Die Akzeptanz von ADHS-Eigenschaften als Fundament der Selbsterziehung

Die Akzeptanz der eigenen ADHS-Eigenschaften spielt eine zentrale Rolle bei der Selbsterziehung, wie Dr. med. Ursula Davatz in ihrem Vortrag betont. Sie bildet den Grundstein für ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben mit ADHS.

Anstatt die eigenen ADHS-bedingten Eigenschaften als Schwächen zu bekämpfen, ist es essenziell, sie als Teil des eigenen Persönlichkeitstyps anzuerkennen. Der Kampf gegen den eigenen Neurotyp führt zu Frustration, Energielosigkeit und Selbstzweifeln. Die Akzeptanz hingegen ermöglicht es, die eigenen Stärken und Schwächen realistisch einzuschätzen und die eigenen Ressourcen optimal zu nutzen.

Erst durch die Akzeptanz der eigenen ADHS-Eigenschaften kann man beginnen, sich selbst zu verstehen und zu akzeptieren. Dr. Davatz spricht in diesem Zusammenhang von „Freundschaft mit sich selbst schliessen“. Dieser Prozess der Selbstakzeptanz ist die Grundlage für positive Veränderung.

Die Akzeptanz der eigenen ADHS-Eigenschaften ermöglicht es auch, sich von den Erwartungen und Normen der Gesellschaft zu lösen und den eigenen Weg zu finden. Man muss nicht versuchen, „normal“ zu sein, sondern kann die eigenen Bedürfnisse und den eigenen Rhythmus respektieren.

Die Akzeptanz der eigenen ADHS-Eigenschaften ist kein einmaliger Akt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Es geht darum, sich selbst immer besser kennenzulernen, die eigenen Bedürfnisse zu verstehen und sich selbst mit all seinen Facetten anzunehmen.

Sobald man die eigenen ADHS-Eigenschaften akzeptiert hat, kann man gezielt an den Aspekten arbeiten, die im Alltag Schwierigkeiten bereiten. Man lernt, die eigenen Stärken zu nutzen und die Herausforderungen von ADHS zu meistern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Akzeptanz der eigenen ADHS-Eigenschaften der Schlüssel zur Selbsterziehung ist. Sie befreit von dem Druck, sich anpassen zu müssen, und ermöglicht es, den eigenen Weg zu finden und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

https://ganglion.ch/pdf/selbsterz.m4a.pdf

ADHS-Selbsterziehung: Den eigenen Weg finden

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz, gehen ausführlich auf das Thema der ADHS-Selbsterziehung ein. Es wird deutlich, dass Selbsterziehung für Erwachsene mit ADHS eine zentrale Rolle spielt, um ein erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen.

Akzeptanz als Grundvoraussetzung

Der erste und wichtigste Schritt in der ADHS-Selbsterziehung ist die Akzeptanz der eigenen Neurodiversität. Dr. Davatz betont, dass ADHS keine Krankheit ist, sondern ein Neurotyp, ein Persönlichkeitsmerkmal. Anstatt gegen die eigenen Eigenschaften anzukämpfen, sollten Menschen mit ADHS lernen, diese anzuerkennen und zu akzeptieren.

Von der Anpassung zur Selbstbestimmung

Viele Menschen mit ADHS haben in ihrer Kindheit und Jugend gelernt, sich an die Erwartungen ihrer Umgebung anzupassen. Dies kann dazu führen, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche vernachlässigen. In der ADHS-Selbsterziehung geht es darum, sich von diesen Prägungen zu lösen und den eigenen Weg zu finden.

Selbstreflexion und Hinterfragen von Prägungen

Ein wichtiger Bestandteil der ADHS-Selbsterziehung ist die Selbstreflexion. Menschen mit ADHS sollten sich die Zeit nehmen, ihre eigenen Stärken und Schwächen zu analysieren und zu hinterfragen, welche Prägungen aus ihrer Erziehung und ihrem Umfeld sie übernommen haben.

Freundschaft mit sich selbst schliessen

Dr. Davatz verwendet die Metapher der „Freundschaft mit sich selbst schliessen“. Damit meint sie, dass Menschen mit ADHS lernen sollten, sich selbst mit all ihren Stärken und Schwächen zu akzeptieren und sich selbst zu unterstützen.

Umgang mit Schuldgefühlen

Im Prozess der ADHS-Selbsterziehung können Schuldgefühle auftreten, wenn man sich von den Erwartungen der Umgebung löst. Dr. Davatz betont, dass diese Schuldgefühle normal sind, aber nicht dazu führen sollten, dass man sich selbst aufgibt.

Selbstfürsorge und Selbstzentrierung

ADHS-Selbsterziehung bedeutet auch, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sich selbst zu schützen. Dr. Davatz spricht in diesem Zusammenhang von Selbstfürsorge und Selbstzentrierung. Dies ist kein Egoismus, sondern eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes und glückliches Leben.

Von den „Uneigenschaften“ zu den Stärken

Oft konzentriert man sich bei ADHS auf die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die mit dieser Neurodiversität verbunden sind. Dr. Davatz plädiert dafür, zuerst die eigenen Stärken zu erkennen und zu fördern. Erst wenn man mit sich selbst im Reinen ist, kann man an den „Uneigenschaften“ arbeiten, die im gesellschaftlichen Leben Schwierigkeiten bereiten.

Der Balanceakt zwischen Anpassung und Individualität

Letztendlich geht es in der ADHS-Selbsterziehung um den Balanceakt zwischen Anpassung an die Gesellschaft und dem Leben der eigenen Individualität. Menschen mit ADHS sollten lernen, sich selbst treu zu bleiben und gleichzeitig respektvoll mit ihrer Umgebung zu interagieren.

https://ganglion.ch/pdf/selbsterz.m4a.pdf