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Die Rolle der Interaktion im sekundären Mutismus

Die Referentin, Dr. med. Ursula Davatz, erklärt den sekundären Mutismus, den sie auch als selektiven Mutismus bezeichnet, hauptsächlich durch Interaktionsmuster. Sie beschreibt, dass im Umfeld eines Kindes mit sekundärem Mutismus oft eine Person existiert, die übermässig viel redet. Diese Person, häufig die Mutter, spricht stellvertretend für das Kind, was dazu führt, dass das Kind nicht mehr die Notwendigkeit verspürt, selbst zu kommunizieren. Das Kind wird zum passiven Zuhörer, dessen Bedürfnisse von der redenden Person interpretiert und ausgedrückt werden.

Diese Dynamik kann verschiedene Auswirkungen haben:

Dr.med. Ursula Davatz veranschaulicht diese Dynamik anhand eines Beispiels eines Jungen, der im Kindergarten sehr kommunikativ war, aber nach einem Erlebnis in der Schule, bei dem er sich ungerecht behandelt fühlte, in einen mutistischen Zustand verfiel. Die Mutter dieses Jungen hatte sich zuvor gewünscht, er würde weniger reden, da sie seine Redseligkeit als Belastung empfand. Nach dem Vorfall in der Schule übernahm die Mutter wieder die Rolle der übermässig Kommunikativen und sprach stellvertretend für ihren Sohn.

Die Referentin betont, dass diese Interaktionsmuster den Mutismus aufrechterhalten und verstärken können. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, empfiehlt sie:

Zusammenfassend spielt die Interaktion eine entscheidende Rolle im sekundären Mutismus. Übermässige Kommunikation durch Bezugspersonen kann die Sprachentwicklung des Kindes hemmen und die Verweigerungshaltung verstärken. Ein bewusster Umgang mit der Kommunikation, die Schaffung von Raum für das Kind und eine vertrauensvolle Atmosphäre sind wichtige Schritte, um den Teufelskreis zu durchbrechen.

https://ganglion.ch/pdf/Selektiver-Mutismus-und-Schulverweigerung.pdf

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