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Die Rolle der «sozialen Vererbung»

Laut Dr. med. Ursula Davatz spielt die «soziale Vererbung» eine zentrale Rolle in der Art und Weise, wie wir uns entwickeln und wie wir unsere Beziehungen gestalten. Sie prägt uns genauso stark wie unsere Gene, wenn nicht sogar stärker.

Der Mensch als soziales Wesen:

Davatz betont, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und unser Gehirn als soziales Organ durch Interaktion mit unserer Umgebung lernt und geformt wird. Diese Prägung durch unser Umfeld, insbesondere durch unsere Herkunftsfamilie, bezeichnet sie als «soziale Vererbung».

Weitergabe von Werten, Verhaltensmustern und Erwartungshaltungen:

Die soziale Vererbung umfasst die Weitergabe von:

Mehrgenerationale Weitergabe:

Die soziale Vererbung beschränkt sich nicht nur auf die Weitergabe von einer Generation zur nächsten, sondern kann sich über mehrere Generationen erstrecken. Familiäre Konflikte und ungelöste Probleme können über Generationen hinweg weitergegeben werden und beeinflussen die Dynamik und das Verhalten von Familienmitgliedern.

Einfluss der sozialen Vererbung auf Beziehungen:

Die soziale Vererbung prägt unsere Beziehungen in vielfältiger Weise:

Loyalität und Ablösung:

Davatz hebt hervor, dass wir oft eine starke Loyalität gegenüber unseren Eltern empfinden, selbst wenn deren Werte und Regeln nicht mehr zu unserem Leben passen. Diese Loyalität kann uns daran hindern, uns von alten Mustern zu lösen und unsere eigenen Wege zu gehen.

Möglichkeiten zur Veränderung:

Trotz der starken Prägung durch die soziale Vererbung sieht Davatz Möglichkeiten zur Veränderung:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die «soziale Vererbung» nach Davatz einen tiefgreifenden Einfluss auf unsere Entwicklung und unsere Beziehungen hat. Indem wir uns unserer Prägungen bewusst werden, können wir jedoch lernen, alte Muster zu durchbrechen und neue Wege zu beschreiten.

https://ganglion.ch/pdf/Herkunftsfamilie_Praegung.pdf

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