Dr.med. Ursula Davatz geht in ihrem Vortrag darauf ein, dass sich ADHS-Ausprägungen bei Jungen und Mädchen unterscheiden können. Sie erklärt, dass bei Jungen ADHS eher sichtbar wird, da sie dazu neigen, aggressiv zu reagieren und dieses Verhalten deutlicher erkennbar ist. Jungen mit ADS erhalten hingegen oft die Diagnose Autismus.
Mädchen mit ADHS neigen eher dazu, sich anzupassen und zurückzuziehen, was dazu führt, dass ADS bei ihnen häufiger diagnostiziert wird. Dr. Davatz weist darauf hin, dass Mädchen, die ADHS haben und sich nicht ausleben können, in der Pubertät vermehrt Depressionen, Zwangsstörungen oder Persönlichkeitsstörungen wie Bulimie entwickeln. Sie erklärt dies damit, dass Mädchen weniger Testosteron haben und daher nicht so aggressiv reagieren können wie Jungen. Stattdessen regulieren sie ihre Emotionen durch Suchtverhalten oder entwickeln Borderline-Persönlichkeiten.
Dr.med. Ursula Davatz räumt jedoch ein, dass sie sich nicht sicher ist, ob ADHS und ADS genetisch wirklich unterschiedlich sind, da dies in Genstudien nicht untersucht wurde.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ADHS bei Jungen eher durch aggressives Verhalten und bei Mädchen durch Rückzug und internalisierte Probleme wie Depressionen zum Ausdruck kommt. Es ist wichtig zu beachten, dass dies nur allgemeine Tendenzen sind und es natürlich auch Mädchen mit aggressiven Verhaltensweisen und Jungen mit internalisierten Problemen gibt.
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