, die mit hochstrittigen Eltern arbeiten. Sie rät dazu:

Die Bedeutung der Selbstreflexion:

Abschliessend betont Dr.med. Ursula Davatz, dass Therapeuten ihre eigenen Haltungen und Vorurteile reflektieren sollten, um den Eltern neutral und wertschätzend begegnen zu können. Nur so können sie den Eltern helfen, ihre Konflikte zu lösen und ein gesundes Umfeld für ihr Kind zu schaffen.

https://ganglion.ch/pdf/Hochstrittige%20Eltern.m4a.pdf

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