Trauma-Folgen: Ein Blick auf die Auswirkungen von Traumata

Die Quellen, insbesondere die Ausführungen von Dr.med. Ursula Davatz, konzentrieren sich zwar nicht explizit auf die Folgen von Traumata, bieten aber dennoch wertvolle Einblicke in die Auswirkungen von belastenden Erfahrungen auf die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Trauma und Stressreaktionen:

Dr.med. Davatz beschreibt, dass Menschen unter Stress mit drei grundlegenden Verhaltensmustern reagieren: Kampf, Flucht und Todstellreflex. Diese Reaktionen sind in der Tierwelt zu beobachten und lassen sich auch auf den Menschen übertragen. Sie dienen dem Überleben in bedrohlichen Situationen.

Trauma als Auslöser von Stressreaktionen:

Traumatische Erlebnisse stellen extreme Stresssituationen dar, die diese primitiven Verhaltensmuster aktivieren können. Je nach Art des Traumas und den individuellen Ressourcen des Betroffenen können diese Reaktionen langfristige Folgen haben und sich in verschiedenen Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten äußern.

Aggression als Traumafolge:

Aggressives Verhalten kann als eine Form des Kampfes interpretiert werden. Traumatisierte Kinder und Jugendliche, die in ihrer Vergangenheit Gewalt erlebt haben, können mit Aggression reagieren, wenn sie sich bedroht oder überfordert fühlen. Dr. Davatz betont jedoch, dass Aggression niemals als isoliertes Symptom betrachtet werden sollte, sondern immer im Kontext der Lebensgeschichte des Kindes verstanden werden muss.

Rückzug und Vermeidung:

Flucht kann sich in Form von Rückzug und Vermeidung äußern. Traumatisierte Kinder und Jugendliche können soziale Kontakte meiden, sich in sich selbst zurückziehen und versuchen, Situationen zu vermeiden, die an das Trauma erinnern.

Todstellreflex und Dissoziation:

Der Todstellreflex ist eine extreme Form der Stressreaktion, bei der der Körper in eine Art Starre verfällt. Beim Menschen kann sich dies in Form von Dissoziation äußern, einem Zustand, bei dem die Betroffenen sich von ihren Gefühlen und Körperempfindungen abspalten.

Scheinwelt als Bewältigungsstrategie:

In den Quellen wird die Bedeutung der Scheinwelt als Bewältigungsstrategie für belastende Erfahrungen thematisiert. Dr. Davatz beschreibt das Beispiel eines Mädchens, das durch Lügen und Fantasien versucht, mit ihrer schwierigen Realität umzugehen. Diese Scheinwelt kann kurzfristig Schutz und Trost bieten, langfristig jedoch die Integration in die Realität erschweren.

Bedeutung des Umfelds:

Die Quellen betonen die entscheidende Rolle des Umfelds bei der Bewältigung von traumatischen Erfahrungen. Ein unterstützendes Umfeld, das Sicherheit, Geborgenheit und Verständnis bietet, kann traumatisierten Kindern und Jugendlichen helfen, die Folgen des Traumas zu verarbeiten und sich gesund zu entwickeln.

Trauma-Sensibilität:

Im Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, trauma-sensibel zu handeln. Das bedeutet, die individuellen Bedürfnisse und Grenzen des Betroffenen zu respektieren, auf Trigger zu achten und einfühlsam auf Stressreaktionen zu reagieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Folgen von Traumata vielfältig und individuell unterschiedlich sind. Die in den Quellen beschriebenen Stressreaktionen können als mögliche Folgen von Traumata interpretiert werden. Ein unterstützendes Umfeld und trauma-sensibles Handeln sind entscheidend, um Betroffenen zu helfen, die Folgen des Traumas zu bewältigen und ein erfülltes Leben zu führen.

https://ganglion.ch/pdf/krankheiten_herkunftsfamilie.pdf

Körperliche Auswirkungen von Kränkungen

Dr.med. Ursula Davatz beschreibt in ihrem Vortrag verschiedene körperliche Auswirkungen, die im Zusammenhang mit Kränkungen auftreten können. Sie erklärt diese anhand ihres Modells des dreieinigen Gehirns, welches besagt, dass Kränkungen zunächst im limbischen System, dem emotionalen Zentrum des Gehirns, verarbeitet werden und dort eine Dysbalance hervorrufen.

Werden die dabei entstehenden Emotionen nicht bewusst wahrgenommen und verarbeitet, können sie ins Stammhirn, welches für die Steuerung der vegetativen Funktionen zuständig ist, abgedrängt werden.

Dies kann zu folgenden körperlichen Symptomen und Krankheiten führen:

  • Gallensteine: Dr. Davatz sieht einen direkten Zusammenhang zwischen chronischer Verbitterung, also unterdrückter Wut, und der Entstehung von Gallensteinen. Sie erklärt, dass die Galle eigentlich emotionale Konflikte „verdauen“ sollte, dies aber nicht im Bauch, sondern im Kopf geschieht. Die ständige Ausschüttung von Galle ohne körperliche Verdauungsarbeit führt zur Bildung von Gallensteinen.
  • Verspannungen im Muskel-Skelett-System: Unausgedrückte Wut, die näher an der Handlung liegt und nicht so tief unterdrückt wird wie bei der Verbitterung, kann sich in Muskelverspannungen äußern.
  • Hoher Blutdruck: Dr. Davatz erwähnt, dass hoher Blutdruck bei Menschen entstehen kann, die ehrgeizig sind, aber immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Die genaue emotionale Konstitution bei hohem Blutdruck muss jedoch fallweise untersucht werden.
  • Hirnschlag: Auch bei einem Hirnschlag kann unterdrückte Wut, die nicht so stark unterdrückt wird wie bei Gallensteinen, eine Rolle spielen.
  • Schwächung des Immunsystems: Das limbische System ist mit der Hypophyse verbunden, die wiederum das Hormonsystem steuert. Chronischer Stress und die damit verbundene Dysbalance im limbischen System können das Hormonsystem und das Immunsystem schwächen und zu verschiedenen körperlichen Erkrankungen führen.
  • Erschöpfung der Nebennierenrinde: Die dauerhafte Ausschüttung von Stresshormonen wie Kortison kann zu einer Erschöpfung der Nebennierenrinde führen und die körperliche Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen.

Dr. Davatz betont, dass die Art der körperlichen Reaktion auf eine Kränkung von der individuellen Prägung und den genetischen Veranlagungen eines Menschen abhängt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr. Davatz einen klaren Zusammenhang zwischen unterdrückten Emotionen, insbesondere Wut, und der Entstehung von körperlichen Beschwerden und Krankheiten sieht. Sie plädiert dafür, Kränkungen und die damit verbundenen Emotionen bewusst wahrzunehmen und zu verarbeiten, um negative Folgen für die körperliche Gesundheit zu vermeiden.

https://ganglion.ch/pdf/Kraenkung_Verbitterung.pdf