Selbstvertrauen – Die Bedeutung im Kontext der Berufsfindung

Selbstvertrauen, eng verknüpft mit dem Selbstwertgefühl, ist ein entscheidender Faktor im Prozess der Berufsfindung und der erfolgreichen Berufsausübung. Dr.med. Ursula Davatz erläutert in ihrem Vortrag, wie Selbstvertrauen aufgebaut und gestärkt werden kann und welche Rolle es im Berufsleben spielt.

Selbstvertrauen durch Erfolgserlebnisse

  • Kompetenzerfahrung im Beruf: Ein Beruf, der den eigenen Fähigkeiten und Interessen entspricht, ermöglicht Erfolgserlebnisse und stärkt das Selbstvertrauen. Menschen fühlen sich kompetent und selbstsicher, wenn sie ihre Aufgaben erfolgreich bewältigen können.
  • Kompetition als Motivation: Selbstvertrauen kann auch durch Kompetition und den Ehrgeiz, der Beste zu sein, entstehen. Gesunder Wettbewerb kann motivieren und zu Bestleistungen anspornen, was wiederum das Selbstvertrauen steigert.
  • Realistische Herausforderungen: Wichtig ist, dass die Herausforderungen realistisch und erreichbar sind. Überforderung führt zu Misserfolgserlebnissen und kann das Selbstvertrauen schwächen.

Selbstvertrauen stärken durch die Auseinandersetzung mit Wünschen und Bedürfnissen

  • Wünsche ernst nehmen: Dr. Davatz betont, dass es wichtig ist, die eigenen Wünsche und Träume wahrzunehmen und ernst zu nehmen, um Selbstvertrauen zu entwickeln. Dies gilt auch für Berufswünsche, die vielleicht nicht realisierbar sind.
  • Offene Kommunikation: Ein offener Dialog mit Eltern, Berufsberatern und anderen Vertrauenspersonen hilft, die eigenen Bedürfnisse und Ziele zu erkennen und realistische Wege zu finden.
  • Loslösung von elterlichen Erwartungen: Oftmals projizieren Eltern ihre eigenen Wünsche auf ihre Kinder. Es ist wichtig, sich von diesen Erwartungen zu lösen und den eigenen Weg zu finden. Dies erfordert Selbstreflexion und den Mut, die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren.

Selbstvertrauen und psychische Gesundheit

  • Selbstverleugnung vermeiden: Wenn Menschen ihre Wünsche und Bedürfnisse ignorieren, um den Erwartungen anderer zu entsprechen, kann dies zu Selbstverleugnung und psychischen Problemen führen. Ein Beruf, der nicht zur eigenen Persönlichkeit passt, kann Frustration, Angst und Depressionen auslösen.
  • Resilienz stärken: Selbstvertrauen ist eng mit Resilienz verbunden, also der Fähigkeit, mit Herausforderungen und Rückschlägen umzugehen. Ein starkes Selbstvertrauen hilft, Krisen zu bewältigen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Zusammenfassung

Selbstvertrauen ist ein wichtiger Baustein für eine gelungene Berufsfindung und ein erfülltes Berufsleben. Es entsteht durch Erfolgserlebnisse, die Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen und die Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen. Ein starkes Selbstvertrauen schützt vor Selbstverleugnung und fördert die psychische Gesundheit.

https://ganglion.ch/pdf/Selbstwert_Selbstvertrauen_im_Kontext_der_Berufsfindung.pdf

Selbstwert und Selbstvertrauen im beruflichen Alltag

Transkription

Also ich möchte sie auch alle ganz herzlich begrüssen zum Thema „Selbstwert und Selbstvertrauen im beruflichen Alltag“. Ich denke, das Thema schliesst sehr gut an, an das frühere Thema der Berufsfindung und ich habe mir wieder ein paar Gedanken dazu gemacht, die ich ihnen sagen will und dann tue ich gerne mit ihnen wieder in Interaktion treten. In unserer westlichen Gesellschaft in unserer westlichen Welt verbringen wir mehr Zeit am Arbeitsplatz als in der Familie und mit Freunden. Also der Arbeitsplatz hat eine ganz eine wichtige Funktion. Die Arbeit ist ein wichtiges soziales Umfeld und man meint jeweils, das könnte die Familie ersetzen, aber das kann es nicht. Er ist nicht mit der Familie gleichzusetzen, obwohl viele Menschen manchmal Arbeitsfeld und Familienumfeld miteinander vermischen und speziell solche Menschen, wo zuhause kein gutes Familienumfeld gehabt haben. Die haben die Tendenz dann am Arbeitsplatz ein Familienumfeld zu suchen und erwarten Sachen, wo sie eigentlich von der Familie her hätten müssen bekommen also diese Sicherheit. Das Urvertrauen, man redet ja manchmal vom Urvertrauen beim Menschen, das sollte an sich in der Familie entstehen können und zwar über Beziehung zu den primären Bezugspersonen, also Vater, Mutter, Geschwister, vielleicht noch erweiterte Familie, wenn das Urvertrauen aber aus verschiedenen Gründen nicht entwickelt hat werden können, weil die Eltern ausgefallen sind, Streit gehabt haben, weil ein anderes Geschwister, mehr emotionale Energie absorbiert hat, dann ist der Mensch, der zu kurz gekommen ist in seiner Familie mit seinem Urvertrauen.