Konkrete Massnahmen zur Deeskalation bei narzisstisch verletzten Personen

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr.med. Ursula Davatz, bieten wertvolle Einblicke und konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit narzisstisch verletzten Personen.

Zentrale Punkte zur Deeskalation sind:

  • Sorgfältige Kommunikation:
    • Vermeiden Sie jegliche Form von persönlicher Kritik oder Anschuldigungen, da diese die Person zusätzlich kränken und die Situation verschärfen können.
    • Sprechen Sie ruhig und sachlich, ohne emotionalen Druck oder Vorwürfe.
    • Konzentrieren Sie sich auf den Sachverhalt und vermeiden Sie es, die Person als schlechten Menschen darzustellen, selbst wenn sie beleidigende Äusserungen macht.
  • Validierung der Kränkung:
    • Nehmen Sie die Verletzung der Person ernst, auch wenn sie Ihnen selbst banal erscheint.
    • Versuchen Sie zu verstehen, was die Person konkret verletzt hat, indem Sie den Sachverhalt detailliert rekonstruieren und die Perspektive der Person einnehmen.
    • Bestätigen Sie die Gefühle der Person, ohne dabei Schuldzuweisungen zu machen oder die Situation zu bagatellisieren.
  • Verlangsamung des Prozesses:
    • Geben Sie der Person Zeit, ihre Emotionen zu verarbeiten, bevor Sie Ihre eigene Sichtweise darlegen.
    • Unterbrechen Sie die Kommunikation, wenn die Person nicht bereit ist, Ihre Perspektive zu hören, und vereinbaren Sie einen späteren Zeitpunkt.
  • Eigene Seite schildern:
    • Nachdem Sie die Kränkung validiert und der Person Zeit zum Verarbeiten gegeben haben, können Sie Ihre Sichtweise darlegen.
    • Achten Sie auch hier auf eine sachliche und ruhige Kommunikation, ohne emotionale Belastung.
  • Lernprozess ermöglichen:
    • Sehen Sie die Situation als Chance für die Person, neue Wege der Auseinandersetzung zu lernen.
    • Unterstützen Sie die Person dabei, ihre Emotionen zu regulieren und konstruktive Lösungen für Konflikte zu finden.
  • Biografiearbeit:
    • Fragen Sie nach der Lebensgeschichte der Person und lassen Sie sie von ihren Erfahrungen und Kränkungen erzählen.
    • Dies kann bereits im Rahmen eines Gesprächs über den Lebenslauf geschehen.
    • Durch das Erzählen der eigenen Geschichte kann die Person emotionale Entlastung erfahren und neue Perspektiven entwickeln.

Zusätzliche Punkte:

  • Manipulation erkennen:
    • Seien Sie sich bewusst, dass narzisstisch verletzte Personen oft zu Manipulation greifen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
    • Lassen Sie sich nicht in Machtspiele hineinziehen oder gegen andere ausspielen.
    • Tauschen Sie sich im Team aus, um Manipulationen zu erkennen und gemeinsam Strategien zu entwickeln.
  • Eigene Grenzen setzen:
    • Akzeptieren Sie nicht jedes Verhalten und kommunizieren Sie klar Ihre Grenzen.
    • Wenn Sie die Situation nicht mehr handhaben können, dürfen Sie sich zurückziehen und professionelle Hilfe hinzuziehen.
  • Respektvoller Umgang:
    • Behandeln Sie die Person trotz ihrer narzisstischen Verletzlichkeit mit Respekt und Würde.
    • Versuchen Sie, die Person und ihre Bedürfnisse zu verstehen, ohne dabei Ihre eigenen Grenzen zu verletzen.

Die Quellen betonen, dass der Umgang mit narzisstisch verletzten Personen eine Herausforderung sein kann, die viel Geduld, Selbstkontrolle und Fingerspitzengefühl erfordert. Mit den beschriebenen Massnahmen können Sie jedoch dazu beitragen, die Situation zu deeskalieren und der Person die Möglichkeit geben, neue Wege der Kommunikation und Interaktion zu lernen.

https://ganglion.ch/pdf/Narzissmus%20und%20pers%C3%B6nliche%20Identit%C3%A4t.m4a.pdf

Der Übergang vom normalen Narzissmus zur Störung

Dr.med. Ursula Davatz beschreibt den Übergang von normalem Narzissmus zu einer Störung als fliessend und schwer zu definieren. Sie betont, dass jeder Mensch narzisstische Anteile hat, die im Grunde ein natürliches Bedürfnis nach Anerkennung, Wertschätzung und Respekt darstellen. Problematisch wird es erst dann, wenn diese Bedürfnisse übermässig stark ausgeprägt sind und das Verhalten und die Interaktionen mit anderen Menschen negativ beeinflussen.

Ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung, ob es sich um eine Störung handelt, ist die eigene Toleranzgrenze. Dr. Davatz erläutert, dass es keine festen Grenzen gibt und die Einschätzung, ob ein Verhalten pathologisch ist, auch von der subjektiven Wahrnehmung des Gegenübers abhängt.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Gesunde narzisstische Anteile sind wichtig für ein gesundes Selbstwertgefühl und die Fähigkeit, sich durchzusetzen.
  • Erst wenn die narzisstischen Bedürfnisse übermässig stark ausgeprägt sind und zu Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen und im Arbeitsleben führen, spricht man von einer Störung.
  • Die Grenze zwischen gesundem Narzissmus und einer Störung ist fliessend und hängt auch von der Toleranzgrenze des Gegenübers ab.

Dr.med. Ursula Davatz warnt davor, im Konfliktfall vorschnell eine Diagnose zu stellen. Stattdessen empfiehlt sie, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren, wenn ein Verhalten nicht mehr tolerierbar ist.

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Die Rolle der Kindheit in der Entstehung einer narzisstischen Störung

Die Quellen weisen deutlich darauf hin, dass die Kindheit eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung spielt. Dr.med. Ursula Davatz betont, dass Menschen mit dieser Störung in ihrer Kindheit oft nicht ausreichend wahrgenommen und ihre Bedürfnisse nicht gestillt wurden. Sie erklärt, dass diese Kinder in ihrer Entwicklung zu kurz gekommen sind und dadurch ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und Akzeptanz entwickeln.

Verschiedene Faktoren in der Kindheit können zu einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung beitragen:

  • Mangelnde emotionale Zuwendung und Anerkennung: Wenn Kinder nicht die Liebe, Geborgenheit und den Respekt erhalten, den sie brauchen, kann dies zu einem Gefühl der Wertlosigkeit und einem starken Bedürfnis nach Bestätigung im späteren Leben führen.
  • Überbehütung und Verwöhnung: Am anderen Ende des Spektrums können auch Kinder, die übermässig verwöhnt wurden und keine Frustrationstoleranz entwickeln konnten, narzisstische Züge entwickeln, da sie es gewohnt sind, dass ihre Bedürfnisse immer sofort erfüllt werden.
  • Narzisstischer Missbrauch durch die Eltern: Dr. Davatz beschreibt auch den „narzisstischen Missbrauch“, bei dem Eltern ihre eigenen unerfüllten Bedürfnisse auf das Kind projizieren. Das Kind wird dann zum Instrument der Eltern, um deren Wünsche und Erwartungen zu erfüllen, anstatt seine eigene Persönlichkeit entwickeln zu können.

Die Folgen dieser Defizite in der Kindheit zeigen sich im Erwachsenenalter in Form von:

  • Starkem Selbstbezug und Selbstverliebtheit
  • Hoher Verletzlichkeit und Kränkbarkeit
  • Geringer Kritiktoleranz
  • Nachtragen von Kränkungen
  • Starkem Bedürfnis nach Anerkennung und Akzeptanz
  • Manipulativem Verhalten

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass jedes Kind ein natürliches Recht auf Akzeptanz, Geborgenheit und Respekt hat. Wenn diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden, suchen die betroffenen Personen als Erwachsene ständig danach, diese Defizite auszugleichen. Dies kann zu Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen, Konflikten am Arbeitsplatz und in extremen Fällen sogar zu Gewalt führen.

Die Quellen verdeutlichen, dass die narzisstische Persönlichkeitsstörung eine komplexe Störung ist, die ihre Wurzeln in der Kindheit hat. Es ist wichtig zu verstehen, dass Menschen mit dieser Störung nicht bewusst böswillig handeln, sondern aufgrund ihrer frühen Erfahrungen ein tiefes Bedürfnis nach Anerkennung und Bestätigung haben.

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Die Rolle der Impulsivität bei der Gefährlichkeit narzisstischer Störungen

Die Quellen betonen, dass Impulsivität eine entscheidende Rolle bei der Gefährlichkeit von narzisstischen Störungen spielt. Menschen mit narzisstischen Störungen sind besonders anfällig für Kränkungen, reagieren jedoch unterschiedlich darauf, abhängig von ihrer Impulsivität.

  • Personen mit hoher Impulsivität, wie beispielsweise Menschen mit ADHS, neigen zu unmittelbaren und ungesteuerten Reaktionen auf die wahrgenommene Verletzung. Diese Reaktionen können sich in Aggression, Wutausbrüchen und in extremen Fällen sogar in Gewalt äussern.
  • Hingegen reagieren Personen mit geringerer Impulsivität zwar auch sensibel auf Kränkungen, können ihre Reaktionen jedoch besser kontrollieren und agieren weniger impulsiv.

Dr.med. Ursula Davatz nennt konkrete Beispiele aus ihrer Erfahrung, die die Gefährlichkeit von narzisstischen Kränkungen in Kombination mit hoher Impulsivität verdeutlichen:

  • Sie erwähnt den Fall von Anders Breivik, der durch anhaltende narzisstische Kränkungen zu Gewalttaten getrieben wurde.
  • Auch Männer, die von ihren Partnerinnen verlassen werden, können durch die erlebte Kränkung zu extremen Gewalttaten wie Mord getrieben werden.
  • Sie beschreibt Fälle von Männern mit ADHS in Gefängnissen, die durch ihre Impulsivität in Kombination mit narzisstischen Kränkungen zu Straftaten neigten.
  • Beispiele wie Friedrich Leibacher und Günther Tschanun zeigen ebenfalls die destruktiven Folgen von narzisstischen Kränkungen, die in Gewalttaten gipfeln.

Die Quellen zeigen auch auf, dass Personen mit ADHS aufgrund ihrer erhöhten Sensibilität leichter narzisstisch gekränkt werden können. Die Kombination aus narzisstischer Störung und ADHS kann daher besonders gefährlich sein.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Personen mit narzisstischen Störungen gefährlich sind. Die Gefährlichkeit hängt massgeblich von der Impulsivität der Person ab. Je impulsiver eine Person ist, desto grösser ist das Risiko, dass sie auf Kränkungen mit Aggression und Gewalt reagiert.

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Umgang mit narzisstisch verletzbaren Personen im Arbeitskontext

Die Quellen bieten wertvolle Einblicke, wie man im Arbeitskontext mit narzisstisch verletzbaren Personen umgehen sollte. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Personen in ihrer Kindheit oft nicht ausreichend Anerkennung und Zuwendung erfahren haben und deshalb im Erwachsenenalter ein starkes Bedürfnis nach Bestätigung und Akzeptanz haben.

Gleichzeitig sind sie sehr empfindlich gegenüber Kritik und reagieren auf Kränkungen mit Impulsivität und Aggression. Diese Kombination macht den Umgang mit ihnen zu einer Herausforderung, die viel Fingerspitzengefühl und Selbstdisziplin erfordert.

Hier sind einige Tipps, die aus den Quellen abgeleitet werden können:

1. Sorgfältige Kommunikation:

  • Achten Sie auf eine neutrale und respektvolle Kommunikation, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie emotionale Ausbrüche und persönliche Angriffe, auch wenn Sie selbst provoziert werden.
  • Formulieren Sie Kritik sachlich und konzentrieren Sie sich auf das Verhalten, nicht auf die Person.
  • Seien Sie sich bewusst, dass narzisstisch verletzbare Personen Ihre Worte und Gesten anders interpretieren könnten als Sie es beabsichtigen.

2. Validierung der Kränkung:

  • Versuchen Sie zu verstehen, was die Person verletzt hat, auch wenn es Ihnen selbst banal erscheint.
  • Nehmen Sie die Verletzung ernst und zeigen Sie Verständnis für die Gefühle des Gegenübers.
  • Vermeiden Sie Rechtfertigungen oder Gegenvorwürfe, bevor Sie die Kränkung nicht validiert haben.

3. Verlangsamung des Prozesses:

  • Geben Sie der Person Zeit, ihre Emotionen zu verarbeiten.
  • Drängen Sie sie nicht zu einer sofortigen Reaktion oder Entschuldigung.
  • Signalisieren Sie Ihre Bereitschaft zum Dialog, sobald die Person bereit dazu ist.

4. Eigenen Standpunkt darlegen:

  • Nachdem Sie die Kränkung validiert haben und die Person bereit ist zuzuhören, können Sie Ihren eigenen Standpunkt darlegen.
  • Tun Sie dies ebenfalls sachlich und ruhig, ohne emotionale Belastung.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Fakten und vermeiden Sie Schuldzuweisungen.

5. Gemeinsame Lösungsfindung:

  • Arbeiten Sie gemeinsam mit der Person an einer Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist.
  • Erarbeiten Sie neue Kommunikationsmuster, die zukünftige Konflikte vermeiden helfen.
  • Zeigen Sie sich bereit, Kompromisse einzugehen und auf die Bedürfnisse des Gegenübers einzugehen, ohne Ihre eigenen Grenzen zu verletzen.

6. Biografiearbeit:

  • Zeigen Sie Interesse an der Lebensgeschichte der Person und den erlittenen Kränkungen.
  • Ermutigen Sie die Person, über ihre Erfahrungen zu sprechen, und bieten Sie ihr ein offenes Ohr.
  • Das Erzählen der eigenen Geschichte kann sehr entlastend sein und hilft, die Reaktionen der Person besser zu verstehen.

7. Eigene Grenzen setzen:

  • Seien Sie sich Ihrer eigenen Grenzen bewusst und schützen Sie sich vor Manipulation und emotionaler Ausbeutung.
  • Lassen Sie sich nicht in Machtspiele hineinziehen und vermeiden Sie es, Partei zu ergreifen.
  • Scheuen Sie sich nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie die Situation alleine nicht mehr bewältigen können.

8. Teamarbeit fördern:

  • Sorgen Sie für ein gutes Arbeitsklima und einen offenen Austausch im Team.
  • Stärken Sie den Zusammenhalt im Team, um Manipulation und Spaltung vorzubeugen.
  • Sprechen Sie Konflikte offen an und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.

9. Positives verstärken:

  • Heben Sie die positiven Eigenschaften und Fähigkeiten der Person hervor.
  • Geben Sie ihr Aufgaben, die ihren Stärken entsprechen und ihr Erfolgserlebnisse ermöglichen.
  • Loben Sie sie für ihre Leistungen und Fortschritte, um ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

10. Realistische Erwartungen:

  • Seien Sie sich bewusst, dass eine Persönlichkeitsstörung nur schwer veränderbar ist.
  • Erwarten Sie keine schnelle Veränderung und seien Sie geduldig mit der Person.
  • Konzentrieren Sie sich auf kleine Schritte und Fortschritte und freuen Sie sich über jeden Erfolg.

Es ist wichtig zu betonen, dass der Umgang mit narzisstisch verletzbaren Personen eine Herausforderung ist und viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Selbstbeherrschung erfordert. Die hier vorgestellten Tipps können Ihnen helfen, die Situation besser zu bewältigen und einen respektvollen und konstruktiven Umgang mit diesen Personen zu ermöglichen. Denken Sie immer daran, dass auch narzisstisch verletzbare Personen wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sind und ein Recht auf Respekt und Würde haben.

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Die zentrale Rolle der Identitätsfindung bei der Bewältigung von Narzissmus

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr.med. Ursula Davatz, heben die entscheidende Bedeutung der Identitätsfindung bei der Bewältigung von Narzissmus hervor. Eine gefestigte Identität bildet das Fundament für ein gesundes Selbstwertgefühl und ermöglicht es, mit Kritik und Frustrationen konstruktiv umzugehen. Genau diese Fähigkeiten fehlen jedoch häufig bei Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Dr.med. Ursula Davatz argumentiert, dass Narzissmus oft aus einer gestörten Identitätsfindung in der Kindheit und Jugend resultiert. Negative Erfahrungen, wie mangelnde Anerkennung oder übermässige Verwöhnung, verhindern die Entwicklung eines stabilen Selbstbildes und führen zu einem übermässigen Bedürfnis nach Bestätigung von aussen.

Die Bewältigung von Narzissmus ist daher eng mit der Aufgabe verknüpft, die gestörte Identitätsfindung aufzuarbeiten und eine stabile Identität zu entwickeln.

Die Quellen zeigen folgende Ansätze auf, wie die Identitätsfindung im Rahmen der Narzissmus-Bewältigung unterstützt werden kann:

  • Aufarbeitung der Kindheitserfahrungen: Durch die Reflexion der prägenden Kindheitserfahrungen können die Ursachen für die narzisstische Störung besser verstanden und bearbeitet werden.
  • Entwicklung realistischer Selbstwahrnehmung: Durch Feedback von vertrauten Personen und Selbstreflexion können Narzissten lernen, sich selbst realistischer einzuschätzen und ihre Stärken und Schwächen zu akzeptieren.
  • Stärkung der Fehlerkultur: In einem Umfeld, in dem Fehler als Lernchancen betrachtet werden, können Narzissten ihre Angst vor Fehlern überwinden und lernen, konstruktiver mit Kritik umzugehen.
  • Förderung von Eigenverantwortung: Narzissten müssen lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und sich nicht ständig als Opfer der Umstände zu sehen.
  • Aufbau von Empathie: Die Fähigkeit, sich in die Gefühle anderer hineinzuversetzen, ist für Narzissten essenziell, um ihre egozentrische Sichtweise zu überwinden.
  • Entwicklung von authentischen Beziehungen: Durch den Aufbau von vertrauensvollen und ehrlichen Beziehungen können Narzissten lernen, sich ohne die ständige Suche nach Bestätigung mit anderen Menschen zu verbinden.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass die Bewältigung von Narzissmus ein langwieriger Prozess ist, der Geduld, Unterstützung und therapeutische Begleitung erfordert. Sie zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass eine positive Veränderung möglich ist, wenn die Betroffenen bereit sind, an sich zu arbeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Identitätsfindung eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Narzissmus spielt. Durch die Aufarbeitung der Vergangenheit, die Entwicklung eines realistischen Selbstbildes und die Förderung von Eigenverantwortung und Empathie können narzisstisch gekränkte Personen lernen, ein erfüllteres und authentischeres Leben zu führen.

https://ganglion.ch/pdf/Narzissmus%20und%20Persoenlichkeitsfindung%20Wendepunkt_15.6.2023.pdf

Die Bedeutung der Fehlerkultur im Umgang mit Narzissten

Die Quellen verdeutlichen, dass eine gesunde Fehlerkultur im Umgang mit narzisstisch gekränkten Personen äusserst wichtig ist. Narzissten reagieren besonders empfindlich auf Kritik und empfinden Fehler als persönliche Angriffe. Daher ist es entscheidend, ein Umfeld zu schaffen, in dem Fehler nicht als etwas Negatives, sondern als Chance zum Lernen und Wachsen betrachtet werden.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass in der Schweiz die Fehlerkultur oft verbesserungswürdig ist. Fehler werden häufig als Versagen stigmatisiert, anstatt als wertvolle Lernerfahrung anerkannt. Diese Haltung erschwert den Umgang mit narzisstischen Personen zusätzlich, da sie ihre eigenen Fehler nur schwer eingestehen können und Kritik als Bedrohung empfinden.

Eine positive Fehlerkultur zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Offenheit für Fehler: Fehler werden als natürlicher Bestandteil des Lernprozesses akzeptiert.
  • Fehlertoleranz: Fehler werden nicht bestraft, sondern als Gelegenheit zur Verbesserung genutzt.
  • Feedbackkultur: Fehler werden konstruktiv angesprochen und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht.
  • Vorbildfunktion: Auch Autoritätspersonen geben ihre Fehler zu und zeigen, dass sie aus ihnen lernen.

Indem wir eine solche Fehlerkultur fördern, können wir narzisstisch gekränkten Personen helfen, ihre Angst vor Fehlern zu überwinden und ein realistischeres Selbstbild zu entwickeln. Sie lernen, dass Fehler nicht gleichbedeutend mit Versagen sind, sondern dass jeder aus ihnen lernen kann.

Dr.med. Ursula Davatz erwähnt in ihrem Vortrag explizit die Wichtigkeit, Fehler im Umgang mit narzisstischen Personen zuzugeben. Dies signalisiert den Betroffenen, dass auch andere Menschen nicht perfekt sind und dass Fehler zum Leben dazugehören.

Insgesamt trägt eine gesunde Fehlerkultur massgeblich zu einem positiven Umgang mit narzisstisch gekränkten Personen bei. Indem wir Fehler als Lernchancen betrachten und offen darüber kommunizieren, schaffen wir ein Klima des Vertrauens und der Wertschätzung, das den Betroffenen hilft, ihre Unsicherheiten zu überwinden und sich positiv zu entwickeln.

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Die Rolle der Anspruchsberechtigung bei Narzissten

Dr.med. Ursula Davatz erläutert in ihrem Vortrag das Konzept der „Anspruchsberechtigung“, das im Englischen als „Entitlement“ bezeichnet wird. Dieses Konzept spielt eine wichtige Rolle im Verständnis von Narzissmus.

Anspruchsberechtigung beschreibt die Haltung eines Menschen, dem bestimmte Dinge – wie Anerkennung, Lob oder besondere Behandlung – zustehen, ohne dass er dafür etwas leisten muss. Diese Haltung entsteht oft als Folge von negativen Kindheitserfahrungen, in denen wichtige Bedürfnisse, wie Anerkennung, Geborgenheit und Respekt, nicht erfüllt wurden.

Kinder, die diese Art von Mangel erfahren haben, entwickeln oft das Gefühl, dass ihnen diese Dinge im späteren Leben noch zustehen. Sie erwarten dann von ihrem Umfeld, dass es ihnen diese fehlende Anerkennung und Bestätigung gibt. Dr. Davatz betont, dass dies eine natürliche Reaktion ist: Menschen versuchen unbewusst, das nachzuholen, was ihnen in der Kindheit verwehrt wurde.

Bei Narzissten ist diese Anspruchshaltung besonders stark ausgeprägt. Sie haben oft das Gefühl, dass sie etwas Besseres sind und deshalb besondere Behandlung und Bewunderung verdienen. Bekommen sie diese nicht, reagieren sie mit Kränkung, Wut, Rückzug oder Aggression.

Die Anspruchsberechtigung von Narzissten stellt für ihr Umfeld eine grosse Belastung dar. Die ständige Forderung nach Anerkennung und die mangelnde Bereitschaft, selbst etwas dafür zu leisten, kann zu Konflikten und emotionaler Erschöpfung bei den Mitmenschen führen.

Zusammenfassend spielt die Anspruchsberechtigung eine zentrale Rolle im Verhalten von Narzissten. Sie ist eine Folge von unerfüllten Bedürfnissen in der Kindheit und führt zu einer übertriebenen Erwartungshaltung an das Umfeld. Diese Haltung kann Beziehungen belasten und Konflikte verursachen.

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Die Entstehung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Dr. Ursula Davatz erläutert in ihrem Vortrag, dass die narzisstische Persönlichkeitsstörung ihren Ursprung in einer gestörten Identitätsfindung hat. Diese Störung wurzelt oft in der Kindheit und Jugend, wo die Betroffenen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt wurden.

Zwei Hauptfaktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle:

1. Angeborene Sensibilität: Menschen, die von Geburt an sehr sensibel und feinfühlig sind, werden leichter verletzt als andere. Diese erhöhte Verletzlichkeit macht sie anfälliger für die Entwicklung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, wenn ihr Umfeld nicht entsprechend darauf eingeht.

2. Mangelnde oder übermässige Anerkennung in der Kindheit: Kinder benötigen Anerkennung und Akzeptanz für eine gesunde Entwicklung. Fehlt diese Bestätigung durch die Eltern oder das Umfeld, kann das Kind ein unsicheres Selbstbild entwickeln und ein übermässiges Bedürfnis nach Anerkennung ausbilden. Umgekehrt kann auch eine übermässige Verwöhnung problematisch sein, da die Kinder dann nicht lernen, mit Frustrationen und Kritik umzugehen.

Davatz beschreibt zwei extreme Szenarien, die zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung führen können:

  • Mangelnde Anerkennung: Ständige Kritik, das Gefühl, nie gut genug zu sein, und die Verweigerung von Wertschätzung verletzen das Kind in seiner Entwicklung und lassen ein tiefes Bedürfnis nach Anerkennung entstehen.
  • Übermässige Anerkennung: Überverwöhnte Kinder, die stets gelobt und bewundert wurden, werden unvorbereitet in die Welt entlassen und sind überfordert, wenn sie nicht mehr ständig im Mittelpunkt stehen und Anerkennung einfordern müssen.

Die Folge dieser gestörten Entwicklung: Die Betroffenen entwickeln eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, die sich in folgenden Verhaltensweisen äussert:

  • Starker Selbstbezug: Narzisstische Personen stellen ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle in den Mittelpunkt.
  • Überempfindlichkeit: Sie reagieren auf Kritik und Zurückweisung mit Aggression, Rückzug oder Beziehungsabbrüchen.
  • Mangelnde Kritiktoleranz: Sie haben Schwierigkeiten, andere Meinungen zu akzeptieren und reagieren auf Widerspruch mit Kränkung.
  • Bedürfnis nach übermässiger Anerkennung: Sie benötigen ständig Bestätigung und Bewunderung, um ihr fragiles Selbstwertgefühl zu stabilisieren.
  • Anspruchshaltung: Sie haben das Gefühl, dass ihnen die Anerkennung, die sie in der Kindheit vermisst haben, noch zusteht, und fordern diese von ihrem Umfeld ein.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass narzisstische Persönlichkeiten im Grunde sehr bedürftige Menschen sind, die unter ihrer Störung leiden und ihr Umfeld oft stark belasten. Sie bleiben in ihrer kindlichen Erwartungshaltung gefangen und suchen ständig nach der Anerkennung und Liebe, die sie in ihrer Entwicklung vermisst haben.

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Umgang mit narzisstisch gekränkten Personen im Alltag

Der Umgang mit narzisstisch gekränkten Personen im Alltag kann eine Herausforderung sein. Dr. Ursula Davatz gibt in ihrem Vortrag „Narzissmus und persönliche Identität“ einige wertvolle Hinweise, wie man diesen Herausforderungen begegnen kann.

Grundsätzlich ist es wichtig, die Verletzlichkeit und Sensibilität narzisstisch gekränkter Personen zu verstehen. Sie reagieren oft überempfindlich auf Kritik und Zurückweisung, weil ihr Selbstwertgefühl fragil ist. Deshalb ist es wichtig, im Umgang mit ihnen besonders achtsam und respektvoll zu sein.

Hier sind einige konkrete Tipps von Dr. Davatz:

  • Sorgfältige Kommunikation: Achten Sie auf einen wertschätzenden und freundlichen Ton. Vermeiden Sie es, vorwurfsvoll oder abwertend zu sprechen.
  • Wahrnehmen und Validieren von Verletzungen: Wenn Sie merken, dass die Person gekränkt ist, sprechen Sie es an und zeigen Sie Verständnis für ihre Gefühle. Sagen Sie zum Beispiel: „Ich merke, dass du verletzt bist. Kannst du mir sagen, was dich gekränkt hat?“.
  • Zeit geben: Drängen Sie die Person nicht, sofort über ihre Verletzung zu sprechen. Geben Sie ihr Zeit, sich zu beruhigen.
  • Konfliktlösung: Helfen Sie der Person, ihre Gefühle in Worte zu fassen und gemeinsam nach Lösungen für Konflikte zu suchen.
  • Fehlerkultur: Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Fehler als Lernchance gesehen werden und offen darüber gesprochen werden kann. Geben Sie auch eigene Fehler zu und zeigen Sie, dass Sie aus ihnen lernen.
  • Geduld und Unterstützung: Es braucht Zeit und Geduld, bis narzisstisch gekränkte Personen lernen, mit ihren Verletzungen konstruktiver umzugehen. Unterstützen Sie sie auf diesem Weg und geben Sie nicht auf.

Besonders wichtig ist es, die Ursache der Kränkung zu verstehen. Fragen Sie die Person, was sie konkret verletzt hat. Oft stecken hinter der Kränkung tiefsitzende Ängste und Unsicherheiten.

Anstatt den Narzissmus zu bekämpfen, sollten Sie die Person in ihrer Identitätsfindung unterstützen. Helfen Sie ihr, ihre Stärken und Talente zu erkennen und ein gesundes Selbstbild zu entwickeln.

Denken Sie daran: Jeder kann narzisstisch gekränkt werden. Wichtig ist, wie wir mit diesen Kränkungen umgehen und ob wir aus ihnen lernen können.

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