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Substanzmissbrauch im Arbeitskontext: Ein Leitfaden für Arbeitgeber

Dr. med. Ursula Davatz, eine erfahrene Psychiaterin und Familientherapeutin, geht in ihrem Vortrag auch darauf ein, wie Arbeitgeber mit Substanzmissbrauch im Arbeitskontext umgehen können. Sie betont, dass Arbeitgeber keine Therapeuten sind, aber dennoch eine wichtige Rolle im Umgang mit Suchtverhalten spielen können.

Beobachtungen ansprechen und Verständnis zeigen

Arbeitgeber sollten ihre Beobachtungen ansprechen, wenn sie den Verdacht haben, dass ein Mitarbeiter unter Substanzmissbrauch leidet. Wichtig ist dabei eine explorative und nicht-verurteilende Haltung.

Nach Ursachen fragen und Reflexion fördern

Arbeitgeber können den Mitarbeiter dazu anregen, über sein Verhalten und die zugrundeliegenden Ursachen nachzudenken. Dies kann durch Fragen geschehen, die den Mitarbeiter zur Reflexion anregen:

Ziel dieser Fragen ist es, dem Mitarbeiter zu helfen, seine Situation zu verstehen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Verantwortung abgeben und Grenzen setzen

Arbeitgeber sollten dem Mitarbeiter klarmachen, dass er selbst für sein Suchtverhalten verantwortlich ist. Arbeitgeber können diese Verantwortung nicht übernehmen, sondern müssen klare Grenzen setzen.

Wichtig: Arbeitgeber sollten dem Mitarbeiter Verständnis und Unterstützung anbieten, aber gleichzeitig klare Konsequenzen aufzeigen.

Lernen fördern und positive Motivation

Arbeitgeber können den Mitarbeiter zum Lernen motivieren, indem sie nach seinen Erkenntnissen aus dem Substanzkonsum fragen.

Diese Fragen zeigen dem Mitarbeiter, dass der Arbeitgeber an ihn glaubt und ihm eine Chance zur Veränderung geben möchte. Arbeitgeber sollten positive Motivation einsetzen, um den Mitarbeiter zur Auseinandersetzung mit seinem Suchtverhalten zu ermutigen.

Umgang mit Scham und Schuldgefühlen

Scham spielt eine zentrale Rolle im Kontext von Sucht. Süchtige schämen sich oft für ihren Kontrollverlust und genieren sich, über ihr Problem zu sprechen. Arbeitgeber sollten daher besonders sensibel mit diesem Thema umgehen.

Ziel ist es, dem Mitarbeiter zu signalisieren, dass er mit seinem Problem nicht allein ist und dass es Hilfe gibt.

Zusammenfassend:

Substanzmissbrauch ist eine Krankheit, die behandelt werden kann. Mit der richtigen Unterstützung können Betroffene lernen, mit ihrer Sucht umzugehen und ein erfülltes Leben zu führen.

https://ganglion.ch/pdf/Substanzmissbrauch.m4a.pdf

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