Die Ausführungen von Dr. Ursula Davatz, beschreiben verschiedene Faktoren, die bei einer Frau in der Pubertät zur Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung beitragen können.
Genetische Veranlagung:
- Starkes emotionales System: Borderline-Frauen haben von Natur aus ein starkes, emotionales System. Sie sind sehr sensibel, impulsiv und erleben ihre Emotionen oft sehr intensiv.
Einfluss des Umfelds:
- Unterdrückung von Emotionen: Wenn das Umfeld, insbesondere die Familie, einer jungen Frau nicht erlaubt, ihre Emotionen frei auszuleben, kann dies zur Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung führen.
- Gründe für die Unterdrückung: Die Gründe für die Unterdrückung von Emotionen können vielfältig sein:
- Ein krankes Elternteil
- Ein zu strenges Elternteil
- Eine repressive Mutter
- Eine belastende Familiensituation, z.B. ein krankes Geschwisterkind
- Der Tod eines Elternteils
- Eine Scheidung der Eltern
- Fehlendes Experimentierfeld: Die Pubertät ist eine wichtige Phase, in der junge Menschen lernen, mit ihren Emotionen umzugehen. Wenn diese Phase durch externe Faktoren eingeschränkt wird, kann sich die Persönlichkeit nicht gesund entwickeln.
Folgen der Emotionsunterdrückung:
- Kontrollverlust: Die junge Frau versucht, ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten, was zu innerer Anspannung und Unruhe führt.
- Selbstverletzendes Verhalten: Eine Methode, um die Emotionen zu regulieren, ist selbstverletzendes Verhalten, wie z.B. Ritzen. Der körperliche Schmerz hilft, den emotionalen Schmerz zu betäuben.
Zusätzliche Belastungsfaktoren:
- Sexueller Missbrauch: Sexueller Missbrauch in der Kindheit kann ebenfalls zur Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung beitragen. Die traumatischen Erlebnisse führen zu emotionaler Instabilität und können die Fähigkeit beeinträchtigen, gesunde Beziehungen aufzubauen.
- Kulturelle Einflüsse: Kulturelle Normen und Erwartungen, die die freie Entfaltung der Persönlichkeit einschränken, können die Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung begünstigen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und ungünstigen Umweltfaktoren in der Pubertät das Risiko für die Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erhöhen kann. Die Unterdrückung von Emotionen und der Mangel an Möglichkeiten, die eigene Persönlichkeit frei zu entfalten, spielen dabei eine zentrale Rolle.
https://ganglion.ch/pdf/muetterberaterinnen_Teil_eins_5.5.2014.pdf
