Arten von Erwartungshaltungen

Dr. med. Ursula Davatz beschreibt in ihrem Vortrag verschiedene Arten von Erwartungshaltungen, die wir in Beziehungen und Familien haben können:

Enttäuschte Erwartungshaltung:

  • Diese entsteht, wenn wir als Kinder Bedürfnisse hatten, die von unseren Eltern nicht ausreichend erfüllt wurden.
  • Wir tragen dann die Erwartung, dass diese Bedürfnisse von anderen, insbesondere unserem Partner, erfüllt werden.
  • Diese Erwartungshaltung ist oft unbewusst und kann zu Frustration und Konflikten in Beziehungen führen.
  • Davatz nennt das Beispiel von Menschen, die in ihrer Kindheit wenig Zuneigung erfahren haben und deshalb unbewusst von ihrem Partner erwarten, diese Lücke zu füllen.

Positive Erwartungshaltung:

  • Hierbei erwarten wir, dass unsere Bedürfnisse vom Partner erfüllt werden, weil wir es aus unserer Kindheit so gewohnt sind.
  • Beispielsweise könnte jemand, der von seinem Vater stets unterstützt und gelobt wurde, erwarten, dass sein Partner ihm die gleiche Behandlung zukommen lässt.
  • Auch positive Erwartungshaltungen können zu Enttäuschungen führen, wenn der Partner den Erwartungen nicht gerecht wird.

Negative Erwartungshaltung:

  • Diese basiert auf negativen Erfahrungen aus der Kindheit.
  • Beispielsweise könnte jemand, der von seinen Eltern ständig kritisiert wurde, erwarten, dass sein Partner ihn ebenfalls kritisieren wird.
  • Diese Erwartungshaltung kann dazu führen, dass man dem Partner falsche Interpretationen und negative Absichten unterstellt.

Appellatives Jammerverhalten:

  • Dies ist eine spezielle Form der Erwartungshaltung, die auftritt, wenn wir krank sind und Hilfe von anderen, z.B. Ärzten, benötigen.
  • Durch Jammern und Klagen versuchen wir, unsere Bedürfnisse zu befriedigen und die gewünschte Hilfe zu erhalten.
  • Dieses Verhalten kann jedoch dazu führen, dass sich die Helfer überfordert fühlen und sich zurückziehen.

Erwartungshaltung an die Kinder:

  • Eltern haben oft unbewusste Erwartungshaltungen an ihre Kinder.
  • Sie wollen, dass ihre Kinder glücklich und erfolgreich sind und projizieren oft ihre eigenen unerfüllten Wünsche und Träume auf sie.
  • Davatz nennt das Beispiel einer Mutter, die „nur will, dass ihr Kind glücklich ist“, was jedoch eine „schlimmste Erwartungshaltung“ sein kann, da sie dem Kind keinen Raum für eigene Erfahrungen und Entwicklung lässt.

Loyalität zu den Eltern und Erwartungshaltung:

  • Unsere Loyalität zu den Eltern kann unsere Erwartungshaltungen in Beziehungen beeinflussen.
  • Wir haben oft unbewusst die Werte und Regeln unserer Herkunftsfamilie verinnerlicht und erwarten, dass unser Partner sich diesen ebenfalls anpasst.
  • Dies kann zu Konflikten führen, wenn der Partner andere Werte und Verhaltensweisen hat.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass es wichtig ist, sich der eigenen Erwartungshaltungen bewusst zu werden und ihre Ursprünge zu verstehen. Nur so können wir realistische und gesunde Erwartungen an unsere Partner und Kinder stellen.

https://ganglion.ch/pdf/Herkunftsfamilie_Praegung.pdf

Die Bedeutung der Erwartungshaltung in Beziehungen und Familien

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz, unterstreichen die zentrale Bedeutung der Erwartungshaltung in Beziehungen und Familien. Sie zeigt auf, wie unsere Erwartungen, die oft unbewusst aus unseren Erfahrungen in der Herkunftsfamilie stammen, unsere Beziehungen und Interaktionen prägen.

Erwartungshaltung als Folge unerfüllter Bedürfnisse:

Dr. Davatz erklärt, dass Menschen, deren Bedürfnisse in der Kindheit nicht ausreichend erfüllt wurden, dazu neigen, mit einer „enttäuschten Erwartungshaltung“ durchs Leben zu gehen. Sie suchen dann in ihren Beziehungen, insbesondere in der Partnerschaft, nach Kompensation für diese Defizite.

  • Beispielsweise könnte jemand, der in seiner Kindheit wenig Zuneigung erfahren hat, unbewusst von seinem Partner erwarten, diese Lücke zu füllen und ihm die fehlende Liebe und Aufmerksamkeit zu geben.

Weitergabe der Erwartungshaltung an Partner und Kinder:

Diese Erwartungshaltung wird oft unbewusst auf den Partner übertragen. Man erhofft sich, dass der Partner die eigenen Bedürfnisse erfüllt, die in der Kindheit unerfüllt geblieben sind. Dies kann zu Konflikten führen, wenn der Partner die Erwartungen nicht erfüllt oder sich überfordert fühlt.

  • Dr.med. Ursula Davatz beschreibt den „Krieg der Bedürfnisse„, der entstehen kann, wenn beide Partner versuchen, ihre eigenen, oft unerfüllten Bedürfnisse, beim anderen zu befriedigen.

Die Erwartungshaltung kann auch an die eigenen Kinder weitergegeben werden. Eltern projizieren oft ihre eigenen unerfüllten Wünsche und Träume auf ihre Kinder und erwarten von ihnen, dass sie diese erfüllen.

  • Dies kann dazu führen, dass Kinder sich gezwungen fühlen, den Erwartungen der Eltern gerecht zu werden, anstatt ihren eigenen Weg zu gehen. Dr. Davatz nennt das Beispiel einer Mutter, die „nur will, dass ihr Kind glücklich ist„, was jedoch eine schlimmste Erwartungshaltung sein kann, da sie dem Kind keinen Raum für eigene Erfahrungen und Entwicklung lässt.

Auswirkungen der Erwartungshaltung auf die Beziehungsdynamik:

Die Erwartungshaltung spielt eine wichtige Rolle in der Kommunikation und Interaktion mit anderen Menschen. In jeder Kommunikation steckt eine Erwartungshaltung – wir wollen etwas vom anderen. Wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird, kann das zu Frustration, Enttäuschung und Konflikten führen.

  • Dr. Davatz beschreibt das Konzept des „appellativen Jammerverhaltens„, bei dem Menschen versuchen, durch Jammern und Klagen ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Dies kann jedoch dazu führen, dass sich das Gegenüber überfordert und zurückzieht.

Umgang mit der Erwartungshaltung:

Es ist wichtig, sich der eigenen Erwartungshaltung bewusst zu werden und ihre Ursprünge zu verstehen. Oftmals sind unsere Erwartungen unbewusst und stammen aus unserer Kindheit.

  • Indem wir unsere Erwartungen reflektieren, können wir lernen, realistische und gesunde Erwartungen an unsere Partner und Kinder zu stellen.
  • Offene Kommunikation ist der Schlüssel zu einer gesunden Beziehung. Es ist wichtig, mit dem Partner über die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen zu sprechen und gemeinsam Kompromisse zu finden.
  • Die Akzeptanz des Partners, mit all seinen Stärken und Schwächen, ist ebenfalls zentral für eine erfüllte Beziehung.

Loyalität zu den Eltern und die Auswirkungen auf Beziehungen:

Dr.med. Ursula Davatz spricht auch die Loyalität gegenüber den Eltern an und wie diese unsere Beziehungen beeinflussen kann. Wir sind oft unbewusst loyal zu den Werten und Regeln unserer Herkunftsfamilie, auch wenn diese nicht mehr zu unserem heutigen Leben passen.

  • Diese Loyalität kann dazu führen, dass wir uns in unseren Beziehungen in bestimmten Mustern verhalten, die wir von unseren Eltern übernommen haben, auch wenn diese Muster ungesund oder dysfunktional sind.

Zusammenfassung:

Die Erwartungshaltung spielt eine bedeutende Rolle in Beziehungen und Familien. Sie kann zu Konflikten und Enttäuschungen führen, aber auch zu Wachstum und Entwicklung beitragen.

Indem wir unsere Erwartungen reflektieren, offen kommunizieren und lernen, unsere Bedürfnisse auf gesunde Weise zu befriedigen, können wir zu harmonischeren und erfüllteren Beziehungen beitragen.

https://ganglion.ch/pdf/Herkunftsfamilie_Praegung.pdf

Erwartungshaltungen: Ein Erbe der Vergangenheit

Dr. med. Ursula Davatz legt in ihrem Vortrag dar, wie Erwartungshaltungen unser Leben und unsere Beziehungen beeinflussen. Sie entstehen, wenn unsere Bedürfnisse in der Kindheit nicht ausreichend gestillt wurden. Dies führt zu einem Gefühl, dass man noch ein Recht darauf hat, das zu bekommen, was einem eigentlich zusteht.

Die Entstehung von Erwartungshaltungen:

  • Unerfüllte Bedürfnisse: Wenn Kinder nicht die Liebe, Zuneigung, Anerkennung oder Geborgenheit erhalten, die sie brauchen, entwickeln sie Erwartungshaltungen an ihre Umwelt.
  • Perfekte Eltern Illusion: Kinder haben das Recht auf perfekte Eltern, die alle ihre Bedürfnisse erfüllen. In der Realität ist dies jedoch nicht möglich, was zu Enttäuschungen führt.
  • Übertragung ins Erwachsenenalter: Die entstandenen Erwartungshaltungen werden ins Erwachsenenleben mitgenommen und zuerst an den Partner und dann möglicherweise an die eigenen Kinder weitergegeben.

Die Auswirkungen von Erwartungshaltungen:

  • Kommunikation mit Erwartung: Jede Kommunikation beinhaltet bereits eine Erwartungshaltung, da man etwas vom Gegenüber möchte.
  • Emotionen als Werkzeug: Um ihre Erwartungen zu erfüllen, versuchen Menschen, beim Gegenüber durch Emotionen das gewünschte Verhalten auszulösen.
  • Enttäuschte Erwartung und Eskalation: Wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, werden die Emotionen verstärkt, was zu Konflikten und Spannungen führen kann.
  • Krankheit als Folge: Enttäuschte Erwartungshaltungen können sich sowohl auf die psychische als auch auf die physische Gesundheit auswirken und zu psychosomatischen und sogar körperlichen Krankheiten führen.
  • „Krieg der Bedürfnisse“: In Beziehungen prallen oft die unterschiedlichen Erwartungshaltungen der Partner aufeinander. Jeder versucht, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, was zu einem Machtkampf führen kann.
  • Wiederholungsdynamik: Wenn Erwartungshaltungen immer wieder enttäuscht werden, kann dies zu einer Wiederholungsdynamik führen, in der man immer wieder Partner sucht, die die gleichen unerfüllten Bedürfnisse bedienen sollen.
  • Positive und negative Erwartungshaltungen: Erwartungshaltungen können sowohl positiv als auch negativ sein. Man kann erwarten, dass alle Wünsche erfüllt werden, oder man kann negative Erfahrungen aus der Vergangenheit erwarten.

Die Rolle der Eltern:

  • Elterliche Erwartungshaltungen: Auch Eltern haben Erwartungshaltungen an ihre Kinder, die oft unbewusst weitergegeben werden.
  • Glück als Erwartung: Der Wunsch, dass das Kind glücklich sein soll, kann eine schädliche Erwartungshaltung sein, da sie dem Kind die Möglichkeit nimmt, eigene Erfahrungen zu machen und auch negative Emotionen zu erleben.
  • Unerfüllte Träume: Eltern projizieren oft ihre eigenen unerfüllten Träume und Wünsche auf ihre Kinder und erwarten von ihnen, dass sie diese erfüllen.
  • Loyalitätskonflikte: Kinder wollen ihre Eltern glücklich machen und versuchen daher, deren Erwartungen zu erfüllen. Dies kann jedoch zu Konflikten führen, wenn die Erwartungen der Eltern nicht mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen übereinstimmen.

Der Umgang mit Erwartungshaltungen:

  • Reflektion und Erkenntnis: Um negative Auswirkungen von Erwartungshaltungen zu vermeiden, ist es wichtig, die eigenen Erwartungen zu erkennen und zu reflektieren.
  • Authentizität und Abgrenzung: Es ist wichtig, authentisch zu sein und die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren, anstatt zu versuchen, die Erwartungen anderer zu erfüllen.
  • Loslösung von alten Mustern: Man muss lernen, sich von alten Mustern und Loyalitätskonflikten zu lösen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
  • Selbstwertgefühl stärken: Der Schlüssel zum Umgang mit Erwartungshaltungen liegt darin, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und sich selbst Anerkennung zu geben, anstatt diese von anderen zu erwarten.
  • Professionelle Hilfe: Bei Schwierigkeiten im Umgang mit Erwartungshaltungen kann professionelle Unterstützung hilfreich sein, um neue Perspektiven zu gewinnen und negative Muster zu durchbrechen.

Schlussfolgerung:

Erwartungshaltungen sind ein komplexes Thema, das unser Leben und unsere Beziehungen massgeblich prägen kann. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Erwartungen und die Bereitschaft zur Veränderung sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem selbstbestimmten und erfüllten Leben.

https://ganglion.ch/pdf/Herkunftsfamilie_Praegung.pdf

Einfluss der Erwartungshaltung der Eltern auf die Kindesentwicklung

Der Vortrag von Dr.med. Ursula Davatz beleuchtet den starken Einfluss der Erwartungshaltung der Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder.

Negative Auswirkungen hoher Erwartungshaltungen:

  • Hohe Erwartungshaltungen, die nicht erfüllt werden, können Druck auf das Kind ausüben und sein Wohlbefinden beeinträchtigen. Je stärker dieser Druck ist, desto schwieriger wird es für das Kind.
  • Enttäuschte Erwartungshaltungen der Eltern, z.B. in Bezug auf das Geschlecht des Kindes, können dem Kind ein Leben lang vorgehalten werden und die Beziehung belasten.
  • Kinder, auf die viele Erwartungen projiziert werden, können sich eingeschränkt und belastet fühlen.
  • „Überfokussierte Kinder“, die z.B. nach langer Kinderlosigkeit oder dem Tod eines Geschwisters geboren werden, erleben oft einen besonders hohen Erwartungsdruck. Sie müssen die Funktion übernehmen, alle aufzuheitern, und können dadurch überfordert werden.

Beispiele aus den Quellen:

  • Eine Mutter, die sieben Jahre lang auf ein Kind gewartet und sich ein Idealbild aufgebaut hatte, war nach der Geburt enttäuscht und unglücklich. Ihr Sohn spürte diesen Druck und musste ihre unerfüllten Erwartungen kompensieren.
  • Eine Mutter, die sich ein Mädchen gewünscht hatte, konnte die Geburt ihres Sohnes emotional nur schwer akzeptieren. Dies führte zu Schwierigkeiten in der Mutter-Sohn-Beziehung.

Positive Aspekte von Erwartungshaltungen:

  • Erwartungshaltungen sind nicht per se negativ. Sie können auch motivierend und förderlich für die Entwicklung des Kindes sein.
  • Wichtig ist, dass die Erwartungen der Eltern realistisch und altersgemäss sind und dass sie dem Kind genügend Freiraum für seine eigene Entwicklung lassen.

Empfehlungen für Eltern und Mütterberaterinnen:

  • Hinterfragen Sie Ihre eigenen Erwartungshaltungen und überlegen Sie, woher diese stammen.
  • Reflektieren Sie über den Druck, den Sie möglicherweise auf Ihr Kind ausüben.
  • Versuchen Sie, Ihr Kind so anzunehmen, wie es ist, und unterstützen Sie es in seiner individuellen Entwicklung.
  • Schaffen Sie ein stabiles und liebevolles Umfeld, in dem sich Ihr Kind frei entfalten kann.
  • Mütterberaterinnen können Eltern dabei helfen, ihre eigenen Erwartungen zu reflektieren und einen gesunden Umgang mit den Bedürfnissen ihres Kindes zu finden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Erwartungshaltung der Eltern hat einen starken Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder. Zu hohe oder unerfüllte Erwartungen können negative Folgen haben, während realistische und altersgemässe Erwartungen förderlich sein können. Es ist wichtig, dass Eltern ihre eigenen Erwartungen reflektieren und ihr Kind in seiner Individualität unterstützen.

https://ganglion.ch/pdf/muetterberaterinnen_Teil_eins_5.5.2014.pdf

Der Einfluss von Erwartungshaltungen auf die Entwicklung von Kindern, die nach langer Zeit oder vielen Versuchen geboren werden

Die Ausführungen von Dr.med. Ursula Davatz, betonen den starken Einfluss der Erwartungshaltung des Umfelds auf die Entwicklung eines Kindes. Dieser Einfluss ist besonders ausgeprägt, wenn ein Kind nach langer Zeit des Wartens oder nach mehreren erfolglosen Versuchen (z.B. durch künstliche Befruchtung) endlich geboren wird. Solche Kinder werden in den Quellen als „überfokussierte Kinder“ bezeichnet.

Gründe für die Überfokussierung:

  • Lange Wartezeit und emotionale Investition: Die Eltern haben in der Zeit des Wartens und der Versuche viel emotionale Energie investiert und sich ein Idealbild des Kindes aufgebaut.
  • Druck, alle glücklich zu machen: Das Kind spürt den Druck, die Erwartungen der Eltern zu erfüllen und die Enttäuschung und den Schmerz der Vergangenheit zu kompensieren. Es kann das Gefühl entstehen, dass das Kind die Funktion hat, alle glücklich zu machen.
  • Angst vor erneutem Verlust: Die Eltern könnten unbewusst Angst haben, das Kind wieder zu verlieren, und es deshalb überbehüten und kontrollieren.
  • Perfektionismus und Leistungsdruck: Die Eltern könnten dazu neigen, perfektionistisch zu sein und hohe Erwartungen an die Leistung des Kindes zu stellen.

Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung:

  • Erschwerte emotionale Entwicklung: Der ständige Druck und die hohen Erwartungen können die emotionale Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.
  • Angst und Unsicherheit: Das Kind könnte ängstlich und unsicher werden, weil es die hohen Erwartungen der Eltern nicht erfüllen kann.
  • Entwicklung von Symptomen: In einigen Fällen kann der Druck zu psychosomatischen Symptomen wie z.B. Schlafstörungen, Bauchschmerzen oder chronischem Husten führen.
  • Probleme in der Pubertät: Die Probleme könnten sich in der Pubertät verstärken, wenn das Kind versucht, sich abzulösen und seine eigene Identität zu entwickeln.
  • Auswirkungen auf die Mutter: Der Druck, eine perfekte Mutter zu sein, kann die Mutter überfordern und zu psychischen Belastungen führen.

Positive Aspekte:

  • Starke Bindung: Die intensive Fokussierung auf das Kind kann auch zu einer starken Bindung zwischen Eltern und Kind führen.
  • Resilienz: Manche Kinder sind resilient genug, um mit dem Druck umzugehen und sich positiv zu entwickeln.

Interventionen:

  • Reflexion der eigenen Erwartungshaltung: Die Eltern sollten sich ihrer eigenen Erwartungshaltung bewusst werden und diese kritisch hinterfragen.
  • Entlastung des Kindes: Die Eltern sollten versuchen, das Kind von dem Druck zu entlasten und ihm genügend Freiraum für seine eigene Entwicklung geben.
  • Stärkung der Mutter: Die Mutter sollte Unterstützung und Entlastung erhalten, um mit dem Druck und den eigenen Ansprüchen umgehen zu können.
  • Einbezug des Vaters: Der Vater sollte aktiv in die Betreuung des Kindes einbezogen werden und die Mutter unterstützen.
  • Professionelle Hilfe: Bei anhaltenden Problemen kann professionelle Hilfe von Familientherapeuten oder Psychologen in Anspruch genommen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Erwartungshaltung der Umgebung einen starken Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes hat, das nach langer Zeit oder vielen Versuchen geboren wird. Die Eltern sollten sich ihrer eigenen Erwartungshaltung bewusst sein und versuchen, dem Kind ein möglichst unbeschwertes und liebevolles Umfeld zu bieten.

https://ganglion.ch/pdf/muetterberaterinnen_Teil_eins_5.5.2014.pdf

Wie unsere Herkunftsfamilie uns prägt

Freitag, 8. Oktober 19.00 Uhr 2021, Karussell Familienzentrum Region Baden

Eine enttäuschte Erwartungshaltung an unser Gegenüber ist eines der grössten und oft schwer verdaubaren emotionalen Probleme, sei dies gegenüber unserer Partnerin, unserem Partner oder auch gegenüber unseren Kindern.

Laut Ivan Boszormenyi-Nagy entsteht aus dieser Haltung der Anspruchsberechtigung eine innere Kampfhaltung, welche zu seelischen Verwerfungen und Krankheitssymptomen auf psychischer wie auf körperlicher Ebene führt.

Diese Erwartungshaltungen rühren stets aus der eigenen Biografie und sind meist unbewusst. Daher gilt es diese Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und sich davon zu lösen.

Nur wer «loslässt», hat den Kopf frei für eine neue Entwicklung.

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