Dr.med. Ursula Davatz geht in ihrem Vortrag zwar nicht direkt auf spezifische Hilfestellungen am Arbeitsplatz für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung ein, aber ihre Ausführungen zu den Ursachen, Symptomen und dem Therapieansatz liefern wertvolle Hinweise, wie man Betroffene im Arbeitsumfeld unterstützen kann.

Verständnis für die emotionalen Herausforderungen:

Zunächst ist es wichtig, Verständnis für die emotionalen Herausforderungen von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung zu entwickeln. Dr.med. Ursula Davatz betont, dass Betroffene oft starke Stimmungsschwankungen, Impulsivität und Schwierigkeiten in Beziehungen erleben.

Schaffung eines stabilen und unterstützenden Arbeitsumfeldes:

Am Arbeitsplatz kann man Betroffene unterstützen, indem man ein stabiles und unterstützendes Arbeitsumfeld schafft.

  • Klare Strukturen und Erwartungen: Klare Strukturen, Abläufe und Erwartungen können dazu beitragen, Unsicherheiten und Ängste zu reduzieren.
  • Offene Kommunikation: Eine offene und wertschätzende Kommunikation kann helfen, Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden.
  • Klare Grenzen: Klare Grenzen sind wichtig, um den Betroffenen Orientierung zu bieten und gleichzeitig die eigenen Grenzen zu schützen.
  • Verlässlichkeit und Kontinuität: Verlässlichkeit und Kontinuität in den Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten sind besonders wichtig, da Betroffene oft unter Verlustängsten leiden.

Umgang mit Krisensituationen:

In Krisensituationen, wie z.B. bei Suiziddrohungen oder Selbstverletzungen, ist es wichtig, ruhig und besonnen zu reagieren. Dr.med. Ursula Davatz rät dazu, Suiziddrohungen ernst zu nehmen und professionelle Hilfe hinzuzuziehen.

  • Ansprechen von Selbstverletzung: Selbstverletzendes Verhalten sollte angesprochen, aber nicht dramatisiert werden.
  • Ernstnehmen der emotionalen Not: Wichtig ist es, die emotionale Not des Betroffenen ernst zu nehmen und ihm Verständnis entgegenzubringen.

Bezugspersonen und Supervision:

Die Begleitung durch eine feste Bezugsperson am Arbeitsplatz kann für Betroffene hilfreich sein. Diese Bezugsperson sollte geschult sein im Umgang mit Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und regelmässig Supervision erhalten. Wechsel der Bezugsperson sollten sorgfältig geplant und der Betroffene in den Prozess einbezogen werden.

Zusammenarbeit mit Therapeuten und Institutionen:

Die Zusammenarbeit mit Therapeuten und Institutionen kann die Unterstützung am Arbeitsplatz optimal ergänzen.

  • Austausch mit Therapeuten: Ein regelmässiger Austausch mit den behandelnden Therapeuten kann hilfreich sein, um die Situation des Betroffenen besser zu verstehen und die Unterstützung am Arbeitsplatz entsprechend anzupassen.
  • Einbezug von Institutionen: Institutionen wie die IV können bei der beruflichen Eingliederung und der Finanzierung von Unterstützungsmassnahmen helfen.

Wichtig:

Die genannten Hilfestellungen sind allgemeine Empfehlungen und können nicht alle Bedürfnisse von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung am Arbeitsplatz abdecken. Es ist wichtig, individuell auf die Bedürfnisse des Betroffenen einzugehen und die Unterstützungsmassnahmen an die jeweilige Situation anzupassen.

https://ganglion.ch/pdf/Borderline.pdf