Die Impulskontrolle ist eine der größten Herausforderungen für Kinder mit ADHS/ADS. Sie reagieren oft spontan und unüberlegt, ohne die Konsequenzen ihres Handelns zu bedenken. Die Quellen betonen, dass es wichtig ist, diese Kinder nicht für ihre Impulsivität zu verurteilen, sondern ihnen mit Verständnis und Geduld zu begegnen.
Statt zu sagen: „Du musst…“ oder „Du solltest endlich…“, was als Kritik und Druck wahrgenommen wird, sollten Eltern und Erziehende „Ich“-Botschaften verwenden, z.B. „Ich möchte, dass du…“ oder „Die Regel ist…“. So wird die Botschaft klarer und weniger konfrontativ formuliert.
Konkrete Tipps zur Förderung der Impulskontrolle:
- Wertschätzung und Zeit geben: Wenn das Kind in eine Situation gerät, in der es impulsiv reagiert, ist es wichtig, ihm zunächst Wertschätzung für seine momentane Tätigkeit entgegenzubringen. Anstatt es sofort zu unterbrechen, sollte man ihm etwas Zeit geben, sich auf die neue Situation einzustellen.
- Ruhe bewahren und Gefühle validieren: Bei aggressivem Verhalten ist es wichtig, selbst ruhig zu bleiben und nicht mit Wut zu reagieren. Das Kind sollte nicht in seinem Verhalten verurteilt werden („Das darfst du nicht!“, „Austeilen kannst du ganz schnell, aber einstecken kannst du überhaupt nicht!“). Stattdessen sollten die Gefühle des Kindes validiert und ihm Verständnis entgegengebracht werden.
- Gemeinsam Strategien entwickeln: Anstatt das Kind für seine Impulsivität zu bestrafen, sollten Eltern und Erziehende gemeinsam mit dem Kind Strategien entwickeln, die ihm helfen, seine Impulse besser zu kontrollieren.
- Positive Verstärkung: Wenn es dem Kind gelingt, seine Impulse zu kontrollieren, sollte dies positiv verstärkt werden. Lob und Anerkennung stärken das Selbstbewusstsein und motivieren das Kind, sich weiter anzustrengen.
- Geduld und realistische Erwartungen: Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Entwicklung der Impulskontrolle Zeit braucht. Eltern und Erziehende sollten geduldig sein und keine unrealistischen Erwartungen an das Kind stellen.
Die Quellen betonen, dass Impulskontrolle nicht mit Unterdrückung der kindlichen Persönlichkeit verwechselt werden darf. Kinder mit ADHS/ADS brauchen Freiraum, um ihre Energie auszuleben und ihre Kreativität zu entfalten. Es geht darum, ihnen zu helfen, ihre Impulse in sozial akzeptable Bahnen zu lenken und so ein positives Selbstbild und erfolgreiche soziale Interaktionen zu ermöglichen.
Zusätzliche Unterstützung: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Impulskontrolle des Kindes gezielt zu fördern. Therapeuten können dem Kind und den Eltern individuelle Strategien und Übungen an die Hand geben.
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