Medikamente und AHDS/ADS

Arten von Medikamenten und deren Wirkung:

Die Medikamente, die bei ADHS/ADS eingesetzt werden, sind Stimulantien oder Uppers (wie Concerta, Focalin und Ritalin). Diese Medikamente stimulieren das Gehirn, wodurch eine Fokussierung erreicht wird.

ADHS/ADS-Menschen werden als neurodivergent betrachtet, deren Gehirne etwas anders funktionieren, charakterisiert durch eine breite Aufmerksamkeit. Diese breite Aufmerksamkeit führt dazu, dass sie ständig nach neuen Reizen suchen, besonders wenn der offizielle Input (z. B. der Unterricht) nicht spannend ist.

Das Ritalin wirkt, indem es stimuliert, wodurch der Fokus eingeschränkt wird und man besser aufpasst. Alle diese Amphetamine, die bei ADHS/ADS gegeben werden, sind fokussierend.

Gründe für den Einsatz der Medikation:

  • Leistungssteigerung: Das Medikament kann sehr hilfreich sein, insbesondere in einer auf geistige und intellektuelle Erziehung ausgerichteten Gesellschaft (z. B. Gymnasium). Ritalin kann die schulischen Leistungen um eine Note oder mehr herauftreiben.
  • Ausschöpfen des Potenzials: In einer Gesellschaft, die stark auf intellektuelle Erziehung ausgerichtet ist, können ADHS/ADS-Kinder oft ihr Potenzial ohne Medikamente nicht ausleben und geraten in eine Abwärtsspirale, wobei das Selbstvertrauen leidet. In solchen Fällen kann die Gabe von Medikamenten durchaus sinnvoll sein.
  • Berufliche Anforderungen: Erwachsene nehmen die Medikamente oft, wenn sie ein Nachstudium absolvieren oder für ihren Master lernen müssen. Wenn man hohe akademische Ambitionen hat, kann der Einsatz absolut sinnvoll sein.

Nachteile und Nebenwirkungen der Medikation:

  • Verlust des Selbstgefühls und der Kreativität: Viele Betroffene geben an, sich mit Medikamenten nicht mehr so sehr als sie selbst zu fühlen oder sich selbst nicht mehr so zu spüren.
  • Kreativitätseinschränkung: ADHS/ADSler sind meistens kreative Leute und können Grenzen sprengen (was ihre breite Aufmerksamkeit ausmacht). Wenn sie Ritalin oder Ähnliches nehmen, fühlen sie sich nicht mehr so kreativ.
  • Psychische Abhängigkeit: Ein Betroffener merkt an, dass diese Mittel psychisch abhängig machen können, da man das Gefühl hat, ohne dieses Mittel nicht mehr in dieser Welt existieren und nicht mehr leisten zu können.

Medizinische Haltung und Entscheidungshoheit:

Dr. Davatz selbst verschreibt Ritalin, Concerta und andere Stimulantien. Allerdings überlässt sie die Entscheidung immer den Eltern. Sie würde nie sagen, dass Eltern das Medikament ihrem Kind geben müssen, sonst würde es nicht gut gehen. Die Entscheidung, ob man Medikamente nimmt oder nicht, muss jeder, insbesondere die Eltern, selbst treffen [86, 19:43.640].

Es ist nicht die Haltung von Dr. Davatz, dass ADHS/ADS-Menschen nicht ohne Medikamente durchs Leben kommen können oder dass sie diese immer nehmen müssen.

Umgang mit Medikamenten und Stress:

  • Absetzen am Wochenende: Dr. Davatz rät Eltern, das Medikament über das Wochenende abzusetzen, es sei denn, das Kind muss am Wochenende lernen.
  • Medikamente als Stressmedikament: Das ADHS-Medikament wird auch als Stressmedikament bezeichnet.
  • Gefahr der Psychose bei Überdosierung: ADHS/ADS-Medikamente können suchtbildend sein und auf der Gasse gehandelt werden. Wenn Erwachsene, die diese Medikamente verschrieben bekommen, zu viel davon nehmen, können sie psychotisch werden.
  • Dopamin und Stress: ADHS-Medikamente können eine Psychose auslösen, wenn sie unter starkem Stress eingenommen werden, da dies zu einer zu hohen Ausschüttung von Dopamin führen kann. Medikamente, die gegen Psychosen gegeben werden, sind im Gegensatz dazu Antidopamin-Medikamente.

Medikamente und Suchtpotenzial:

Menschen mit ADHS/ADS haben viel mehr Suchtprobleme. Sie nutzen beruhigende Suchtmittel wie Heroin, Alkohol oder Haschisch, um ihr Temperament herunterzubremsen.

Es gibt die Ansicht, dass man lieber die legale Droge (ADHS-Medikamente) verschreiben solle, damit Betroffene keine Drogen von der Gasse brauchen. Es existieren Statistiken aus England, die besagen, dass Kinder mit ADHS/ADS-Medikation weniger drogensüchtig wurden. Ein Betroffener merkt jedoch an, dass die Einnahme von ADHS-Medikamenten keine Alternative ist, um Drogen zu vermeiden, und dass diese Mittel selbst Betäubungsmittel sind und abhängig machen können [82, 116:31.300]. Dr. Davatz stellt klar, dass es nicht so ist, dass man eher drogensüchtig wird oder nicht drogensüchtig wird, wenn man die Medikamente nimmt.

Alternative Ansätze:

Dr. Davatz versucht immer, auf andere Methoden zurückzugreifen. Sie betont, dass ADHS/ADS-Kinder mehr Bewegung benötigen. Alternative Ansätze zur Fokussierung oder Beruhigung umfassen:

  • Körperliche Aktivität (z. B. dreimal ums Schulhaus springen, Trampolin).
  • Klare Strukturen und wenige, klare Regeln (wichtig bei diesem Neurotyp).
  • Konflikt-Lösungsstrategien für die Familien.
  • Reflex-Integrations-Therapien zur Stressreduzierung.
  • Neurofeedback, um das Fokussieren zu lernen, wobei dies nicht für alle geeignet ist.
  • Physiotherapeutische Ansätze oder sportliche Betätigung (wie Michael Phelps als Beispiel).
  • Traumatherapie-Methoden wie EMDR oder Yoga.

Der Umgang mit neurodivergenten Menschen erfordert Einfühlungsvermögen, Beobachtungskraft, Sensibilität und eigene Zurückhaltung. Das Ziel sollte es sein, das erzieherische Umfeld zu sensibilisieren, um Fehlentwicklungen vorzubeugen, da die Krankheit, die aus ADHS/ADS entsteht, die eigentliche Fehlentwicklung ist – nicht die Neurodivergenz selbst.

Zusammenfassendes Bild: Die medikamentöse Behandlung bei ADHS/ADS, hauptsächlich durch Stimulantien, ist ein Werkzeug, das in einer leistungsorientierten Gesellschaft helfen kann, das Potenzial des neurodivergenten Gehirns im akademischen oder beruflichen Kontext auszuschöpfen, indem es die breite Aufmerksamkeit einschränkt und Fokussierung ermöglicht. Gleichzeitig birgt sie Risiken wie den Verlust der Kreativität, das Gefühl, sich selbst zu entfremden, und die Gefahr der Psychose bei Überdosierung oder Einnahme unter hohem Stress (aufgrund der Dopamin-Ausschüttung). Die Entscheidung für oder gegen Medikamente sollte stets bei den Eltern liegen und im Kontext des individuellen Kindes und seiner Bedürfnisse betrachtet werden, wobei alternative, nicht-pharmakologische Methoden wie Struktur und Bewegung essenziell sind.

https://adhs.expert/wp-content/uploads/2025/11/Buchvernissage_Ursula_Davatz_11.11.2025.m4a.pdf

Medikamente und Coaching

Gerne erläutere ich Ihnen die Aspekte von Medikamenten und Coaching im Zusammenhang mit ADHS/ADS, basierend auf den Informationen in den vorliegenden Quellen und unserer Konversation.

Dr. med. Ursula Davatz sieht ADHS/ADS nicht primär als Krankheit, sondern als genetischen Ursprung oder genetische Voraussetzung. Das Gehirn funktioniere einfach „ein bisschen anders“. Dieses „Anders“ ist laut ihr nicht krank.

Medikamente (insbesondere Stimulanzien wie Ritalin):

  • Medikamente wie Ritalin, Concerta, Elvanse, Focalin und Medikinet werden bei ADHS/ADS eingesetzt. Diese Medikamente wirken im Dopamin-System. Sie sind amphetaminerg, wirken also stimulierend („Uppers“).
  • Früher hiess es oft, sobald ADHS/ADS diagnostiziert wurde, müsse man Medikamente nehmen. Auch Lehrpersonen sagen manchmal, sie könnten ein Kind ohne Ritalin oder Ähnliches nicht beschulen. Dr. Davatz stimmt dem nicht zu; es sei Sache der Eltern, ob ein Kind Ritalin bekommt.
  • Die Einnahme von Medikamenten, die das Dopaminsystem aktivieren, birgt Risiken. Wenn Erwachsene mit ADHS/ADS Ritalin erhalten, werden sie stimuliert und denken noch mehr. Wenn es nicht wirkt und sie mehr nehmen, kann es wie eine Droge verwendet werden und zu psychotischen oder schizophrenen Zuständen führen. Dies geschieht laut Dr. Davatz immer mehr, wenn ADHS/ADSler zu viel mit Amphetaminen behandelt werden. Zu viel Dopamin kann eine Psychose auslösen.
  • Auf der positiven Seite können Medikamente wie Ritalin helfen, den Fokus zu finden, insbesondere bei langweiligen oder mühsamen Aufgaben wie Buchhaltung. Es hilft, sich besser zu fokussieren.
  • Allerdings beobachtet Dr. Davatz, und Patienten berichten es ihr, dass Ritalin neben dem Fokus auch negative Auswirkungen haben kann. Die breite Wahrnehmung geht verloren, die emotionale Wahrnehmung geht verloren, und man ist nicht mehr so kreativ. Architekturstudenten berichten beispielsweise, dass sie mit Ritalin weniger kreativ sind. Wenn jemand spürt, dass das Medikament ihn extrem verändert und ihm Wichtiges (wie das Zwischenmenschliche oder Kreativität) nimmt, rät Dr. Davatz, es nicht zu nehmen.
  • Medikamente wie Ritalin müssen nicht immer eingenommen werden. Anders als SSRI, die immer genommen werden müssen, kann Ritalin gezielt eingesetzt werden. Manche brauchen es beispielsweise nicht an der Universität, wenn der Stoff interessant ist, aber vielleicht zum Lernen zu Hause. Jeder muss selbst herausfinden, was für ihn passt.

Coaching und Begleitung:

  • Ein ganz zentraler Punkt für Dr. Davatz ist, dass Medikamente wie Ritalin nie ohne eine Begleitung eingenommen werden sollten. Es sei nicht gut, nur mit Medikamenten korrigieren zu wollen. Alleinige Medikamentengabe sieht sie als „Verleugnungstaktik“ oder „Grössenwahn der Mediziner“, die meinen, den Menschen mit einem Medikament korrigieren zu können.
  • Sie empfiehlt dringend, sich Coaching zu holen. Es muss nicht unbedingt eine Therapie sein, aber Coaching.
  • Wichtig ist, einen Coach zu finden, der sich im ADHS/ADS auskennt. Viele Leute waren in Therapien, wo die Therapeuten nichts von ADHS/ADS verstanden haben. Wenn ein Therapeut ADHS/ADS nicht versteht, versucht er es zu „korrigieren“, was laut Dr. Davatz nicht getan werden sollte.
  • ADHS/ADS kann nicht mit Verhaltenstherapie korrigiert werden. Auch kann man ADHS/ADS nicht „weg erziehen“. Am Schluss muss sich der ADHS/ADSler immer selber erziehen, und dabei kann ein Coach helfen.
  • Coaching oder eine entsprechende Begleitung ist wichtig, um zu lernen, mit sich selbst umzugehen. Ein Coach kann helfen, den eigenen Typ kennenzulernen und Selbstreflexion zu üben.
  • Eine Begleitperson, die ein wenig etwas von ADHS/ADS versteht, Selbstironie hat und Reflexionsfähigkeit besitzt, kann als Coach funktionieren. Sie kann dem Betroffenen helfen, indem sie sagt: „Weisst du, das passiert mir auch, aber wir müssen es eben lernen“.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass laut Dr. Davatz bei ADHS/ADS das Umfeld und der Umgang entscheidend sind, und eine rein medikamentöse Behandlung ohne Begleitung nicht zielführend ist. Medikamente können gezielt zur Unterstützung bei bestimmten Aufgaben eingesetzt werden, bergen aber auch Risiken und können die breitgefächerten Fähigkeiten beeinträchtigen. Eine fundierte Begleitung durch einen im ADHS/ADS-Bereich versierten Coach ist essenziell, um Selbstverständnis zu fördern, mit den eigenen Eigenschaften umgehen zu lernen und die genetische Veranlagung positiv zu nutzen.

https://adhs.expert/wp-content/uploads/2025/04/Hirslanden-15.4.2025.m4a.pdf

Kritik an der Medikamentengabe bei ADHS/ADS

Dr. med. Ursula Davatz hat mehrere Kritikpunkte an der Medikamentengabe bei ADHS/ADS.

  • Sie betont, dass Medikamente meistens Stimulanzien sind, welche das Gehirn stressen. Demgegenüber stellt sie die motorische Aktivität und den Sport als natürliche Wege zur Förderung von Adrenalin und Dopamin heraus.
  • Dr. Davatz argumentiert, dass Medikamente wie Ritalin zwar helfen können, sich auf schulische Inhalte zu fokussieren, aber sie fördern die Persönlichkeitsentwicklung überhaupt nicht. Sie hält es für wichtig, dass in einer individualisierten Gesellschaft die verschiedenen Persönlichkeiten gefördert werden und ihre Talente ausgelebt werden können.
  • Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass eine primäre Behandlung mit Medikamenten den emotionalen Hirnteil nicht fördert, sondern eher ausblendet. Sie erklärt, dass das emotionale Gehirn für das soziale Lernen zuständig ist und auf alle äusseren Inputs als erstes reagiert. Durch Medikamente werde dieser wichtige Teil eher unterdrückt, was sie als schade empfindet und wodurch ihrer Meinung nach eine gewisse Menschlichkeit wegfällt. Gewisse ADHS/ADS-Betroffene bestätigen dies, indem sie sagen, dass sie sich unter Medikamenten nicht mehr so gut spüren und auch andere nicht mehr so gut wahrnehmen.
  • Dr. Davatz beobachtet eine zunehmende Tendenz in der medizinischen Wissenschaft in Richtung des Kognitiven, während das emotionale Gehirn vernachlässigt werde. Sie plädiert dafür, die Menschlichkeit und die Förderung des emotionalen Gehirns und der Sozialkompetenzen bei Kindern stärker zu gewichten.
  • Obwohl Dr. Davatz niemandem die Medikamente verweigert und die Entscheidung den Eltern überlässt, deutet ihre Argumentation klar darauf hin, dass sie eine rein medikamentöse Behandlung als nicht ausreichend betrachtet. Sie betont, dass immer auch das Umfeld begleitet werden muss, einschliesslich der Lehrer.
  • Sie äussert auch ihre Sorge darüber, dass wenn ADHS/ADS nur an Ärzte delegiert wird, an erster Stelle nur mit Medikamenten gearbeitet wird. Ihrer Ansicht nach braucht es beim ADHS/ADS viel mehr Beratung des Umfelds, Unterstützung der Lehrpersonen und der Eltern, damit es nicht schiefläuft, und nicht nur eine medikamentöse Behandlung des Kindes. Dies steht im Gegensatz zu dem ihrer Meinung nach vorherrschenden medizinischen Modell.

Zusammenfassend kritisiert Dr.med. Ursula Davatz an der Medikamentengabe bei ADHS/ADS vor allem die Vernachlässigung der emotionalen und sozialen Aspekte, die rein symptomatische Behandlung ohne Förderung der Persönlichkeit, die mögliche Überbeanspruchung und den Fokus auf eine medizinische Lösung anstelle einer umfassenden Unterstützung des Umfelds. Sie sieht Medikamente eher als ein Hilfsmittel im Kontext eines breiteren Ansatzes und betont die Wichtigkeit intrinsischer Motivation und der Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_Riedtli_13.3.2025.m4a.pdf

ADHS-Behandlung mit Medikamenten

Dr.med. Ursula Davatz beschreibt die medikamentöse Behandlung von ADHS mit Stimulanzien wie Ritalin. Diese Medikamente, auch bekannt als „Weckamine“, wirken, indem sie das Hirn stimulieren und so die Fokussierung verbessern. Dr. Davatz erklärt, dass Menschen unter Stress besser fokussieren können und dass ADHS-Betroffene dazu neigen, Aufgaben aufzuschieben. Wenn der Stress jedoch kurz vor Abgabe einer Arbeit gross genug ist, schütten sie selber Dopamin aus und können die Arbeit dann erledigen. Ritalin ermöglicht es ihnen, besser zu lernen und Arbeiten früher fertigzustellen, indem es diesen Stresszustand simuliert.

Dr.med. Ursula Davatz erwähnt auch, dass Neuroleptika, die den Dopaminspiegel senken, in Kombination mit Ritalin verschrieben werden können, wenn die Übererregtheit bei ADHS-Betroffenen durch Ritalin allein nicht ausreichend reduziert wird. Die Neuroleptika helfen dabei, die Empfindlichkeit auf Reize zu verringern.

Obwohl Dr.med. Ursula Davatz die medikamentöse Behandlung mit Stimulanzien beschreibt, betont sie auch, dass sie Erwachsenen, die ohne Medikamente durch ihre Kindheit und Jugend gekommen sind, in der Regel kein Ritalin verschreibt, ausser sie befinden sich in einer neuen Lernphase.

Zusätzlich zu den Informationen über die Medikamente selbst erwähnt Dr. Davatz, dass Ritalin in der Vergangenheit auch von Ärzten verwendet wurde, um Prüfungen zu bestehen, und dass in Amerika ein Viertel der Studenten Ritalin verwenden, um ihre Prüfungen zu absolvieren. Sie merkt jedoch an, dass dies in der Schweiz noch nicht so verbreitet ist.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_ADS_Jugendliche_Erwachsene.pdf

Behandlung von ADHS: Medikamente und Coaching

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz, bieten wertvolle Einblicke in die Behandlung von ADHS. Es wird deutlich, dass Medikamente eine wichtige Rolle spielen können, aber immer in Kombination mit anderen therapeutischen Ansätzen, wie z.B. Coaching, eingesetzt werden sollten.

Medikamentöse Behandlung

Medikamente, wie z.B. Ritalin, können helfen, die Symptome von ADHS zu lindern, indem sie die Konzentration und Aufmerksamkeit verbessern und Impulsivität reduzieren. Sie wirken auf den Neurotransmitter Dopamin im Gehirn, der bei Menschen mit ADHS oft nicht ausreichend vorhanden ist.

  • Positive Effekte: Viele Menschen mit ADHS erleben durch Medikamente eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität. Sie können sich besser konzentrieren, ihre Aufgaben erledigen und ihre Emotionen regulieren.
  • Individuelle Anpassung: Die Dosierung und Art der Medikamente muss individuell angepasst werden, da jeder Mensch anders auf die Medikamente reagiert.
  • Begleitung durch Fachpersonen: Die medikamentöse Behandlung sollte immer von einem Arzt oder Psychiater begleitet werden, um die richtige Dosierung zu finden und mögliche Nebenwirkungen zu überwachen.
  • Herausforderungen: Es kann schwierig sein, die richtige Medikamentenkombination und Dosierung zu finden, insbesondere bei Patienten, die an ältere Medikamente gewöhnt sind, die nicht mehr verfügbar sind.
  • Nebenwirkungen: Wie jedes Medikament können auch ADHS-Medikamente Nebenwirkungen haben. Diese sind in der Regel mild und klingen nach Absetzen des Medikaments wieder ab.
  • Nicht als alleinige Lösung: Medikamente sollten niemals als alleinige Lösung für ADHS betrachtet werden, sondern immer in Kombination mit anderen therapeutischen Massnahmen, wie z.B. Coaching oder Therapie.

Coaching und Therapie

Neben der medikamentösen Behandlung spielen Coaching und Therapie eine wichtige Rolle im Umgang mit ADHS. Sie helfen den Betroffenen, ihre Stärken zu nutzen, ihre Schwächen zu kompensieren und Strategien für den Alltag zu entwickeln.

  • Fokusfindung: Coaching kann Menschen mit ADHS dabei unterstützen, ihren eigenen Fokus zu finden und ihre Interessen und Talente zu entdecken.
  • Strukturierung und Organisation: Therapeuten und Coaches können Betroffenen helfen, ihren Alltag besser zu strukturieren und organisieren.
  • Umgang mit Emotionen: Therapie kann Menschen mit ADHS dabei unterstützen, ihre Emotionen besser zu regulieren und mit Stress und Frustration umzugehen.
  • Selbstbewusstsein stärken: Coaching und Therapie können dazu beitragen, das Selbstbewusstsein von Menschen mit ADHS zu stärken und ihnen helfen, sich selbst zu akzeptieren.
  • Kombination mit Medikamenten: Coaching und Therapie können die Wirkung von Medikamenten verstärken und den Betroffenen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen.

Fazit

Die Behandlung von ADHS ist ein komplexer Prozess, der eine individuelle und ganzheitliche Herangehensweise erfordert. Medikamente können eine wertvolle Unterstützung bieten, sollten aber immer in Kombination mit anderen therapeutischen Massnahmen eingesetzt werden. Ziel der Behandlung ist es, den Betroffenen zu helfen, ihre Stärken zu nutzen, ihre Schwächen zu kompensieren und ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen.

https://ganglion.ch/pdf/Umgang_ADHS_Vortrag_Salmon_Pharma.pdf

Medikamente bei ADHS/ADS

Dr.med. Ursula Davatz betrachtet Medikamente im Kontext von ADHS/ADS als ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erkennt sie den potenziellen Nutzen von Medikamenten wie Ritalin, Concerta und Elvanse, insbesondere in Bezug auf die Fokussierung der Aufmerksamkeit und die Verbesserung schulischer Leistungen. Sie räumt ein, dass diese Medikamente, die zur Gruppe der Amphetamine gehören, Kindern helfen können, in einer leistungsorientierten Gesellschaft besser zurechtzukommen. Sie verschreibt selbst Medikamente an Kinder und Erwachsene, wenn diese Prüfungen absolvieren, intensiv lernen oder sich auf Aufgaben konzentrieren müssen, die ihnen schwerfallen, wie beispielsweise das Ausfüllen der Steuererklärung.

Andererseits betont sie die Nachteile und Risiken der medikamentösen Behandlung. Sie vergleicht die Wirkung von Amphetaminen mit Stress und weist darauf hin, dass die Einnahme zu einem Verlust der „breiten Aufmerksamkeit“ und der „Aufmerksamkeit nach innen“ führen kann. Betroffene berichten, dass sie sich unter Medikamenteneinfluss weniger „sie selbst“ fühlen. Darüber hinaus kritisiert sie die gängige Praxis, ADHS/ADS primär medikamentös zu behandeln und dabei die Bedeutung des erzieherischen Umfelds zu vernachlässigen.

Besonders wichtig ist ihr, dass die Entscheidung über die Einnahme von Medikamenten bei den Eltern und dem Kind liegt und nicht von Lehrern beeinflusst werden sollte. Sie plädiert für eine ganzheitliche Behandlung, die Medikamente, falls erforderlich, nur als Ergänzung zu einer individuellen Beratung und Förderung sowie einer Veränderung des erzieherischen Umfelds einsetzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr. Davatz die medikamentöse Behandlung von ADHS/ADS mit Skepsis betrachtet und Medikamente nur als letztes Mittel in Kombination mit anderen Therapieformen empfiehlt. Sie warnt vor den Nebenwirkungen und der Gefahr, dass die Einnahme von Medikamenten die Kreativität der Betroffenen einschränken könnte. Stattdessen plädiert sie für einen respektvollen Umgang mit der Neurodiversität von ADHS/ADS-Betroffenen und die Schaffung eines Umfelds, in dem sie ihre individuellen Stärken entfalten können.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_ADS_Apero.pdf

Häufig eingesetzte Medikamente bei ADHS/ADS

Dr.med. Ursula Davatz erwähnt in ihrem Vortrag verschiedene Medikamente, die häufig bei ADHS/ADS verschrieben werden. Sie betont jedoch, dass Medikamente nur ein Teil der Behandlung sein sollten und immer in Kombination mit Beratung und Veränderung des erzieherischen Umfelds eingesetzt werden sollten.

Amphetamine

Die Medikamente, die am häufigsten bei ADHS/ADS verschrieben werden, gehören zur Gruppe der Amphetamine. Das sind Stimulanzien, die auch als „Weckamine“ bekannt sind. Dr. Davatz weist darauf hin, dass diese Medikamente auch illegal auf der Strasse erhältlich sind, möglicherweise zu höheren Preisen.

Wirkung

Amphetamine bewirken eine Fokussierung der Aufmerksamkeit. Sie helfen den Betroffenen, sich besser auf eine Sache zu konzentrieren und Ablenkungen auszublenden. Dies kann in der Schule von Vorteil sein, da die Kinder durch die Medikamente ihre schulischen Leistungen verbessern können.

Paradoxerweise können Amphetamine auch zu einem besseren Schlaf beitragen. Indem sie die Gedanken „beruhigen“ und die Fokussierung auf einen Punkt lenken, kann das „Gedankenrasen“ verringert werden, das viele ADHS/ADS-Betroffene am Einschlafen hindert.

Beispiele

Dr. Davatz nennt folgende Medikamente als Beispiele für Amphetamine, die bei ADHS/ADS eingesetzt werden:

  • Ritalin
  • Concerta
  • Elvanse

Nebenwirkungen

Dr.med. Ursula Davatz weist darauf hin, dass die Einnahme von Amphetaminen dazu führen kann, dass man sich „etwas gestresst“ fühlt. Ausserdem können die Betroffenen das Gefühl haben, „nicht mehr so sie selbst“ zu sein. Sie verlieren die „breite Aufmerksamkeit“ und die „Aufmerksamkeit nach innen“, also die Fähigkeit, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen.

Entscheidung

Dr. Davatz betont, dass die Entscheidung über die Einnahme von Medikamenten bei den Eltern und dem Kind liegen sollte. Lehrer sollten keinen Einfluss auf die medikamentöse Behandlung haben.

Fazit

Die medikamentöse Behandlung von ADHS/ADS ist ein komplexes Thema. Amphetamine können zwar die Aufmerksamkeit fokussieren und die schulischen Leistungen verbessern, sie haben aber auch Nebenwirkungen und sollten nie als alleinige Behandlung eingesetzt werden.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_ADS_Apero.pdf

Das Missbrauchspotenzial von ADHS/ADS-Medikamenten

Dr.med. Ursula Davatz räumt ein, dass die Medikamente, die zur Behandlung von ADHS/ADS eingesetzt werden, Suchtpotenzial haben. Sie bezeichnet Amphetamine, die oft verschrieben werden, explizit als „Suchtmittel“ und „Uppers“, die auch illegal gehandelt werden.

Gleichzeitig argumentiert sie aber, dass die reguläre Verschreibung von Amphetaminen im Rahmen einer ADHS/ADS-Behandlung das Suchtpotenzial verringern kann.

Dr.med. Ursula Davatz geht auch auf die Ursachen für die erhöhte Suchtanfälligkeit von Menschen mit ADHS/ADS ein:

  • Ungeduld und emotionale Instabilität: ADHS/ADSler sind oft ungeduldig, regen sich schnell auf und haben Schwierigkeiten, mit negativen Emotionen umzugehen. Sie suchen daher nach schnellen Lösungen, um diese Gefühle zu unterdrücken oder zu verändern, was sie anfälliger für Substanzmissbrauch macht.
  • Frustration und geringes Selbstwertgefühl: Häufige Kritik und negative Erfahrungen in der Kindheit und Jugend können bei ADHS/ADSlern zu Frustration und einem geringen Selbstwertgefühl führen. Drogen werden dann als Mittel eingesetzt, um diese negativen Gefühle zu kompensieren und sich besser zu fühlen.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass die Behandlung von Sucht bei ADHS/ADSlern über die reine Entwöhnung von Suchtmitteln hinausgehen muss. Es ist wichtig, den Betroffenen zu helfen:

  • Ihr Leben besser zu gestalten
  • Zufriedenheit zu finden
  • Ihre Persönlichkeit zu entwickeln

Dadurch wird die Notwendigkeit von Suchtmitteln reduziert.

https://ganglion.ch/pdf/nebelspalterinnen_ADHS_ADS_23.9.2024.mp3.pdf

Medikamentenverwendung bei Autisten

Dr.med. Ursula Davatz äussert sich zurückhaltend gegenüber dem Einsatz von Medikamenten bei Autismus. Sie räumt zwar ein, dass in der Psychiatrie Medikamente häufig verwendet werden, sieht aber keinen grossen Nutzen in ihrer Anwendung bei Autisten.

Spezifisch zu SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer):

  • Möglicher Effekt: SSRI könnten Autisten helfen, indem sie eine „dickere Haut“ erzeugen und die Reizempfindlichkeit reduzieren.
  • Subjektive Erfahrungen: Einige Autisten berichten, dass SSRI ihnen helfen, während andere negative Effekte wie ein Gefühl der Abgestumpftheit beschreiben.
  • Keine Veränderung des Gehirns: Dr.med. Ursula Davatz betont, dass SSRI das hochsensible Gehirn von Autisten nicht grundlegend verändern.
  • Verordnung bei Wunsch: Wenn Autisten Medikamente wünschen, um die Reizwahrnehmung zu reduzieren, lehnt Dr.med. Ursula Davatz dies nicht ab.

Grundsätzliche Haltung:

Dr.med. Ursula Davatz setzt generell mehr auf Lernen als auf medikamentöse Behandlung. Sie ist der Meinung, dass Medikamente zwar die Reizempfindlichkeit reduzieren können, aber nicht die zugrundeliegenden Herausforderungen des Autismus angehen.

Fokus auf alternative Ansätze:

Statt auf Medikamente zu setzen, plädiert Dr.med. Ursula Davatz für alternative Ansätze wie die „Marte Meo Methode“, die auf Verständnis, Kommunikation und Anpassung des Umfelds basieren. Sie betont die Bedeutung von emotionaler Neutralität, klaren Strukturen und Geduld im Umgang mit Autisten, um ihnen ein unterstützendes Umfeld zu bieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz den Einsatz von Medikamenten bei Autisten nur in Einzelfällen und auf Wunsch des Betroffenen befürwortet. Sie setzt stattdessen auf ein ganzheitliches Verständnis von Autismus und die Förderung individueller Stärken durch geeignete Lern- und Kommunikationsstrategien.

https://ganglion.ch/pdf/Autismus-Spektrum-Eigenschaft-19.11.2024.m4a.pdf

Medikamente für ADHS/ADS-Kinder

Dr.med. Ursula Davatz erwähnt in ihrem Vortrag verschiedene Medikamente, die häufig bei ADHS/ADS-Kindern eingesetzt werden.

  • Ritalin: Dies ist das bekannteste Medikament und gehört, wie alle anderen gängigen ADHS/ADS-Medikamente, zur Gruppe der Amphetamine, auch bekannt als „Upper“ oder Stimulanzien.
  • Concerta: Concerta ist ein weiteres Medikament, das bei ADHS/ADS verschrieben wird.

Wirkmechanismus:

Diese Medikamente bewirken eine vermehrte Ausschüttung von Dopamin im Gehirn. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei der Fokussierung der Aufmerksamkeit spielt.

Verschiedene Wirkungsdauer:

Es gibt sowohl kurzwirksame als auch langzeitwirksame Medikamente, die den ganzen Tag wirken.

Rebound-Effekt:

Nach der Einnahme von ADHS/ADS-Medikamenten kann es zu einem Rebound-Effekt kommen, bei dem die Symptome nach Abklingen der Medikamentenwirkung verstärkt auftreten.

Verbesserung der Schulnoten:

Studien zeigen, dass die Einnahme von Medikamenten wie Ritalin oder Concerta oft zu einer Verbesserung der Schulnoten um einen Punkt oder mehr führt.

Persönlichkeitsentwicklung:

Dr.med. Ursula Davatz betont jedoch, dass Noten nicht alles sind und die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern im Vordergrund stehen sollte. Einige Patienten berichten, dass sie sich unter Medikamenteneinnahme weniger kreativ und weniger „sich selbst“ fühlen.

Punktuelle Einnahme:

Dr.med. Ursula Davatz weist darauf hin, dass ADHS/ADS-Medikamente nicht unbedingt durchgehend eingenommen werden müssen, sondern auch punktuell, zum Beispiel bei besonderen Anforderungen wie Prüfungen oder dem Ausfüllen der Steuererklärung.

Entscheidung liegt bei den Eltern:

Dr. Davatz betont, dass die Entscheidung über eine medikamentöse Behandlung immer bei den Eltern liegt und sie weder Medikamente verordnet, noch deren Einnahme verbietet. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen und individuell zu entscheiden, was für das Kind am besten ist.

https://ganglion.ch/pdf/Umgang_mit_ADHS-ADS_19.9.2024.m4a.pdf