Dr.med. Ursula Davatz sieht Schizophrenie nicht als eine separate Krankheit, sondern als eine mögliche Folgeerscheinung von ADHS/ADS, die durch einen „Grenzzerfall“ im Gehirn entsteht. Ihr Behandlungsansatz konzentriert sich daher nicht nur auf die Symptombehandlung, sondern auf die ganzheitliche Unterstützung des Patienten, um ihm zu helfen, seinen Fokus im Leben zu finden. Sie ist der Ansicht, dass alle Schizophrenie-Patienten den ADHS/ADS-Neurotyp in ihren Genen tragen.
Hier sind die wichtigsten Punkte ihres Behandlungsansatzes:
- Individuelle Dosierung von Neuroleptika: Dr. Davatz verwendet Neuroleptika, um die Übererregung im Gehirn zu reduzieren, betont aber die Wichtigkeit der „feinen Dosierung“. Die Medikamente sollten so niedrig wie möglich dosiert werden, um die Abstumpfung und Antriebslosigkeit zu minimieren, die oft mit Neuroleptika einhergehen.
- Fokusfindung statt Symptombehandlung: Anstatt sich nur auf die Symptome zu konzentrieren, hilft Dr. Davatz den Patienten, ihre Interessen und Stärken zu erkennen und einen Beruf oder eine Beschäftigung zu finden, die zu ihnen passt. Dies kann ein langwieriger Prozess sein, der „viel ausprobieren, hören und zum Teil auch vieles probieren“ erfordert.
- Umgang mit Konflikten: Da ADHS/ADSler oft ein schnelles Temperament haben und dadurch leicht in Konflikte geraten, ist es laut Dr. Davatz wichtig, dass sie lernen, besser mit Konflikten umzugehen.
- Bedeutung des familiären Umfelds: Dr. Davatz betont die Wichtigkeit einer unterstützenden und verständnisvollen Familie. Sie ermutigt Eltern, ihren eigenen Erziehungsstil zu reflektieren und offen über ihre Unterschiede zu sprechen, anstatt verdeckte Konflikte auszutragen, die den Patienten zusätzlich stressen.
- Neurogerechte Erziehung: Um die Entwicklung von Schizophrenie und anderen Folgeerkrankungen zu verhindern, plädiert Dr. Davatz für eine „neurogerechte Erziehung“ von ADHS/ADS-Kindern. Diese sollte auf wenigen, aber konsequenten Regeln basieren und den Kindern viel Freiraum für Bewegung und Entfaltung bieten.
Dr. Davatz‘ Ansatz stellt die herkömmliche Sichtweise von Schizophrenie als separate Krankheit in Frage und betont stattdessen die Bedeutung des zugrundeliegenden ADHS/ADS-Neurotyps. Ihr Fokus liegt auf der individuellen Begleitung des Patienten, um ihm zu helfen, seinen Platz in der Welt zu finden und ein erfülltes Leben zu führen.
https://adhs.expert/wp-content/uploads/2024/12/ADHS_ADS_Grenzzerfall_29.11.2024.mp4.pdf
