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Die Bedeutung der Erwartungshaltung im Kränkungsprozess

Dr.med. Ursula Davatz unterstreicht in ihrem Vortrag immer wieder den Einfluss der eigenen Erwartungshaltung auf das Entstehen von Kränkungen. Wenn unsere Erwartungen – sei es in Beziehungen, im Beruf oder in anderen Lebensbereichen – nicht erfüllt werden, können wir uns gekränkt fühlen. Oftmals sind diese Erwartungshaltungen unbewusst und werden uns erst im Moment der Enttäuschung bewusst.

Besonders anfällig für Kränkungen durch enttäuschte Erwartungshaltungen sind Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich von ihrer eigenen Prägung zu dezentrieren und die Welt aus anderen Perspektiven zu betrachten. Sie haben feste Vorstellungen davon, wie die Welt „laufen“ sollte, und alles, was von diesen Vorstellungen abweicht, wird als Kränkung erlebt.

Beispiele aus dem Vortrag:

Folgen enttäuschter Erwartungshaltungen:

Die enttäuschte Erwartungshaltung kann zu verschiedenen negativen Folgen führen:

Therapeutische Ansätze:

In der Therapie geht es darum, die unbewussten Erwartungshaltungen aufzudecken und zu reflektieren. Die Patienten lernen, ihre Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen und in der Ich-Sprache zu formulieren, ohne dabei eine Erwartungshaltung an den anderen zu knüpfen. Dr. Davatz betont, dass es wichtig ist, ohne Erwartungshaltung für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und die Reaktion des anderen zu akzeptieren.

Fazit:

Die Erwartungshaltung spielt eine zentrale Rolle im Kränkungsprozess. Enttäuschte Erwartungen verstärken die negativen Emotionen und können zu Konflikten und Rückzug führen. In der Therapie geht es darum, unbewusste Erwartungshaltungen bewusst zu machen, Bedürfnisse klar zu formulieren und zu lernen, ohne Erwartungshaltung für sich einzustehen. Dieser Prozess fördert die emotionale Unabhängigkeit und beugt weiteren Kränkungen vor.

https://ganglion.ch/pdf/Kraenkung_Verbitterung.pdf

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