Die Reaktion weiblicher Gehirne auf Stress

Dr.med. Ursula Davatz erläutert in ihrem Vortrag die Forschung von Elena Brivio, die untersucht hat, wie weibliche und männliche Gehirne auf Stress reagieren. Die Studie wurde an Ratten durchgeführt, da Untersuchungen am menschlichen Gehirn in diesem Kontext ethisch und praktisch nicht möglich sind. Dr. Davatz ist jedoch der Meinung, dass die Ergebnisse durchaus auf den Menschen übertragen werden können, da Ratten als Säugetiere viele Gemeinsamkeiten mit dem Menschen haben und häufig in der medizinischen Forschung eingesetzt werden.

Vernetzung und Lösungsorientierung:

Brivios Forschungsergebnisse zeigen, dass weibliche Gehirne unter Stress vermehrt Vernetzungen bilden. Sie produzieren mehr Oligodendrozyten, was zu einem Wachstum der Nervenauswüchse und einer komplexeren Vernetzung führt. Dr. Davatz interpretiert dies als Hinweis darauf, dass weibliche Wesen aktiv nach neuen Lösungen suchen, wenn sie Stress ausgesetzt sind. Sie vergleicht diese Reaktion mit dem Verhalten von weiblichen Affen, die durch kreative Problemlösung neue Nahrungsquellen erschliessen.

Beispiel der Affen:

In einem Experiment wurden Affen mit ungewohnten Nahrungsmitteln konfrontiert, beispielsweise Getreide, das in Sand geworfen wurde. Ein junges weibliches Äffchen fand eine Lösung für dieses Problem, indem es die Mischung aus Sand und Getreide ins Wasser warf. Die Getreidekörner schwammen obenauf, der Sand sank zu Boden, und die Nahrung konnte verzehrt werden. Dieses Verhalten wurde von den anderen Affen, einschliesslich der Mütter, übernommen, während der dominante Affe, der zu sehr mit Machterhaltung beschäftigt war, diese neue Lösung nicht lernte.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Weibliche Gehirne reagieren auf Stress mit einer Verstärkung der neuronalen Vernetzung, was auf eine stärkere Lösungsorientierung hinweist. Diese Reaktion könnte evolutionär bedingt sein, da Frauen traditionell für die Versorgung der Nachkommen und die Aufrechterhaltung sozialer Strukturen verantwortlich waren.

https://ganglion.ch/pdf/Gesellschaft%20unter%20Hochdruck.m4a.pdf

Das männliche Gehirn unter Stress: Vereinfachung und Machterhaltung

Dr.med. Ursula Davatz bezieht sich in ihrem Vortrag auf die Forschung von Elena Brivio, die untersucht hat, wie sich männliche Gehirne unter Stress verhalten. Brivios Studie, die an Ratten durchgeführt wurde, zeigt, dass das männliche Gehirn dazu neigt, sich unter Stress zu vereinfachen.

Vereinfachung der neuronalen Strukturen:

Anstatt neue Vernetzungen zu bilden, wie es bei weiblichen Gehirnen unter Stress beobachtet wurde, schalten männliche Gehirne bestehende Verbindungen ab. Dies führt zu einer Art „Autobahn“, die auf schnelle Reaktionen ausgerichtet ist. Dr.med. Ursula Davatz vergleicht dieses Verhalten mit dem Fahren gegen die Wand.

Machterhaltung und Dominanz:

Diese Vereinfachung der Hirnstrukturen interpretiert Dr.med. Ursula Davatz als ein Zeichen von Machterhaltung und Dominanzstreben. Sie argumentiert, dass Männer in Stresssituationen dazu neigen, ihre Position zu verteidigen und die Kontrolle zu behalten, anstatt nach neuen Lösungen zu suchen.

Traditionelle Rollenbilder als Erklärung:

Dieses Verhalten erklärt sie mit den traditionellen Rollenbildern, in denen Männer für den Schutz des Territoriums, der Brut und des Weibchens verantwortlich sind. Auf unser heutiges System übertragen, bedeutet dies, dass Männer nach Machterhaltung, Strukturerhaltung und Sieg streben.

Beispiele aus der Politik:

Dr.med. Ursula Davatz nennt Beispiele aus der Politik, wie Wladimir Putin und Benjamin Netanjahu, die ihrer Meinung nach dieses männliche Stressverhalten demonstrieren. Sie kritisiert das Streben nach Sieg in der heutigen Welt und plädiert stattdessen für Zusammenarbeit.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Das männliche Gehirn reagiert auf Stress mit einer Vereinfachung der neuronalen Strukturen und einem Fokus auf Machterhaltung. Dr.med. Ursula Davatz führt dieses Verhalten auf traditionelle Rollenbilder zurück und kritisiert es im Kontext der heutigen globalen Herausforderungen.

https://ganglion.ch/pdf/Gesellschaft%20unter%20Hochdruck.m4a.pdf

Wie weibliche und männliche Gehirne auf Stress reagieren

Dr.med. Ursula Davatz erläutert in ihrem Vortrag die Forschung von Elena Brivio, die sich mit der Frage beschäftigt, wie weibliche und männliche Gehirne auf Stress reagieren. Die Studie, die nicht an Menschen, sondern an Ratten durchgeführt wurde, zeigt signifikante Unterschiede in der neuronalen Reaktion auf Stressbelastung.

Weibliche Gehirne: Vernetzung und Lösungsorientierung:

Brivios Forschungsergebnisse zeigen, dass weibliche Gehirne unter Stress verstärkt Vernetzungen bilden. Sie produzieren mehr Oligodendrozyten, was zu einem Ausbau der Nervenauswüchse und einer komplexeren Vernetzung führt. Dr. Davatz interpretiert dies als Hinweis darauf, dass weibliche Wesen aktiv nach neuen Lösungen suchen, wenn sie Stress ausgesetzt sind. Sie vergleicht diese Reaktion mit dem Verhalten von weiblichen Affen, die durch kreative Problemlösung neue Nahrungsquellen erschliessen und dieses Wissen an ihre Nachkommen weitergeben.

Männliche Gehirne: Vereinfachung und Machterhaltung:

Im Gegensatz dazu zeigt sich bei männlichen Gehirnen unter Stress eine Vereinfachung der neuronalen Strukturen. Sie schalten bestehende Vernetzungen ab und bilden eine Art „Autobahn“, die auf schnelle Reaktionen ausgerichtet ist. Dr. Davatz interpretiert dies als ein Zeichen von Machterhaltung und Dominanzstreben. Sie argumentiert, dass Männer in Stresssituationen dazu neigen, ihre Position zu verteidigen und Kontrolle zu bewahren, anstatt nach neuen Lösungen zu suchen. Dieses Verhalten führt sie auf die traditionellen Rollenbilder zurück, in denen Männer für den Schutz des Territoriums, der Familie und der Ressourcen verantwortlich sind.

Schlussfolgerung:

Dr. Davatz schliesst aus Brivios Forschungsergebnissen, dass die unterschiedlichen Stressreaktionen von Männern und Frauen tief in der Biologie verankert sind. Sie betont jedoch, dass beide Reaktionen ihre Berechtigung haben. In der heutigen Zeit, die von globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Krieg und Wirtschaftskrisen geprägt ist, plädiert sie für eine stärkere Integration des weiblichen Prinzips der Lösungsorientierung und Kooperation. Sie sieht in der Fähigkeit zur Vernetzung und zum Finden von Kompromissen den Schlüssel zur Bewältigung der aktuellen Krisen.

Kritik:

Es ist wichtig zu beachten, dass Brivios Forschung an Ratten durchgeführt wurde und die Übertragbarkeit auf den Menschen nicht abschliessend geklärt ist. Dr.med. Ursula Davatz räumt dies ein, verweist aber darauf, dass Ratten als Säugetiere viele Gemeinsamkeiten mit dem Menschen haben und in der medizinischen Forschung häufig als Modellorganismen dienen.

Fazit:

Die Forschung von Elena Brivio und die Interpretation von Dr.med. Ursula Davatz bieten spannende Einblicke in die neurobiologischen Grundlagen von Stressreaktionen bei Männern und Frauen. Sie liefern wichtige Denkanstösse für die Diskussion über Geschlechterrollen, Führungsstile und die Bewältigung globaler Herausforderungen.

Die Rolle der Erziehung durch alleinerziehende Mütter: Ein systemischer Blick auf Machtstrukturen und Persönlichkeitsentwicklung

Dr.med. Ursula Davatz beleuchtet in ihrem Vortrag die Rolle der Erziehung durch alleinerziehende Mütter in einem systemischen Kontext, der die Entwicklung von Machtstrukturen und Persönlichkeitsmerkmalen bei Söhnen in den Vordergrund stellt. Sie stellt die These auf, dass das Fehlen der Vaterfigur in der Erziehung zu einem Ungleichgewicht in der Entwicklung des Sohnes führen kann, welches sich später in einem verstärkten Drang nach Macht und Dominanz manifestieren kann.

Fehlende Konfrontation und bedingungslose Liebe:

Die Referentin argumentiert, dass ein Sohn, der von einer alleinerziehenden Mutter erzogen wird, keine männliche Konfrontation und kein Widerstand erfährt, die für eine ausgeglichene Entwicklung essenziell sind. Die Mutter, die bedingungslose Liebe schenkt, kann die Rolle des Vaters, der bedingte Liebe und Widerstand bietet, nicht ersetzen. Dieses Fehlen der männlichen Gegenfigur kann dazu führen, dass der Sohn in eine „König-Position“ innerhalb der Familie rutscht und somit nicht lernt, sich mit Grenzen und Widerstand auseinanderzusetzen.

Entwicklung von Grössenwahn und Drang nach Macht:

Dr.med. Ursula Davatz zieht eine Parallele zur Entwicklung des Monotheismus, den sie als Ausdruck des „Grössenwahns eines 3-jährigen Kindes“ deutet. Dieser Grössenwahn entsteht aus der Allmachtfantasie des Kindes vor dem Spracherwerb, in der die Mutter alle Bedürfnisse des Kindes erfüllen muss, ohne dass diese artikuliert werden können. In Kombination mit dem Fehlen einer konfrontierenden Vaterfigur, kann diese Erfahrung zu einem narzisstischen Grössenwahn führen, der sich im Erwachsenenalter in einem Drang nach Macht und Kontrolle manifestiert.

Beispiele aus der Geschichte und Politik:

Dr.med. Ursula Davatz untermauert ihre These mit Beispielen aus der Geschichte und Politik. Sie weist darauf hin, dass viele einflussreiche Herrscher, wie Julius Cäsar, Bill Clinton, Gerhard Schröder, Barack Obama, Vladimir Putin und Adolf Hitler, von alleinerziehenden Müttern erzogen wurden. Sie sieht in der autoritären und machtorientierten Politik dieser Männer eine Bestätigung ihrer These, dass das Aufwachsen ohne Vaterfigur zu einem Ungleichgewicht in der Persönlichkeitsentwicklung führen kann.

Kritische Betrachtung und weitere Einflussfaktoren:

Es ist wichtig zu betonen, dass Dr. Davatz‘ Argumentation auf Beobachtungen und Interpretationen basiert und nicht als absolute Wahrheit verstanden werden sollte. Die Erziehung durch alleinerziehende Mütter ist nicht per se problematisch und viele Söhne alleinerziehender Mütter entwickeln sich zu ausgeglichenen und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten. Neben der familiären Struktur spielen viele weitere Faktoren eine Rolle bei der Entwicklung eines Menschen, wie genetische Veranlagung, soziale Einflüsse und persönliche Erfahrungen.

Dr.med. Ursula Davatz‘ These soll als Denkanstoss dienen und auf die komplexe Dynamik innerhalb von Familien und deren Einfluss auf die Entwicklung von Machtstrukturen und Persönlichkeitsmerkmalen hinweisen.

https://ganglion.ch/pdf/Gesellschaft%20unter%20Hochdruck.m4a.pdf

Einfluss von Stress auf die Gehirnstrukturen

Die Quellen erwähnen eine interessante Forschungsarbeit von Elena Brivio mit dem Titel „Sex shapes cell-type-specific transcriptional signatures of stress exposure in the mouse hypothalamus„, welche die unterschiedlichen Reaktionen von männlichen und weiblichen Gehirnen auf Stress beleuchtet.

Die Forschung von Elena Brivio an Rattenhirnen zeigt, dass:

  • Weibliche Gehirnstrukturen unter Stress mit verstärkter Vernetzung reagieren.
    • Das weibliche Gehirn produziert mehr Oligodendrozyten, was zu vermehrten Nervenauswüchsen und Vernetzungen führt.
    • Dies deutet darauf hin, dass Frauen in Stresssituationen eher dazu neigen, neue Lösungen zu suchen.
  • Männliche Gehirne hingegen vereinfachen sich unter Stress.
    • Sie schalten Vernetzungen ab und bilden eine Art „Autobahn“, die auf schnelle, geradlinige Reaktionen ausgerichtet ist.
    • Dr.med. Ursula Davatz vergleicht dies mit dem Verhalten eines Mannes, der „bei Stress gegen die Wand fährt“.
    • Sie interpretiert diese Reaktion als Versuch der Machterhaltung.

Übertragung auf menschliches Verhalten:

Dr. Davatz überträgt diese Erkenntnisse auf das menschliche Verhalten und stellt die These auf, dass:

  • Frauen in Stresssituationen dazu neigen, nach Lösungen zu suchen und Zusammenarbeit anzustreben.
  • Männer hingegen auf Dominanzverhalten und Machterhaltung fokussieren.

Bedeutung für die heutige Zeit:

Dr.med. Ursula Davatz sieht diese unterschiedlichen Reaktionsmuster als entscheidenden Faktor für die Bewältigung der aktuellen globalen Herausforderungen, wie z.B. Klimawandel, politische Konflikte und die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz.

Sie argumentiert, dass die traditionell männliche Herangehensweise an Probleme, die auf Macht, Dominanz und schnelle Lösungen setzt, nicht mehr zeitgemäß ist.

Stattdessen brauche es die weibliche Herangehensweise, die auf Kooperation, Vernetzung und das Suchen nach nachhaltigen Lösungen fokussiert.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Die Forschungsergebnisse von Elena Brivio und die Interpretationen von Dr.med. Ursula Davatz legen nahe, dass Stress unterschiedliche Auswirkungen auf die Gehirnstrukturen von Männern und Frauen hat. Diese Unterschiede spiegeln sich in den Verhaltensmustern wider, die Männer und Frauen in Stresssituationen zeigen. Dr. Davatz sieht in der weiblichen Herangehensweise an Probleme die Lösung für die Herausforderungen der heutigen Zeit.

Die Auswirkungen von übermässigem Stress auf das Gehirn

Dr.med. Ursula Davatz erwähnt den Begriff „Systemüberlastung“ („System Overload“) im Zusammenhang mit Autismus.

  • Systemüberlastung bei Autisten: Autisten haben eine breite Wahrnehmung und nehmen alle Reize gleichzeitig wahr. Diese Reizüberflutung kann zu einer Überlastung des limbischen Systems führen, welches für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist.
  • Folge der Systemüberlastung: Im Zustand der Systemüberlastung sind Autisten oft weder handlungs- noch kommunikationsfähig, obwohl sie innerlich alles wahrnehmen.
  • Stress als Auslöser: Dr. Davatz erwähnt, dass zu viele Reize, Aufgaben oder Stress auch bei Nicht-Autisten zu einem Rückzug führen können.

https://ganglion.ch/pdf/Autismus-Spektrum-Eigenschaft-19.11.2024.m4a.pdf

Unterschiedliche Stressreaktionen bei Frauen und Männern

Dr.med. Ursula Davatz erläutert in ihrem Vortrag die unterschiedlichen Reaktionen von Männern und Frauen auf Stress, basierend auf den Forschungsergebnissen von Elena Brivio an Ratten.

Brivios Forschung:

  • Weibliche Rattengehirne: Unter Stress bilden weibliche Rattengehirne vermehrt Oligodendrozyten, was zu einer grösseren Vernetzung führt. Dies interpretiert Dr.med Ursula Davatz als aktive Suche nach Lösungen.
  • Männliche Rattengehirne: Im Gegensatz dazu zeigen männliche Rattengehirne unter Stress eine Vereinfachung der neuronalen Strukturen. Dr.med. Ursula Davatz vergleicht dies mit autistischem Verhalten, das durch Rückzug und Vermeidung von Interaktion gekennzeichnet ist.

Interpretation Dr.med Ursula Davatz:

  • Frauen: Dr.med Ursula Davatz stellt die These auf, dass Frauen dazu neigen, unter Stress still zu werden und in Tränen auszubrechen, um ihren Stress abzubauen.
  • Männer: Männer hingegen reagieren auf Stress eher mit Aggression („Krieg machen“) oder entwickeln psychische Probleme („verrückt werden“).

Zusätzliche Anmerkungen:

  • Vereinfachung vs. Komplexität: Die unterschiedlichen Stressreaktionen könnten mit den evolutionär bedingten Rollen von Mann und Frau zusammenhängen. In Stresssituationen war es für Männer möglicherweise vorteilhafter, schnell und zielgerichtet zu handeln (z.B. Kampf oder Flucht), während Frauen eher auf soziale Unterstützung und Kooperation angewiesen waren.
  • Kulturelle Einflüsse: Es ist wichtig zu beachten, dass die beschriebenen Stressreaktionen auch durch kulturelle Normen und Erwartungen beeinflusst werden können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Frauen und Männer laut Dr. Davatz unterschiedlich auf Stress reagieren. Frauen suchen eher nach Lösungen und sozialer Unterstützung, während Männer zu Aggression und Rückzug neigen. Es ist wichtig, diese Unterschiede im Umgang mit Stress zu berücksichtigen.

https://ganglion.ch/pdf/Autismus-Spektrum-Eigenschaft-19.11.2024.m4a.pdf

Zusammenhang zwischen Stress, dem emotionalen Hirn und psychosomatischen Erkrankungen

Dr.med. Ursula Davatz erklärt den Zusammenhang zwischen Stress, dem emotionalen Hirn und psychosomatischen Erkrankungen anhand des Modells des „dreieinigen Gehirns“. Dieses Modell postuliert, dass unser Gehirn aus drei miteinander verbundenen Teilen besteht:

  • Grosshirn: Verantwortlich für höhere kognitive Funktionen wie Denken, Sprache und Entscheidungsfindung.
  • Mittelhirn (emotionales Hirn): Steuert Emotionen, Motivation und Bindungsverhalten. Es ist der Sitz unserer „Seele“.
  • Stammhirn: Reguliert grundlegende Körperfunktionen und instinktive Reaktionen wie Kampf, Flucht und Erstarrung.

Laut Dr. Davatz entstehen psychosomatische Erkrankungen dann, wenn das emotionale Hirn durch Stress überlastet wird. Diese Überlastung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Konflikte: Ungelöste Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich, z.B. in der Familie, im Beruf oder in der Partnerschaft, können zu anhaltendem Stress führen.
  • Unterdrückte Emotionen: Wenn wir unsere Emotionen nicht adäquat ausdrücken oder verarbeiten können, stauen sie sich im emotionalen Hirn an.
  • Unangemessene Anpassungsmuster: Wenn unsere erlernten Verhaltensmuster und Bewältigungsstrategien in einer bestimmten Situation nicht greifen, entsteht Stress.
  • Starre Wertvorstellungen: Wenn wir an starren Wertvorstellungen festhalten und uns nicht von alten Mustern lösen können, führt dies ebenfalls zu Stress.

Die gestaute emotionale Energie im Mittelhirn sucht sich dann einen anderen Weg, um sich zu entladen. Da das Mittelhirn eng mit dem Stammhirn verbunden ist, kann diese Energie in das Stammhirn und von dort in den Körper weitergeleitet werden. Im Körper manifestiert sich diese Energie dann in Form von psychosomatischen Symptomen. Dr. Davatz beschreibt dies mit den Worten: „Die Psyche lässt den Körper sprechen, wenn sie keine Worte mehr findet“.

Welche Symptome auftreten, ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Genetische Veranlagung: Manche Menschen reagieren von Natur aus empfindlicher auf Stress als andere.
  • Familiäre Vorbilder: Wir lernen oft unbewusst von unseren Eltern und anderen Bezugspersonen, wie wir mit Stress umgehen.
  • Art der Belastung: Die Art des Stresses, dem wir ausgesetzt sind, spielt ebenfalls eine Rolle.

Beispiele für psychosomatische Erkrankungen, die Dr. Davatz erwähnt, sind:

  • Hautausschläge
  • Asthma
  • Bluthochdruck
  • Verdauungsprobleme
  • Morbus Crohn
  • Kopfschmerzen

Dr. Davatz betont, dass psychosomatische Erkrankungen ernst genommen werden sollten, da sie ein Zeichen dafür sind, dass die Seele leidet. Sie plädiert für einen ganzheitlichen Behandlungsansatz, der sowohl die Psyche als auch den Körper einbezieht.

Neben Psychotherapie zur Bearbeitung der zugrundeliegenden emotionalen Konflikte empfiehlt sie auch Körpertherapie, Achtsamkeitsübungen und Entspannungstechniken, um den Körper in den Heilungsprozess einzubeziehen. Ziel ist es, den Menschen wieder in seine „innere Mitte“ zu führen, damit er seine Emotionen besser regulieren und mit Stress gelassener umgehen kann.

https://ganglion.ch/pdf/Wann_laesst_die_Seele_den_Koerper_sprechen.m4a.pdf

Umgang mit Drohungen/Druck/Stress – Autoritäten

[00:00:17.640] – Dr.med. Josef Sachs Danke vielmals für den Vorschussapplaus. Ich hoffe, es gibt am Schluss auch noch einen kleinen. Es freut mich, dass Sie bei diesem schönen Wetter hierher gekommen sind. Es wäre auch draussen schön. Es gibt auch draussen schöne Tätigkeiten, die wir machen könnten. Wir reden heute über das Thema „Umgang mit Drohungen, Druck, Stress, Autoritäten“. Vielleicht gleich die erste Frage. Versteht mich jeder, wenn ich so rede? Also auf Dialekt. Oder gibt es jemanden, der nicht einmal die Frage verstanden hat? Also dann würde ich gerne im Dialekt weiterreden. Vielleicht kurz zum Hintergrund. Ich bin Psychiater, ich bin forensischer Psychiater, das heisst Gerichtspsychiater. Ich bin 25 Jahre lang, ich arbeite immer noch auf diesem Gebiet, aber ich war 25 Jahre lang Chefarzt der Klinik für forensische Psychiatrie im Kanton Aargau in Königsfelden. Ich führe jetzt eine private Praxis. Wenn ich jetzt zu diesem Thema rede, dann merken Sie natürlich auch den Fokus, den ich habe. Der Fokus der forensischen Psychiatrie, der Gerichtspsychiatrie, der ist nicht ganz gleich, wie wenn der Fokus von Seiten von Eltern, von Erziehern, von Lehrpersonen usw. Aber wenn wir Querverbindungen machen möchten, ich versuche das bereits im Referat, dann können wir das nachher auch noch in der Diskussion.
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[00:44:40.310] – Dr.med. Ursula Davatz Ich bin Dr.med. Ursula Davatz. Ich bin Psychiaterin und Familientherapeutin. Ich betrachte die Problematik des ADHS vor allem aus der Perspektive von Interaktion zwischen ADHS Individuum und Umfeld. Als ich Dr. Sachs zugehört habe, ist natürlich vieles bekannt gewesen, aber ich möchte ja dann noch meine Gedanken dazu sagen. Das, was für mich herausgekommen ist, ist, Eltern von Kindern mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, diese Kinder auf eine Linie zu bringen. Ich denke, viele von den Eltern mit ADHS Kindern verwenden Drohungen als Erziehungsmethode. Ich habe versucht, das nicht zu machen und ich glaube, es ist mir noch gut gelungen, aber den meisten Eltern gelingt es nicht. All die Bedrohungen, die verwendet werden, sind natürlich traumatisierend für das Kind. Es kommt darauf an, wie es geartet ist und was es für einen Auslauf hat. In dem Sinne tun sich dann die Drohungen, die die Eltern verwendet haben, aufsummieren. Je nachdem, in welchem Umfeld sie sind, kommen all diese Traumatas wieder hervor. Ich hatte eine Mutter, die Mutter von einem ADHS Sohn. Die hat gesagt: ich bin konsequent inkonsequent gewesen. Also man sagt, ich will das und das und wenn du das nicht machst, dann gibt es das und das.