Burnout bei leidenschaftlichen Menschen: Mehr als nur Leidenschaft

Dr.med. Ursula Davatz beschreibt Burnout bei leidenschaftlichen Menschen als ein Phänomen, das oft mehr beinhaltet als nur die Hingabe zu einer Tätigkeit. Sie argumentiert, dass bei diesen Personen häufig zusätzliche Faktoren eine Rolle spielen, die zum Burnout beitragen.

Der Wunsch nach Anerkennung und der Drang zu gefallen:

Laut Dr.med. Ursula Davatz wollen Menschen, die mit Leidenschaft etwas tun und an ihre Grenzen stossen, oft anderen Personen, wie z. B. Autoritätsfiguren oder Eltern, etwas beweisen. Sie streben nach Anerkennung und versuchen, den Erwartungen anderer gerecht zu werden, was zu einem übersteigerten Ehrgeiz und einer Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse führt.

Wettkampfdenken und das Überschreiten von Grenzen:

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass bei leidenschaftlichen Menschen, die Burnout erleben, oft ein Wettkampfdenken vorhanden ist. Sie vergleichen sich ständig mit anderen und versuchen, Rekorde zu brechen oder besser zu sein als andere. Dieser Drang, sich selbst zu übertreffen, führt dazu, dass sie ihre eigenen Grenzen ignorieren und sich überfordern.

Die Rolle des Arbeitsprozesses:

Dr.med. Ursula Davatz beobachtet, dass Menschen, die an Burnout leiden, oft in einem Arbeitsumfeld tätig sind, das übermässige Leistungen fordert und in dem sie sich nicht trauen, „Nein“ zu sagen. Sie wollen ihren Vorgesetzten gefallen und scheuen sich davor, ihre Grenzen zu kommunizieren, aus Angst, ihren Job zu verlieren oder als schwach angesehen zu werden.

Warnsignale und die Wichtigkeit von Selbstfürsorge:

Dr.med. Ursula Davatz weist darauf hin, dass körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Schlaflosigkeit Warnsignale für einen drohenden Burnout sein können. Sie betont, dass es wichtig ist, auf diese Signale zu achten und rechtzeitig Massnahmen zur Selbstfürsorge zu ergreifen.

Die Bedeutung des „Nein“-Sagens:

Um Burnout vorzubeugen, empfiehlt Dr. Davatz leidenschaftlichen Menschen, sich selbst mehr zu schützen und klar ihre Grenzen zu kommunizieren. Es ist wichtig, „Nein“ zu sagen, wenn die Anforderungen die eigenen Kapazitäten übersteigen, und die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Burnout bei leidenschaftlichen Menschen entsteht nicht nur durch die intensive Beschäftigung mit einer Tätigkeit, sondern auch durch den Wunsch nach Anerkennung, den Drang zum Wettbewerb und die Angst vor Ablehnung. Um Burnout zu vermeiden, ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen, auf Warnsignale des Körpers zu achten und sich selbst zu schützen.

https://ganglion.ch/pdf/Krise-Gefahr-Chance.m4a.pdf

Anpassung bis zum Burnout: Die Schattenseite des „Neurotyps“ ADHS/ADS

Die Quellen, insbesondere das Interview mit Dr.med. Ursula Davatz, beleuchten die Problematik der Anpassung bei Menschen mit ADHS/ADS und die damit verbundenen Risiken, wie z.B. Burnout. ADHS/ADS wird von Dr.med. Ursula Davatz nicht als Krankheit, sondern als genetisch bedingter Neurotyp betrachtet, der spezifische Herausforderungen mit sich bringt. Die ständige Notwendigkeit, sich an ein Umfeld anzupassen, das nicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit ADHS/ADS ausgerichtet ist, führt zu chronischem Stress und kann im schlimmsten Fall zu Erschöpfung und Burnout führen.

Der Zwang zur Anpassung:

Menschen mit ADHS/ADS erleben oft einen permanenten Druck, sich an die Erwartungen ihres Umfelds anzupassen, sei es in der Schule, im Beruf oder im sozialen Leben. Die hohe Sensibilität und schnelle Reaktivität, die für diesen Neurotyp charakteristisch sind, führen dazu, dass sie Reize intensiver wahrnehmen und stärker darauf reagieren. In einem Umfeld, das auf standardisierte Abläufe und konformes Verhalten ausgerichtet ist, fühlen sie sich oft überfordert und missverstanden.

Kompensationsstrategien und ihre Grenzen:

Viele Menschen mit ADHS/ADS entwickeln im Laufe ihres Lebens Kompensationsstrategien, um mit den Herausforderungen ihres Neurotyps umzugehen. Diese Strategien können sehr erfolgreich sein und es ihnen ermöglichen, in verschiedenen Lebensbereichen zu funktionieren. Allerdings erfordern diese Strategien einen hohen energetischen Aufwand und können auf Dauer zu Erschöpfung und Burnout führen.

Das Risiko des Burnouts:

Burnout ist ein Zustand emotionaler, körperlicher und mentaler Erschöpfung, der durch chronischen Stress und Überlastung ausgelöst wird. Menschen mit ADHS/ADS sind aufgrund ihrer hohen Sensibilität und des ständigen Anpassungsdrucks besonders gefährdet, ein Burnout zu entwickeln.

Frühe Intervention und Unterstützung:

Um dem Risiko eines Burnouts vorzubeugen, ist es wichtig, dass Menschen mit ADHS/ADS frühzeitig Unterstützung erhalten. Eltern und Lehrer sollten über die Besonderheiten dieses Neurotyps aufgeklärt werden und lernen, mit den Herausforderungen umzugehen. Therapeuten und Berater, die sich auf ADHS/ADS spezialisiert haben, können den Betroffenen helfen, ihre Stärken zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um mit ihrem Neurotyp im Alltag besser zurechtzukommen.

Akzeptanz und Selbstfürsorge:

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem gesunden und erfüllten Leben mit ADHS/ADS ist die Akzeptanz des eigenen Neurotyps. Anstatt sich ständig anpassen zu müssen, sollten Betroffene lernen, ihre individuellen Bedürfnisse und Grenzen zu respektieren. Selbstfürsorge spielt dabei eine entscheidende Rolle: Ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung tragen dazu bei, Stress abzubauen und die Resilienz zu stärken.

Gestaltung eines unterstützenden Umfelds:

Auch das soziale Umfeld kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Menschen mit ADHS/ADS vor Burnout zu schützen. Offene Kommunikation, Verständnis und Unterstützung durch Familie, Freunde und Kollegen schaffen ein positives Klima, in dem sich Betroffene wohlfühlen und ihre Potenziale entfalten können.

https://ganglion.ch/pdf/srf_rec_adhs.m4a.pdf