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Emotionsregulation und Substanzmissbrauch

Dr. med. Ursula Davatz, eine erfahrene Psychiaterin und Familientherapeutin, erklärt in ihrem Vortrag, dass alle suchterzeugenden Substanzen die Aufgabe haben, Emotionen zu regulieren. Sie wirken als schnelle Emotionsregler, die uns helfen, unangenehme Gefühle wie Schuld, Angst oder Aggression zu unterdrücken.

Wenn wir Stress erleben, geraten unsere Emotionen aus dem Gleichgewicht. Dies kann sich in Form von Schuldgefühlen, Aggression oder anderen unangenehmen Emotionen äussern.

Dr. Davatz kritisiert die Definition von Gesundheit der WHO, die auf Gefühlen basiert. Jemand, der Heroin konsumiert, könnte sich nach dieser Definition als gesund betrachten, obwohl er abhängig ist.

Statt auf Suchtmittel zurückzugreifen, sollten wir lernen, mit unseren Emotionen umzugehen und die Ursachen unserer negativen Gefühle zu ergründen.

Dr. Davatz betont die Bedeutung des sozialen Lernens im Umgang mit Suchtverhalten. Anstatt Süchtige zu bestrafen, sollten wir sie dazu anregen, über ihr Verhalten und die dahinterliegenden Ursachen zu reflektieren.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Suchtverhalten oft mit Scham verbunden ist. Süchtige schämen sich für ihren Kontrollverlust und genieren sich, Hilfe zu suchen.

Zusammenfassend: Emotionsregulation spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Überwindung von Suchtverhalten. Anstatt unsere Gefühle mit Suchtmitteln zu betäuben, sollten wir lernen, sie zu verstehen und konstruktiv mit ihnen umzugehen.

https://ganglion.ch/pdf/Substanzmissbrauch.m4a.pdf

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