Dr.med. Ursula Davatz erläutert in ihrem Vortrag den engen Zusammenhang zwischen Narzissmus und der Entwicklung der persönlichen Identität. Sie argumentiert, dass narzisstische Persönlichkeitsstörungen oft das Resultat von Störungen in der Identitätsfindung sind.
Narzissmus als Folge von gestörter Identitätsfindung
Dr. Davatz betont, dass die Identitätsfindung ein lebenslanger Prozess ist, der in der Pubertät beginnt und sich stetig fortsetzt. Eine gesunde Identitätsentwicklung erfordert Freude an sich selbst, was auch mit dem ursprünglichen, positiven Verständnis von Narzissmus verbunden ist.
Probleme entstehen, wenn die Identitätsfindung gestört wird. Dies kann durch verschiedene Faktoren geschehen, wie z.B.:
Mangelnde Anerkennung und Akzeptanz in der Kindheit: Wenn Kinder nicht die notwendige Unterstützung und Bestätigung von ihren Eltern und ihrem Umfeld erhalten, kann dies zu einem Mangelgefühl führen. Diese Menschen suchen dann im späteren Leben oft übermässig nach Anerkennung, um dieses Defizit zu kompensieren.
Überbehütung und Verwöhnung: Auch ein Übermass an Lob und Anerkennung kann die Identitätsfindung stören. Wenn Kinder nicht lernen, mit Frustrationen und Herausforderungen umzugehen, werden sie später im Leben schnell gekränkt und reagieren unangemessen.
Unerfüllte Erwartungen der Eltern: Wenn Eltern unrealistische Erwartungen an ihre Kinder stellen, die nicht mit deren Talenten und Interessen übereinstimmen, kann dies die Identitätsentwicklung behindern. Die Kinder fühlen sich unter Druck gesetzt und können ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht frei entfalten.
Narzisstische Persönlichkeitsstörung und ihre Auswirkungen
Die gestörte Identitätsfindung kann zur Entwicklung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung führen. Menschen mit dieser Störung zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
Selbstbezogenheit: Sie stellen ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle in den Mittelpunkt und haben wenig Empathie für andere.
Kränkbarkeit: Sie sind äusserst sensibel und fühlen sich schnell verletzt, was zu aggressiven Reaktionen oder Rückzug führen kann.
Kritikunfähigkeit: Sie können Kritik nur schwer ertragen und reagieren oft mit Abwehr oder Verleugnung.
Bedürfnis nach Anerkennung: Sie haben ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung und Bestätigung, was für ihr Umfeld anstrengend sein kann.
Anspruchshaltung: Sie haben oft das Gefühl, dass ihnen etwas zusteht, was sie in der Kindheit nicht erhalten haben, und erwarten von anderen, diese Bedürfnisse zu erfüllen.
Umgang mit narzisstischen Personen
Der Umgang mit narzisstischen Personen kann herausfordernd sein. Dr. Davatz gibt folgende Ratschläge:
Sorgfältige Kommunikation: Achten Sie auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang, um unnötige Verletzungen zu vermeiden.
Wahrnehmen und Validieren von Verletzungen: Nehmen Sie die Verletzungen des Gegenübers ernst und zeigen Sie Verständnis, ohne ihn zu verhätscheln.
Konfliktlösung: Helfen Sie der Person, ihre Gefühle in Worte zu fassen und konstruktive Lösungen für Konflikte zu finden.
Fehlerkultur: Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Fehler als Lernchance gesehen werden und offen darüber gesprochen werden kann.
Die Bedeutung der Identitätsfindung
Dr. Davatz betont, dass die Identitätsfindung ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung ist. Sie ist eng mit der Berufsfindung verbunden, da der Beruf in unserer Gesellschaft einen zentralen Stellenwert einnimmt und massgeblich zur Identitätsstiftung beiträgt.
Die Unterstützung junger Menschen bei der Berufsfindung ist daher von grosser Bedeutung. Durch die Entdeckung ihrer Talente und Interessen und die Wahl eines passenden Berufs können sie ihre Identität festigen und ein selbstbestimmtes Leben führen.
Narzissmus überwinden
Dr. Davatz ist überzeugt, dass Menschen auch von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung loskommen können. Dies erfordert jedoch Geduld, Unterstützung und die Bereitschaft zur Veränderung.
Zentrale Elemente für die Überwindung des Narzissmus sind:
Positive Erfahrungen: Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen müssen positive Erfahrungen machen, in denen sie wertschätzt und anerkannt werden.
Lernen und Entwicklung: Es ist wichtig, dass sie die Möglichkeit haben, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
Begleitung: Ein unterstützendes Umfeld mit geduldigen und verständnisvollen Menschen ist essenziell.
Anstatt den Narzissmus zu bekämpfen, sollte man die Identitätsfindung der betroffenen Person fördern. Wenn die Identitätsentwicklung positiv verläuft, kann der Narzissmus allmählich zurückgehen.
ADHS/ADS und Narzissmus
Dr.med. Ursula Davatz sieht einen Zusammenhang zwischen ADHS/ADS und der Entwicklung von Narzissmus. Menschen mit ADHS/ADS sind oft sehr sensibel und reagieren entweder mit Aggression oder Rückzug auf Kränkungen. Diese Eigenschaften können die Entwicklung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung begünstigen.
Dr.med. Ursula Davatz vertritt die Ansicht, dass ADHS/ADS die Grundkonstellation darstellt und die narzisstische Persönlichkeitsstörung durch die Interaktion mit einem ungünstigen Umfeld entsteht.
Dr.med. Ursula Davatz, eine erfahrene Psychiaterin, liefert in ihrem Vortrag wertvolle Erkenntnisse über die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und den Umgang mit betroffenen Personen. Sie betont die genetische Verwandtschaft zwischen ASS, Schizophrenie, bipolarer Störung, schwerer Depression und ADHS/ADS und verweist auf Studien, die einen gemeinsamen veränderten Genlocus bei diesen Erkrankungen zeigen.
Besonderheiten von Autisten:
Soziale Zurückgezogenheit: Autisten sind häufig sozial zurückgezogen und es kann schwierig sein, an sie heranzukommen. Im Extremfall bricht die Kommunikation komplett ab. Dies ist vergleichbar mit dem Verhalten von Schizophrenen, die sich ebenfalls zurückziehen können. Der Extremzustand bei Schizophrenie ist die Katatonie, bei der Betroffene zwar noch wahrnehmen, aber handlungsunfähig sind.
Fehlende Empathie?: Es wird oft behauptet, dass Autisten keine Empathie haben. Dr. Davatz widerspricht dieser Annahme und erklärt, dass Autisten sehr wohl Empathie empfinden. Allerdings können sie aufgrund von Schwierigkeiten bei der Gesichtserkennung (Agnosie) und Scheuheit die Mimik ihres Gegenübers nicht richtig deuten. Blickkontakt wird von Autisten oft als Bedrohung empfunden, was zu weiterem Rückzug führt.
Hypersensitivität: Autisten sind hypersensibel und reagieren empfindlich auf Reize aus ihrer Umwelt.
Bedürfnis nach Struktur: Sie brauchen klare Strukturen und Routinen, um sich sicher zu fühlen. Änderungen können zu Verunsicherung und starken emotionalen Reaktionen, bis hin zu Wutausbrüchen, führen.
Störungen im Spracherwerb: Manche Autisten haben Schwierigkeiten mit dem Spracherwerb und sind nicht so gut im Formulieren. Dies kann dazu führen, dass sie weniger kommunizieren, da sie unsicher sind, ob sie sich richtig ausdrücken können.
Hyperverbale Bezugspersonen: Oft haben Autisten in ihrem Umfeld Personen, die übermässig viel für sie sprechen, was dazu führt, dass der Autist selbst noch weniger spricht.
Genetische Veranlagung und gesellschaftliche Einflüsse:
Obwohl die Gene sich nicht vermehrt haben, wird die Diagnose ASS heute häufiger gestellt. Dr. Davatz führt dies auf ungünstige gesellschaftliche Entwicklungen zurück. Die zunehmende Beschleunigung und der Fokus auf Effizienz und Leistung in der Gesellschaft lassen weniger Zeit für einen sensiblen Umgang mit Autisten.
Umgang mit Autisten:
Teilnehmende Beobachtung: Dr. Davatz empfiehlt die „teilnehmende Beobachtung“ als wichtigen Ansatz im Umgang mit Autisten. Anstatt den Autisten passiv zu beobachten, sollte man in Beziehung zu ihm treten, ohne ihn zu überfordern. Durch aufmerksame Beobachtung und Interaktion kann man seine Bedürfnisse und Signale besser verstehen.
Low Arousal State: Im Umgang mit Autisten ist es wichtig, selbst ruhig und gelassen zu sein. Aufgeregte oder ungeduldige Kommunikation kann den Autisten zusätzlich stressen.
Authentizität: Autisten spüren Unehrlichkeit. Authentisches Verhalten und ein ehrlicher Ausdruck der eigenen Emotionen schaffen Vertrauen.
Kooperation statt Gehorsam: Anstatt Befehle zu erteilen, sollte man Autisten zur Kooperation einladen.
Geduld: Autisten brauchen oft mehr Zeit, um Informationen zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Geduld ist daher essentiell.
Worst-Case-Szenario erfragen: Um Ängste und Blockaden zu verstehen, kann es hilfreich sein, den Autisten nach seinem „Worst-Case-Szenario“ zu fragen.
Berufliche Integration:
Die berufliche Integration von Autisten ist eine Herausforderung.
Dr.med. Ursula Davatz‘ Empfehlungen:
Talente erkennen: Man sollte die Talente und Begabungen des Autisten erkennen und fördern.
Passendes Arbeitsumfeld: Das Arbeitsumfeld sollte den Bedürfnissen des Autisten entsprechen und ihm Sicherheit und Struktur bieten.
Beziehungsaufbau: Eine vertrauensvolle Beziehung zu den Arbeitskollegen ist essentiell.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Autisten besondere Bedürfnisse und Herausforderungen haben. Ein respektvoller, geduldiger und einfühlsamer Umgang, der ihre Individualität und Stärken berücksichtigt, ist entscheidend, um ihnen ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben zu ermöglichen.
Dr.med. Ursula Davatz, eine erfahrene Psychiaterin für Erwachsene mit langjähriger Erfahrung in der Adoleszentenpsychiatrie, beleuchtet in ihrem Vortrag verschiedene Aspekte des Umgangs mit Autisten. Ihre Ausführungen betonen die Bedeutung von Ververständnis, Geduld und einem respektvollen Umgang, um Autisten in ihrer Entwicklung und Integration zu unterstützen.
Zentrale Herausforderungen im Umgang mit Autisten:
Soziale Zurückgezogenheit und Kommunikationsschwierigkeiten: Autisten zeichnen sich häufig durch soziale Zurückgezogenheit und Schwierigkeiten in der Kommunikation aus. Im Extremfall kann die Kommunikation sogar vollständig abbrechen. Dies kann für das Umfeld sehr frustrierend sein und zu Missverständnissen und Konflikten führen.
Hypersensitivität und Überforderung: Autisten sind oft hypersensibel und reagieren empfindlich auf Reize aus ihrer Umwelt. Alltagsgeräusche, Lichtverhältnisse, Berührungen oder soziale Interaktionen können schnell zu einer Überforderung führen. In solchen Situationen ziehen sich Autisten oft zurück oder reagieren mit Abwehrverhalten.
Bedürfnis nach Struktur und Sicherheit: Autisten benötigen klare Strukturen und Routinen, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Veränderungen im Alltag oder unvorhergesehene Ereignisse können zu Verunsicherung und starken emotionalen Reaktionen führen.
Grundprinzipien für einen gelungenen Umgang mit Autisten:
Teilnehmende Beobachtung: Anstatt Autisten passiv zu beobachten, plädiert Dr. Davatz für eine teilnehmende Beobachtung, bei der man in Beziehung zum Autisten tritt, ohne ihn zu überfordern. Durch aufmerksame Beobachtung und Interaktion kann man die Bedürfnisse und Signale des Autisten besser verstehen.
Kommunikation im „Low Arousal State“: Im Umgang mit Autisten ist es wichtig, selbst ruhig und gelassen zu bleiben. Aufgeregte, nervöse oder ungeduldige Kommunikation kann den Autisten zusätzlich stressen und die Situation verschärfen.
Authentizität und Ehrlichkeit: Autisten spüren Unehrlichkeit und Vortäuschung. Authentisches Verhalten und ehrlicher Ausdruck der eigenen Emotionen schaffen Vertrauen und ermöglichen eine offene Kommunikation.
Kooperation statt Gehorsam: Anstatt Befehle zu erteilen, sollte man Autisten zur Kooperation auffordern. Formulierungen wie „Könntest du mir vielleicht dabei helfen?“ oder „Was können wir zusammen machen?“ fördern die Eigeninitiative und das Selbstwertgefühl des Autisten.
Geduld und Zeit: Autisten brauchen oft mehr Zeit, um Informationen zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Ungeduld und Zeitdruck führen zu Stress und Überforderung.
Konkrete Strategien im Umgang mit Autisten:
Positive Verstärkung: Lob und Anerkennung für kleine Fortschritte motivieren Autisten und stärken ihr Selbstvertrauen.
Relativierung von Fehlern: Autisten haben oft Angst vor Fehlern und Versagen. Es ist wichtig, Fehler zu relativieren und dem Autisten zu vermitteln, dass Fehler zum Lernprozess gehören.
Worst-Case-Szenario erfragen: Wenn ein Autist sich verweigert oder ängstlich ist, kann es hilfreich sein, ihn nach seinem „Worst-Case-Szenario“ zu fragen. Dadurch werden die Ängste und Befürchtungen des Autisten bewusst und können besprochen werden.
Gedanken und Gefühle verbalisieren: Autisten haben oft Schwierigkeiten, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Durch das Verbalisieren der eigenen Gedanken und Gefühle kann man dem Autisten helfen, seine inneren Prozesse besser zu verstehen und zu kommunizieren.
Alternative Kommunikationsformen: Neben der verbalen Kommunikation können auch alternative Kommunikationsformen wie Musik, Zeichnen oder Bewegung eingesetzt werden.
Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse: Jeder Autist ist anders. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Talente des Autisten zu erkennen und zu fördern.
Bedeutung der Beziehung:
Dr. Davatz betont immer wieder die entscheidende Rolle der Beziehung im Umgang mit Autisten. Vertrauen und Sicherheit in der Beziehung sind die Grundlage für eine gelungene Kommunikation und Förderung. Ohne eine tragfähige Beziehung sind alle anderen Bemühungen im Umgang mit Autisten zum Scheitern verurteilt.
Integration in die Arbeitswelt:
Die Integration von Autisten in die Arbeitswelt ist eine besondere Herausforderung. Hier sind Flexibilität und Verständnis seitens der Arbeitgeber und Arbeitskollegen gefragt.
Dr.med. Ursula Davatz‘ Empfehlungen zur beruflichen Integration:
Fokus auf die Talente und Begabungen des Autisten: Anstatt Autisten in vorgefertigte Arbeitsstrukturen zu zwängen, sollte man ihre individuellen Talente und Begabungen erkennen und fördern.
Sorgfältige Auswahl des Arbeitsumfelds: Das Arbeitsumfeld sollte den Bedürfnissen des Autisten entsprechen und ihm Sicherheit und Struktur bieten. Die Arbeitskollegen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Beziehungsaufbau und Unterstützung: Eine vertrauensvolle Beziehung zu den Arbeitskollegen und Vorgesetzten ist für den Autisten essentiell.
Abschliessend lässt sich sagen, dass der Umgang mit Autisten eine Herausforderung darstellt, die viel Geduld, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen erfordert. Dr. Davatz‘ Vortrag bietet wertvolle Einblicke und konkrete Handlungsempfehlungen, um Autisten in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Dr.med. Ursula Davatz offeriert in ihrem Vortrag diverse Lösungsansätze für den Umgang mit und die Unterstützung von Autisten. Sie betont die Wichtigkeit von Verständnis, Geduld und Anpassungsfähigkeit im Umgang mit Menschen im Autismus-Spektrum.
Grundlegende Prinzipien im Umgang mit Autisten
Teilnehmende Beobachtung: Anstatt vorschnell zu urteilen oder zu handeln, plädiert Davatz für eine aufmerksame und wertschätzende Beobachtung des Gegenübers. Dies ermöglicht ein besseres Verständnis der individuellen Bedürfnisse und Verhaltensweisen des Autisten.
Validierung: Es ist entscheidend, die Perspektive des Autisten anzuerkennen und zu bestätigen, auch wenn sie von der eigenen abweicht. Dies vermittelt dem Autisten das Gefühl, verstanden und ernst genommen zu werden.
Emotionale Neutralität: Autisten reagieren sehr sensibel auf emotionale Signale. Ein ruhiger und neutraler Tonfall in der Kommunikation ist daher essenziell, um Überforderung und Abblockreaktionen zu vermeiden.
Verzicht auf Befehle und Druck: Direkte Anweisungen und Druck erzeugen bei Autisten oft Stress und Widerstand. Stattdessen sollten Alternativen angeboten und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.
Authentizität: Autisten haben ein feines Gespür für Unaufrichtigkeit. Ehrlichkeit und Transparenz in der Kommunikation schaffen Vertrauen und erleichtern den Umgang.
Konkrete Strategien zur Unterstützung
Schaffung klarer Strukturen: Klare Strukturen und Routinen geben Autisten Sicherheit und Orientierung. Dies kann durch feste Zeitpläne, definierte Aufgabenbereiche und eine übersichtliche Gestaltung der Umgebung erreicht werden.
Anpassung der Kommunikation: Die Kommunikation sollte auf die individuellen Bedürfnisse des Autisten abgestimmt sein. Indirekte Kommunikationswege, z.B. über Musik, gemeinsame Aktivitäten oder Dritt-Objekte, können hilfreich sein.
Förderung von Stärken und Interessen: Jeder Autist hat spezifische Talente und Interessen. Diese sollten erkannt und gefördert werden. Ein Arbeitsumfeld, das die individuellen Stärken berücksichtigt, ermöglicht es dem Autisten, sein Potenzial zu entfalten.
Akzeptanz von Fehlern: Autisten haben oft Angst vor Fehlern und streben nach Perfektion. Es ist wichtig, ihnen zu vermitteln, dass Fehler zum Lernprozess gehören und nicht verurteilt werden.
Geduld und Langsamkeit: Autisten benötigen oft mehr Zeit, um Informationen zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Geduld und Langsamkeit im Umgang mit ihnen sind daher unerlässlich.
Bedeutung des Umfelds
Dr.med. Ursula Davatz betont, dass das Umfeld eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden und die Entwicklung von Autisten spielt. Ein verständnisvolles und unterstützendes Umfeld kann dazu beitragen, dass sich Autisten sicher und akzeptiert fühlen und ihre Stärken entwickeln können.
Dr.med. Ursula Davatz betont in ihrem Vortrag den entscheidenden Einfluss des Umfelds auf das Verhalten von Autisten. Sie betrachtet Autismus nicht als starres Persönlichkeitsmerkmal, sondern als Verhaltensweise, die stark durch die Umgebung geprägt wird.
Überforderung durch ein überaktives Umfeld
Autisten sind hochsensibel und nehmen Reize aus ihrer Umwelt intensiver wahr als neurotypische Menschen. Autistisches Verhalten, insbesondere der Rückzug, entwickelt sich als Reaktion auf ein überforderndes Umfeld. Sie beobachtet häufig, dass Autisten in Familien mit hyperaktiven Müttern oder Geschwistern aufwachsen, die dem Kind wenig Raum für eigene Entscheidungen und Äusserungen lassen. In solchen Umgebungen kann sich das Kind überfordert und verunsichert fühlen und sich deshalb zurückziehen.
Bedeutung von Struktur und Vorhersehbarkeit
Autisten haben oft den Wunsch nach klaren Strukturen und Vorhersehbarkeit. Diese Fixierung auf Routinen ist laut Dr.med. Ursula Davatz ein Ausdruck ihrer Verunsicherung und dem Bedürfnis nach Orientierung in einer Welt, die sie als chaotisch und unberechenbar erleben. Ein strukturiertes Umfeld kann Autisten helfen, sich sicher und geborgen zu fühlen und ihr Verhalten zu regulieren.
Kommunikation und Interaktion
Die Kommunikation mit Autisten stellt für viele Menschen eine Herausforderung dar, da sie nonverbale Signale oft nicht richtig deuten können und direkte Kommunikation als Übergriff empfinden. Dr.med. Ursula Davatz empfiehlt daher, indirekte Kommunikationswege zu nutzen, z.B. über Musik, gemeinsame Aktivitäten oder Dritt-Objekte. Wichtig ist zudem eine emotionale Neutralität und ein ruhiger Tonfall.
Zusammenfassung
Das Umfeld spielt eine entscheidende Rolle für das Verhalten von Autisten. Ein überforderndes Umfeld, mangelnde Struktur und unangepasste Kommunikationsformen können zu Rückzug, Verunsicherung und Verhaltensauffälligkeiten führen. Ein verständnisvolles Umfeld, das Sicherheit, Struktur und angepasste Kommunikationsformen bietet, kann Autisten helfen, ihre Stärken zu entfalten und ein erfülltes Leben zu führen.
[00:00:00.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich begrüsse sie alle ganz herzlich zu dem zweitletzten Mal.
[00:00:05.010] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich komme dann noch einmal und ich bin natürlich sehr neugierig, wie sie es
weitermachen mit der Weiterbildung. Das nimmt mich wunder. Ich hoffe jemand sagt mir
noch etwas darüber.
[00:00:17.670] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Thema heute ist Autismus-Spektrum-Krankheit.
[00:00:22.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Man sagt Autismus-Spektrum, wenn man nicht so genau das Krankheitsbild in ein
Schema rein tun kann. Dann spricht man von Spektrum.
[00:00:34.900] – Dr.med. Ursula Davatz
So kann man mehr rein tun und es muss nicht so genau abgegrenzt sein.
[00:00:42.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann wird es ein bisschen einfacher.
[00:00:44.580] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich persönlich erkläre die Krankheiten immer funktionell.
[00:00:59.450] – Dr.med. Ursula Davatz
Je länger ich in der Psychiatrie bin, umso weniger achte ich auf die Diagnose.
[00:01:03.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Diagnose ist eigentlich etwas, um unter Fachleuten miteinander zu reden.
[00:01:07.910] – Dr.med. Ursula Davatz
Im Umgang mit dem Menschen ist es immer eine gewisse Stigmatisierung und es
grenzt einem ein.
[00:01:26.980] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Wort Autismus wurde ursprünglich für Schizophreniekranke verwendet und hat
beschrieben, dass man zurückgezogen ist, dass man nicht mehr kommuniziert, dass
man nicht mehr an den Menschen heran kommt, dass er ein autistisches Verhalten
zeigt.
[00:01:49.150] – Dr.med. Ursula Davatz
Hans Asperger war ein Kinderarzt.
[00:01:50.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Er wollte im letzten Weltkrieg die Kinder vor der Vernichtung schützen.
[00:02:00.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Er hat gesagt: die Asperger-Kinder sind ganz speziell gescheite Kinder und die dürft ihr
doch nicht vernichten, sonst geht euch etwas verloren.
[00:02:10.260] – Dr.med. Ursula Davatz
So hat man Asperger immer zusammen mit höherer Intelligenz in Verbindung gebracht.
[00:02:16.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Beim Autismus gibt es auch sehr intelligente Personen.
[00:02:21.690] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann auch autistisches Verhalten haben, ohne dass man hochintelligent ist.
[00:02:28.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Beim Wort Autismus-Spektrums-Störung, da redet man auch nicht von der Intelligenz,
sondern nur vom Verhalten.
[00:02:37.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Verhalten kann bei geistig Behinderten auftreten und das Verhalten kann aber auch
bei Hochintelligenten auftreten.
[00:02:49.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich zitiere immer wieder die genetische Studie, die Genome Wide Association Studies
(GWAS).
[00:02:56.350] – Dr.med. Ursula Davatz
Da hat man fünf Krankheitsbilder, genetisch untersucht.
[00:03:01.690] – Dr.med. Ursula Davatz
Es ist herausgekommen, dass Autismus und ADHS/ADS, dass die den gleichen
veränderten Genlocus haben.
[00:03:12.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Offiziell unterscheidet man in der Genetik noch nicht zwischen ADHS und ADS.
[00:03:23.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Kann man das überhaupt unterscheiden oder nicht? Haben die das gleiche Genom?
[00:03:30.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Das unterschiedliche Verhalten, der ADHSler, der ist eher nach aussen aggressiv,
extrovertiert und geht auf die Leute los. Der packt alles an.
[00:03:44.990] – Dr.med. Ursula Davatz
Der ADSler ist eher der scheue Typ, wartet, überlegt. Er hat seine Hyperaktivität im
Kopf.
[00:03:57.310] – Dr.med. Ursula Davatz
Autisten sind ADSler. Sie ziehen sich zurück, sie denken viel.
[00:04:15.670] – Dr.med. Ursula Davatz
ADS und Autismus haben den gleichen veränderten Genlocus. Somit liegt es auf der
Hand, dass die zusammen gehören.
[00:04:21.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man die Diagnose "Autismus" stellt, haben die Autisten neben dem starken
Nachdenken auch noch Probleme im Spracherwerb.
[00:04:39.220] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben eine leichte Störung im Sprachzentrum, sie erwerben die Sprache nicht so
leicht. Dadurch können sie auch nicht so gut kommunizieren.
[00:04:56.270] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man nicht weiss, was man sagen möchte oder länger prozessieren muss, um zu
wissen, was man sagen will, dann ist das ein Problem. Dann gibt es eine Verzögerung
in der Kommunikation.
[00:05:10.580] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt ein Buch von Franca Parianen.
[00:05:18.780] – Dr.med. Ursula Davatz
„Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?"
[00:05:24.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir können viel denken, aber wenn wir es noch nicht ausgesprochen haben, wird es im
Hirn noch nicht so registriert.
[00:05:25.250] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss es entweder aussprechen oder aufschreiben.
[00:05:38.400] – Dr.med. Ursula Davatz
In der verbalen Kommunikation, wenn dann der ADSler, Autist, wenn er/sie sich noch
nicht getraut haben auszusprechen, weiss er auch nicht genau was er denkt. Dann
kann er/sie sich nicht so genau orientieren. Dann kann keine Entscheidung getroffen
werden.
[00:05:46.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Über die Autisten sagt man auch: sie wollen immer alles sehr genau haben.
[00:06:10.570] – Dr.med. Ursula Davatz
Löffel und Kaffeetasse müssen immer am gleichen Ort sein.
[00:06:16.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Stuhl in der Familie ist immer am gleichen Ort.
[00:06:22.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben gerne eine fixe Struktur.
[00:06:31.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist Ausdruck von einer schnellen Verunsicherung.
[00:06:36.460] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie brauchen sehr viel Struktur um sich orientieren zu können.
[00:06:51.160] – Dr.med. Ursula Davatz
Es kann passieren, wenn man die Struktur spontan ändert, dass es zu einem
Wutausbruch kommt oder eine Verweigerung oder beides.
[00:06:52.210] – Dr.med. Ursula Davatz
Es kann auch zu einer Agnosie kommen.
[00:07:02.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie nehmen das Gegenüber nicht so gut wahr. Sie können die Mimik nicht so gut lesen.
[00:07:06.660] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht alle Autisten haben eine Agnosie.
[00:07:09.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn sie das noch zusätzlich haben, erschwert dies natürlich noch mal die
Kommunikation.
[00:07:15.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Es ist relativ schwierig, mit sogenannten Autisten zu kommunizieren, weil sie nicht so
klar sind für einem. Man weiss nicht so genau, was bei ihnen vorgeht.
[00:07:35.860] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei den Autisten spielt das Umfeld eine grosse Rolle.
[00:07:43.320] – Dr.med. Ursula Davatz
Katrin Terwiel hat gesagt, sie fände das nicht hilfreich, dass man extrovertiert und
introvertiert unterscheidet, also dass man die Typologie macht.
[00:07:53.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Autist ist introvertiert.
[00:07:59.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Das kann sich auch verändern.
[00:08:06.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich frage mich: leben Autisten so stark zurückgezogen, weil ihr Umfeld so überaktiv ist?
[00:08:07.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Da wo ich autistisches Verhalten beobachten kann, hat es oft im Umfeld eine
hyperaktive Mutter gehabt, die immer für das Kind redet, die alles für das Kind
entscheidet, sodass das Kind nicht mehr zum Reden kommt; oder ein hyperaktives
Geschwister.
[00:08:33.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Umfeld bestimmt das Verhalten von dem Autisten stark mit. Das ist nicht einfach
ein Charakter, der durch das ganze Leben gleich bleibt, also ein Persönlichkeitstyp, der
immer gleich bleibt.
[00:08:50.680] – Dr.med. Ursula Davatz
Sicher liegt etwas zu Grunde. Sie sind eher vorsichtig, eher scheu.
[00:08:56.240] – Dr.med. Ursula Davatz
In einer Studie hat man die Kinder ab sieben Monaten untersucht. Man hat ein Video
gesehen. Ein Kind ist durch die Türe reingekommen und hat gleich alles angeschaut,
das ist der extrovertierte Typ, ADHS.
[00:08:57.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Das andere Kind wollte nicht durch die Türe gehen.
[00:09:09.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Mutter wollte brav sein und das Kind vorführen wollen und hat das Kind
reingerissen.
[00:09:20.320] – Dr.med. Ursula Davatz
Das darf man sicher nicht tun mit Autisten.
[00:09:26.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Autisten sind sehr sensibel auf Fremdbeeinflussung und reagieren bei der
Fremdbeeinflussung mit Rückzug, Verweigerung. Wenn man sie allzu stark stösst,
können sie auch aggressiv werden. Dann kann es auch zu einem Sturm kommen.
[00:09:32.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Man sagt immer: Autisten haben keine Empathie. Sie können die Mimik des anderen
nicht lesen.
[00:09:47.120] – Dr.med. Ursula Davatz
Henry Markram hat einen Autistischen Sohn.
[00:10:18.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Henry Markram wollte herausfinden was bei den Autisten läuft. Er kam zum Schluss,
dass Autisten sehr viel Empathie haben, sie haben vielleicht sogar zu viel Empathie.
[00:10:35.810] – Dr.med. Ursula Davatz
Man sagt, dass ADSler keine gute Filterfunktion, keine Reizabschirmung haben. Sie
haben ein sehr offenes Wahrnehmungsfeld. Hier spreche ich von der breiten
Wahrnehmung. ADSler nehmen immer alles wahr. Sie nehmen die Stimmung in einem
Zimmer sofort wahr.
[00:10:36.280] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man keine Reizabschirmung hat und so eine offenes Wahrnehmungsfeld, kann
es passieren, dass die Autisten schnell überfordert sind.
[00:10:58.270] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich spreche von der breiten Wahrnehmung. System Overload.
[00:11:17.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man im Zustand der Systemüberhitzung ist, wenn das limbische System, wenn
das Gefühlshirn überladen ist mit der Verarbeitung aller Eindrücke, dann kommt die
Systemüberhitzung und dann wird gar nichts mehr wahrgenommen.
[00:11:46.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Das können sie auch bei sich beobachten, wenn ihnen etwas zu viel wird, wenn sie
zuviele Reize haben, zu viele Aufgaben, zu viel Stress, dann sagt man: geh weg, ich
mag nicht mehr. Dann muss man sich abschirmen.
[00:11:53.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Autisten müssen sich schneller abschirmen und mehr abschirmen, weil sie eine
breitere Wahrnehmung haben.
[00:11:54.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich vergleiche gerne mit der Tierwelt.
[00:12:03.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Pferd ist auch ein sensibles Wesen. Das Pferd ist ein Fluchttier. Wenn Pferde auf
der Strasse einen Wagen ziehen, zieht man dem Pferd Scheuklappen an.
[00:12:23.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Autisten haben keine guten Scheuklappen. Die merken alles.
[00:12:26.650] – Dr.med. Ursula Davatz
Das führt schnell zu einem System Overload. Dann funktioniert ihr System nicht mehr
richtig. Dann nehmen sie auch nichts mehr war.
[00:12:26.810] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn ADHS/ADSler einen Hyperfokus haben, ist das fast wie Scheuklappen. Dann sind
sie nur noch auf das fokussiert und sehen auch wieder nichts mehr, sind nicht mehr
empathisch, weil sie so auf ihre Sache fokussiert sind.
[00:12:51.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Gehirn kann das auch selber machen, wenn sie sich mit etwas beschäftigen.
[00:13:10.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Der zerstreute Professor nimmt den WC-Deckel mit anstatt seine Brieftasche.
[00:13:53.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Heute wird die Autismus-Spektrum-Krankheit (ASS) viel mehr diagnostiziert.
[00:14:02.310] – Dr.med. Ursula Davatz
Früher wurde das nicht so viel diagnostiziert.
[00:14:11.540] – Dr.med. Ursula Davatz
Heute diagnostizieren sich die Laien gegenseitig.
[00:14:17.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich erlebe häufig, dass mir die Frauen sagen: mein Mann ist ein wenig ein Autist. Der
hört mich nicht, wenn ich etwas brauche. Der nimmt gar nichts wahr. Der nimmt auch
nichts von den Kindern wahr. Der ist nur bei seiner Sache.
[00:14:23.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Klar ein Mann mit einer anspruchsvollen Arbeit, der fokussiert sich nur auf seine Arbeit.
Das wirkt auf die Frau autistisch.v
[00:14:39.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Im Volksmund höre ich, dass man es mehr über die Männern sagt. Die Frauen sagen
es meistens von den Männern.
[00:14:51.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Vielleicht haben Frauen und Männer auch eine etwas andere Wahrnehmung.
[00:14:57.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Elena Brivio hat Rattenhirne unter Stress untersucht.
[00:14:57.960] – Dr.med. Ursula Davatz
Das weibliche Rattenhirn hat vermehrt Oligodendrozyten gemacht, das heisst, hat eine
grössere Vernetzung gemacht, es hat nach Lösungen gesucht.
[00:15:20.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Das männliche Gehirn wurde mehr autistisch.
[00:15:29.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Das männliche Gehirn hat eine Vereinfachung gemacht.
[00:15:34.090] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich mache mich immer darüber lustig: die Frauen Suchen nach Lösungen und die
Männer fahren gegen die Wand oder machen Krieg.
[00:15:47.600] – Dr.med. Ursula Davatz
Im Krieg haben wir nur ein Ziel: man will den anderen besiegen.
[00:15:53.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Das geht heute in der globalisierten Welt nicht mehr.
[00:15:53.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt aber noch genügend Männer, die das versuchen.
[00:15:53.700] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt hier eine unterschiedliche Reaktivität beim Mann und der Frau.
[00:16:12.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Das kann sich ändern, dann muss nicht so bleiben. Hier ist genetisch etwas
vorprogrammiert.
[00:16:26.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Frauen werden eher still und brechen in Tränen aus, so bauen wir unseren Stress ab.
[00:16:30.640] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Männer machen eher Krieg oder werden verrückt.
[00:16:33.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man einen Autisten mit Argumenten in die Ecke treibt, kann er auch ausrasten.
Dann ist er nicht mehr ruhig, dann macht er einen Raptus. Das ist Selbstverteidigung.
[00:16:34.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Die vier Stress Reflexe, welche über das emotionale Hirn, das Kleinhirn, Reptilienhirn
ablaufen sind: Kampf, Flucht, Totstellreflex, Necken.
[00:16:48.849] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Autist macht den Totstellreflex.
[00:16:48.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Necken tut der Autist höchstens auf sehr intellektueller Ebene, feiner Spass.
[00:17:52.610] – Dr.med. Ursula Davatz
Autistisches Verhalten gleicht dem Todesstellreflex.
[00:17:57.870] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit dem Todstellreflex nimmt man alles wahr, aber reagiert nicht mehr.
[00:18:01.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Wahrnehmung ist nicht getrübt. Man befindet sich nicht in einem Koma drinnen. Der
Autist nimmt alles genauestens wahr, ist aber nicht mehr handlungsfähig, nicht mehr
kommunikationsfähig.
[00:18:31.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Warum wird heute so viel mehr Autismus diagnostiziert?
[00:18:35.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn ich so ein bisschen in die Welt hinaus schaue, in die Berufswelt, sind wir sehr auf
Effizienz, auf Geschwindigkeit aus, es muss alles immer rendieren, es muss geleistet
werden. Wir sind sehr schnell unterwegs.
[00:18:48.910] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit der Geschwindigkeit blockiert der Autist.
[00:18:55.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich vergleiche wieder mit dem ADHS/ADSler.
[00:19:06.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie analysieren die Dinge sehr genau, bevor sie entscheiden.
[00:19:06.240] – Dr.med. Ursula Davatz
In einem Quali-Gespräch wird man immer nach Quantität und Qualität gefragt.
[00:19:40.220] – Dr.med. Ursula Davatz
ADSler sind punkto Geschwindigkeit nicht so gut. Wenn man sie drängt, dann blockiert
es.
[00:19:40.890] – Dr.med. Ursula Davatz
Die moderne Welt ist auf Geschwindigkeit aus.
[00:19:41.240] – Dr.med. Ursula Davatz
So fallen die ADSler aus dem Netz oder sind Sand im Getriebe. Das ist ein Problem.
[00:19:41.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Scheue Kinder werden in der Schule schnell zum Mobbing Opfer.
[00:19:41.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sind wunderbare Projektionsobjekte, man kann alles auf sie projizieren, man weiss,
sie wehren sich nicht. Sie ziehen sich nur zurück.
[00:20:19.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie ziehen sich zurück, sie reagieren nicht.
[00:20:21.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie machen dann Schulverweigerung und dann werden sie bestraft für das.
[00:20:30.160] – Dr.med. Ursula Davatz
Menschen, welche heutzutage vermehrt, viel denken, schön, langsam, denken, werden
eher überfahren.
[00:20:41.840] – Dr.med. Ursula Davatz
Albert Einstein hat bis er fünf Jahre alt war nicht gesprochen. Er ist wohl ein Autist
gewesen. Kinder die nicht sprechen, werden als Autist bezeichnet.
[00:20:51.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn Albert Einstein gearbeitet hat, hat er vergessen zu trinken zu schlafen, zu essen.
[00:20:59.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Seine Frau musste ihm sagen: jetzt musst du Essen kommen, schlafen gehen, trinken
gehen, etc. Das ist der Hyperfocus, welcher die Autisten haben können.
[00:21:14.280] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein intelligenter Autist kann in der Forschung sehr viel leisten, weil er so gut fokussieren
kann. Man darf ihn aber nicht stören.
[00:21:19.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist der zerstreute Professor.
[00:21:25.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Unsere Gesellschaft hat nicht viel Verständnis für Langsamere Menschen. Die
langsameren Menschen werden gejagt, dann blockiert es und dann werden diese
Menschen krank.
[00:21:45.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Es würde uns gut tun, dass wir von selbst wieder ein wenig verlangsamen; nicht mit
dem Stress und der Kompetition drauf los rennen.
[00:21:55.540] – Dr.med. Ursula Davatz
Wie soll man mit Autisten umgehen?
[00:22:21.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Diesen Begriff verwendet man beim Sozialverhalten der Tiere.
[00:22:21.740] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Tier kann nicht sprechen.
[00:22:30.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Tiere kommunizieren untereinander. Wir verstehen ihre Sprache nicht so gut.
[00:22:37.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Gorillaforscher Jörg Hess hat von den Gorillas 50 Zeichen gelernt. So konnte er mit
ihnen sprechen.
[00:23:01.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Elefant kann 60 Wörter lernen. Hund und Katze können auch Wörter lernen, jedoch
niemals so reich wie unsere Sprache.
[00:23:01.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man Tiere beobachtet und verstehen möchte, muss man eine teilnehmende
Beobachtung machen. Man muss mit ihnen zusammen leben, man muss sie
beobachten und schauen, wie man mit ihnen kommunizieren kann. Man muss von
ihnen abschauen, wie sie kommunizieren.
[00:23:33.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Um eine teilnehmende Beobachtung zu machen, muss man zuerst hinschauen.
[00:23:34.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann nicht gleich behandeln und sie in eine Richtung drängen.
[00:23:38.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss sie zuerst verstehen lernen.
[00:23:44.370] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Beispiel von einer Heilpädagogin.
[00:23:48.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Heilpädagogin sollte für ein Kind ein Programm machen. Die Lehrerin hat das
verlangt.
[00:23:49.270] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Heilpädagogin hat gesagt: ich kann doch kein Programm machen. Ich kenne das
Kind noch gar nicht.
[00:24:00.070] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Lehrerin hatte die Vorstellung: man kann einfach ein Programm machen, für jedes
Kind das Gleiche und das geht dann.
[00:24:06.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Das geht eben genau nicht!
[00:24:07.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man an dieser Stelle mit einer Durchschnittsgrösse für alle operiert, funktioniert
es nicht.
[00:24:08.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir müssen uns zuerst verlangsamen, wir müssen beobachten können und dann
allmählich in die Kommunikation reinkommen.
[00:24:12.810] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt interessante Beobachtungen aus der Tierwelt. Man nennt das Soziobiologie.
[00:24:27.100] – Dr.med. Ursula Davatz
Jane Goodall, Frans De Waal, Dian Fossey, alles sehr gute BeobachterInnen der
Tierwelt.
[00:24:35.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit den Tieren müssen wir beobachten. Dort können wir nicht fragen: was ist eigentlich
dein Problem? Wie müssen schauen und beobachten und dann unsere Schlüsse
ziehen.
[00:24:36.220] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt die Marte Meo Methode.
[00:25:09.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Marte Meo Methode wurde bei Behinderten Kindern angewendet, aber man kann
sie überall anwenden.
[00:25:14.310] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei der Marte Meo Methode schaut man genauer hin. Das was man meint verstanden
zu haben, das sagen.
[00:25:17.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Gegenüber wird validiert.
[00:25:23.960] – Dr.med. Ursula Davatz
Das kann man auch beim Autist anwenden.
[00:25:30.010] – Dr.med. Ursula Davatz
Man interagiert irgendwie und fragt: verstehe ich dich jetzt richtig, möchtest du lieber
das als das? Möchtest du das lieber nicht?
[00:25:35.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Man geht auf die emotionale Kommunikation und muss auch auf diese hören. Man
muss sie spüren.
[00:25:36.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit der Marte Meo Methode wird das sehr sorgfältig gemacht.
[00:25:40.200] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich habe für eine gewisse Zeit für Ivan Boszormenyi-Nagy Deutsch auf Englisch und
Englisch auf Deutsch übersetzt.
[00:25:40.200] – Dr.med. Ursula Davatz
Er war Familientherapeut. Alles wurde zwei Mal gesagt. Das ist interessant. Das hat
den ganzen Prozess verlangsamt.
[00:25:40.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Das hilft einem sorgfältiger zu beobachten, sorgfältiger zu analysieren.
[00:26:12.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann kommt man vielleicht zu einem besseren Resultat.
[00:26:19.030] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss den anderen validieren, man kann ihm nicht einfach ein Konzept
überstülpen.
[00:26:20.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Man darf sich selber einbringen.
[00:26:25.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich bringe allen Müttern immer bei: sie dürfen etwas sagen, aber nicht erziehen wollen.
Nichts erreichen wollen. Nur eine Haltung haben, etwas sagen, wie man es sieht und
dem Gegenüber überlassen, damit das Gegenüber darauf reagieren kann. Das ist
schwierig.
[00:26:58.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Jede Kommunikation ist darauf ausgerichtet beim anderen etwas zu bewirken.
[00:27:07.450] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei den Autisten müssen wir das zurück nehmen. Wir müssen ins Leere
kommunizieren. Den anderen nicht beeinflussen wollen.
[00:27:14.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Durch ihre Hochsensibilität fühlen sie sich sofort überrannt, in die Ecke gedrückt. Dann
gibt es wieder Rückzug.
[00:27:33.740] – Dr.med. Ursula Davatz
Kommunizieren ja, aber nicht beeinflussen wollen.
[00:27:45.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Alles was sie beeinflussen wollen, ist schon zuviel für die.
[00:27:46.210] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann es auch über andere Kommunikationsmittel versuchen.
[00:27:47.950] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man autistische Kinder hat, kann man es mit Musik versuchen.
[00:27:56.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt Musiktherapeuten.
[00:27:58.070] – Dr.med. Ursula Davatz
Da kann man sagen: welches Instrument willst du heute oder er wählt gleich selber aus
und dann wählt man etwas dazu und dann wird nonverbal über die Musik kommuniziert.
[00:28:08.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Das können nicht alle in ihrem Job.
[00:28:14.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie können auch über die Arbeit kommunizieren.
[00:28:16.570] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie können sagen: heute muss ich das machen, was davon möchtest du gerne
übernehmen?
[00:28:23.120] – Dr.med. Ursula Davatz
ADHS/ADSler müssen in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden.
[00:28:35.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Alle Befehle sind schon ein Übergriff, weil die so eine dünne Wand haben.
[00:28:44.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie können mit einem Autisten auch kommunizieren über: welchen Filmstar findest du
gut? Welches Lied?
[00:28:53.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Dass man über ein Objekt geht.
[00:28:56.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht: was willst du?
[00:28:57.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Sondern: was hörst du gerne?
[00:28:57.870] – Dr.med. Ursula Davatz
Das mache ich mit Personen, die nur sehr schwierig erreichbar sind.
[00:28:58.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich frage sie eher nach Fernseh Serien oder TikTok und lasse mir erzählen, was sie dort
sehen.
[00:29:11.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Es heisst ja: sage mir, mit wem du gehst und dann weiss ich, wer du bist.
[00:29:20.048] – Dr.med. Ursula Davatz
Johann Wolfgang von Goethe.
[00:29:20.660] – Dr.med. Ursula Davatz
Man geht über ein Drittes Objekt. Das ist oft hilfreich.
[00:29:26.320] – Dr.med. Ursula Davatz
Der direkte Kontakt wird nicht gut ausgehalten. Je nachdem halten sie auch den
direkten Blickkontakt nicht aus.
[00:29:26.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Man geht über ein drittes Objekt. Das ist oft hilfreich.
[00:29:35.530] – Dr.med. Ursula Davatz
Hunden darf man auch nicht in die Augen schauen, sonst kriegen sie Angst.
[00:29:40.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Weissbüscheläffchen werden verlegen, wenn man sie direkt anschaut. Sie kratzen
sich dann.
[00:29:41.430] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir Menschen machen etwas mit den Haaren, oder sonst etwas.
[00:29:41.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Kontakt darf nicht so konfrontativ sein, sondern vielleicht über etwas anderes.
[00:30:06.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man mit Autisten kommuniziert darf man nie in einem stark erregten Zustand
sein.
[00:30:12.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Sobald sie emotional unruhig sind, dann geht gar nichts mehr. Die sind selber schon so
schnell in dem übererregten Zustand, wenn sie selber erregter sind, dann blockiert es.
Es blockiert oder das Gegenüber wir aggressiv.
[00:30:23.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss immer emotional neutral sein, wenn man mit Autisten kommuniziert. Die
merken den feinsten Ton in der Kommunikation. Man sagt: c'est le ton, qui fait la
Musique. Das merken die sofort und dann blockiert es oder sie werden aggressiv. Es
gibt beides.
[00:30:58.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn sie sich über etwas aufregen, lieber nichts sagen, warten bis sie beruhigt sind
und dann absolut ruhig etwas sagen.
[00:30:58.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Nie etwas in einem aggressiven Tonfall sagen. Das blockiert die Kommunikation.
[00:31:04.580] – Dr.med. Ursula Davatz
Den Müttern sage ich: nicht dem Kind etwas befehlen, wenn sie noch in einem erregten
Zustand sind. Dann giesst man nur Öl ins Feuer. Warten bis sie sich beruhigt haben und
dann ganz ruhig etwas sagen. Dann dürfen sie alles sagen.
[00:31:55.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann sie zur Mithilfe bitten aber nicht befehlen. Befehlen wird als Übergriff
angeschaut. Wenn man zeigt, was es zu tun gibt und was man vielleicht selber macht,
kann man fragen: wo machst du mit?
[00:32:00.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Nach Möglichkeit den Befehl auslassen und sagen: für mich wäre es gut, wenn du das
übernehmen könntest. Man muss auf Augenhöhe sein. Nicht Chef und Untergebener.
[00:32:19.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Es ist wichtig, dass man selber authentisch ist. Man kann denen nichts vorspielen. Die
merken, wenn man lügt, wenn man so tut, als ob man ganz zufrieden wäre, aber hinten
dran kommt ein anderer Unterton.
[00:32:40.340] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sind sehr sensibel auf alle Zwischentöne. Sie hören das raus.
[00:32:45.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Manchmal interpretieren sie dann auch falsch.
[00:32:49.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann muss man fragen: hast du das so verstanden?
[00:32:49.510] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja, das kann ich nachvollziehen. Ich habe es aber so gemeint.
[00:32:49.600] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie hören auf Töne, die vielleicht gar nicht so gemeint sind und nehmen das sofort
persönlich. Sie nehmen vieles persönlich.
[00:33:37.350] – Bemerkung 1
Nichts befehlen oder vorschreiben. Fällt ein Rahmen abstecken unter das Gleiche?
Kann man den Handlungsrahmen definieren? Dann ist es ok?
[00:34:05.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja das ist sehr gut. Wenn man alles zu offen lässt, werden sie überfordert. Wenn man
den Rahmen absteckt und sagt: in dem Rahmen arbeiten wir jetzt. Ich übernehme diese
Rolle, welche übernimmst du?
[00:34:23.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben gar nicht gern, wenn man zu schnell wechselt oder alles offen lässt.
[00:34:27.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht immer fragen: was willst du, was willst du, was willst du? Das geht auch nicht.
Einen Rahmen abstecken ist sehr hilfreich. Dann können sie sich besser orientieren.
[00:34:32.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben auch selber gerne, wenn es immer gleich läuft.
[00:34:49.510] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sind der Vorgesetzte. Es liegt an ihnen den Rahmen abzustecken. Man kann nicht
sagen: was möchtest du jetzt machen? Das geht gar nicht.
[00:34:51.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein klarer Rahmen abstecken, das gibt Sicherheit. Wenn es unklar ist, sind sie unsicher.
Deshalb sind sie zum Teil pedantisch. Pedanterie gibt ihnen Sicherheit. Sie müssen es
klar wissen.
[00:35:30.680] – Bemerkung 2
Arbeitet man bei Autisten auch mit Medikamenten?
[00:35:31.470] – Dr.med. Ursula Davatz
In der Psychiatrie werden natürlich immer Medikamente verwendet.
[00:35:35.790] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sehe nicht sehr viel Hilfe bei den Medikamenten.
[00:35:44.980] – Dr.med. Ursula Davatz
Die modernen Antidepressiva, Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die machen,
dass man ein bisschen eine dickere Haut hat.
[00:35:54.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Es kann sein, dass wenn ein Autist SSRI nimmt, dass er dann ein bisschen mehr
geschützt ist, dass er nicht mehr so stark alle Reize aufnimmt.
[00:36:09.420] – Dr.med. Ursula Davatz
Gewisse sagen: das hilft mir.
[00:36:20.910] – Dr.med. Ursula Davatz
Gewisse sagen auch: ich spüre mich nicht mehr so recht. Ich mag es nicht so gerne.
[00:36:24.010] – Dr.med. Ursula Davatz
SSRI kann man verwenden.
[00:36:33.000] – Dr.med. Ursula Davatz
Prinzipiell setze ich immer mehr auf das Lernen, als auf das Abstumpfen mit
Medikamenten. Gewisse wollen Medikamente, damit sie weniger Reize von aussen
spüren, dann verweigere ich die Medikamente nicht.
[00:36:53.620] – Bemerkung 3
Wir arbeiten oft mit externen Arbeitgebern zusammen. Wie kann man einem
Arbeitgeber die Stärken eines Autisten erklären?
[00:37:04.500] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen die Interessen der Person kennen. Nicht jeder Autist hat die gleichen
Fähigkeiten und Interessen. Wo ist sein Fokus? Sie müssen seinen Fokus finden.
[00:37:32.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann können sie dem Arbeitgeber sagen: das kann und macht er sehr gut. Gib ihm dort
eine Aufgabe. Dann ist es wichtig, dass der Chef nicht zuviel drein redet. Das stört ihn
wieder und dann läuft es nicht.
[00:37:42.200] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss ein gewisses Vertrauen haben.
[00:38:05.030] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man findet, dass man wieder mehr kontrollieren muss, kann man sagen: ich gebe
dir jetzt das und du darfst das in deinem Regime machen. Wenn du eine Frage hast,
dann darfst du kommen. Man muss ihm Vertrauen geben.
[00:38:15.160] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich habe auch schon die Situation erlebt, wo die Person Angst hatte vor dem Fehler
machen. Der Chef war morgens nicht da und die Person sass einfach vor dem
Computer und hat nichts gemacht, weil sie nichts falsch machen wollte. Das muss man
auch wieder merken. Der Chef war sauer und dachte die Person sei faul. Er wollte
einfach keine Fehler machen.
[00:38:31.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben vielleicht bei einer Aufgabe ein wenig länger, beim lernen haben sie länger,
weil sie gewisse Stationen durchlaufen müssen. Wenn sie es einmal können, dann
können sie es gut.
[00:38:31.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss den Fokus finden und der Chef muss es dann wissen, wie er mit dem
Autisten umgehen muss.
[00:38:38.860] – Dr.med. Ursula Davatz
Regelmässig ein Gespräch machen: wie läuft es dir und wie finde ich, dass es dir läuft.
[00:39:30.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Vorgesetzte muss das Gespräch ansetzen und fragen: wie läuft es für dich?
Danach muss der Chef auch Rückmeldung geben. Nicht einfach die Rückmeldung
irgendwo im Gang machen. Es muss in einer ruhigen Atmosphäre sein, nicht vor
anderen Leuten.
[00:39:34.920] – Bemerkung 4
Es ist ok wenn der Vorgesetzte direkt das Feedback gibt?
[00:40:00.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja. Man muss immer zuerst den Autisten validieren. Nicht gleich sagen, was man nicht
gut findet. Zuerst den Autisten validieren und danach sein Feedback gegen. Sonst sagt
er später gar nichts mehr. Dann es geht alles nach innen und wird verdrängt.
[00:40:00.270] – Bemerkung 5
Gewisse Autisten reagieren sehr stark auf Gerüche. Sie assoziieren Personen und
Situationen mit Gerüchen.
[00:40:23.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist dann schon ein traumatischer Geruch.
[00:40:50.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben zum Teil ganz hohe Sensibilität bei den Sinnen. Das kann bei den Gerüchten
sein. Es kann im auditiven Bereich sein. Es kann beim Tastsinn sein. Bei sämtlichen
Sinnen, können sie hypersensibel sein.
[00:41:04.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir riechen es kaum und für sie stinkt es wahnsinnig. Auch dort können sie sich ein
wenig sensibilisieren.
[00:41:23.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Man soll nicht einfach sagen: tu nicht so blöde. Sie spüren es einfach stärker.
[00:41:37.250] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Mensch mit einem absoluten Musikgehör, wenn man da ein wenig daneben spielt,
tut ihm das weh.
[00:41:38.580] – Dr.med. Ursula Davatz
So ist es auch bei den Gerüchten. Die Sinne können hypersensibel sein.
[00:41:38.930] – Bemerkung 6
Ich kenne jemanden, der ist extrem strukturiert. Die Person muss alle Dinge immer für
sich in Ordnung bringen, damit er es versteht und aufnehmen kann. Er musste eine
Prüfung machen. Er hat 600 Fragen durchgearbeitet. Ich war sehr beeindruckt. Er ist
nicht introvertiert. Er geht auf die Leute zu. Er kann gut kommunizieren.
[00:43:44.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Katrin Terwiel sieht das ja anders als ich.
[00:43:45.120] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ganz exakte Verhalten ist sicherlich ein wenig autistisch. Der Typ ist nicht immer
gleich. Das exakte Verhalten gibt Sicherheit. Autisten haben dieses Verhalten. Hier
kommt der Spruch: Mut zum Fehler machen.
[00:44:23.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie wollen alles richtig machen, damit man sie ja nicht kritisiert, damit es keinen Fehler
gibt. Das kann sie sehr verlangsamen und das Leben wahnsinnig anstrengend machen.
Das ist zwanghaft. Das zwanghafte sich schützen vor Fehlern kann lebensbehindernd
sein.
[00:44:24.370] – Dr.med. Ursula Davatz
An dieser Stelle muss ich den Personen sagen: sie dürfen auch Fehler machen. Sie
können dann auch nicht entscheiden: was ist richtig, was ist falsch. Sie entscheiden
innerhalb von einem vorgegebenen Rahmen.
[00:45:02.640] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Leben ist nicht so strukturiert.
[00:45:15.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sage dann: es gibt keine falsche Entscheidung. Ihre Entscheidung ist immer richtig.
Aus jeder Entscheidung lernt man wieder etwas daraus.
[00:45:20.090] – Dr.med. Ursula Davatz
Diese Personen muss ich ermutigen: Mut zum Fehler machen. Mut zur Lücke.
[00:45:43.170] – Bemerkung 6
Externe Einflüsse, die geschehen, damit müssen sie klar kommen können.
[00:45:52.150] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sage prinzipiell: unser Gehirn ist unser anpassungsfähigstes Organ. Wenn man
immer nur gleich durch die Welt geht und sich nicht neue Dinge aneignet und beim
neuen Lernen macht man Fehler, dann ist man nicht so anpassungsfähig. Man muss
ihnen den Mut geben, Fehler machen zu dürfen.
[00:46:23.660] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist nicht so einfach. Die sind relativ zwanghaft.
[00:46:33.250] – Bemerkung 6
Es wirft ihn total aus der Bahn. Ich zeige ihm auf: es ist alles nicht so schlimm.
[00:46:44.920] – Bemerkung 6
Meine Strategie ist zu Fragen: ist es das Schlimmste was für dich passieren kann?
[00:46:44.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist ein gute Sache zu fragen: was ist jetzt für dich ganz schlimm?
[00:47:22.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich frage die Eltern immer: wovor haben sie am meisten Angst? Man steckt so die
Extreme ab.
[00:47:36.670] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich bringe das Beispiel aus der Natur: aus Fehlern lernt man.
[00:47:36.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Alexander Fleming hat die Agarplatte draussen stehen lassen und dadurch per Zufall
das Penicilin erfunden.
[00:47:36.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Aus Fehlern entstehen neue Dinge.
[00:47:48.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Mensch ist ein missratener Affe. Wir waren nicht so stark wie die Gorillas, wir
wurden vertrieben. Wir wurden aus dem Paradies (Urwald) vertrieben. Wir haben den
aufrechten Gang uns angeeignet, hatten die Hände frei. Es ist etwas aus uns
geworden. Aus Fehlern kann man immer lernen.
[00:48:33.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt das Chinesische Zeichen: wéijī 危机.
[00:49:38.670] – Dr.med. Ursula Davatz
Er hat seine Kinder und deren Fehler beobachtet und so ihr Denken daraus abgeleitet.
[00:49:38.860] – Dr.med. Ursula Davatz
Wo bin ich falsch abgebogen? Dann lernt man seinen Entscheidungsprozess ein
bisschen besser kennen. Fehler sind kreativ.
[00:50:03.440] – Dr.med. Ursula Davatz
In der Werbung war es mal ein Trend immer Fehler zu machen.
[00:50:04.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Japaner können das R nicht sagen.
[00:50:25.580] – Dr.med. Ursula Davatz
Schauen sie unsere Kleidung an. Früher hatte man schöne Kleider. Heute kauft man
zerrissene Hosen mit Löchern usw. Das ist dann interessant.
[00:50:25.700] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit Fehlern kann man auch Aufmerksamkeit holen.
[00:50:52.610] – Bemerkung 7
Es gibt immer mehr Youtuber, die absichtlich Tippfehler einbauen, damit die Leute auf
das Video klicken und sie somit mehr Besucher erhalten.
[00:51:10.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Genau. Das ist auch ein Verkaufstrick.
[00:51:16.510] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich gehe nicht auf den Verkaufstrick ein.
[00:51:16.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Über Fehler lernen wir.
[00:51:22.480] – Dr.med. Ursula Davatz
So würde ich es kommunizieren: Fehler gehören dazu. Anhand von Fehlern lernt man.
[00:51:33.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Gehirn ist ein Anpassungsorgan.
[00:51:33.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Je mehr wir uns neuen Dinge aussetzen und auch Fehler machen, umso mehr lernen
wir. Je mehr wir lernen, desto komplexer wird unser Gehirn, desto anpassungsfähiger
wird unser Gehirn.
[00:51:52.510] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn wir uns vor allen Fehlern zurückhalten, dann lernen wir nichts. Dann fahren wir im
gleichen Zug weiter.
[00:51:56.450] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei der künstlichen Intelligenz baut man auch Fehler ein.
[00:52:12.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Fehler sind der Motor zum lernen.
[00:52:12.830] – Bemerkung 8
Wir kriegen über die IV mehr Jugendliche. Es gibt ein Spannungsfeld zwischen den
Interessen der Jugendlichen und den verfügbaren Angeboten. Das passt nicht immer
sehr gut zusammen. Die Leute mit Autismus haben dann noch viel mehr Probleme, sich
mit dieser Umgebung abzufinden.
[00:52:56.540] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja, das ist ein grosses Problem. Die Jugendlichen sind noch gar nicht orientiert und die
IV drängt.
[00:53:24.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Als erstes schütze ich meine Klienten immer vor dem Drängen. Das bringt gar nichts.
Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht.
[00:53:24.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich habe lieber eine lange Periode von: Suchen, Üben, Machen, als schnell
rausgeschickt und missraten.
[00:53:54.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Den Jugendlichen kann man sagen: ja, das ist vielleicht nicht das Angebot, was du du
wolltest, vielleicht wolltest du etwas ganz anderes. Was wir zusammen lernen können,
ist etwas zusammen zu tun. Vielleicht auch etwas, das du nicht so gerne tust. Das
kannst du später in jedem Beruf nutzen.
[00:54:21.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Zwischenmenschliche läuft auch ab.
[00:54:21.390] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich würde sagen: jetzt üben wir zusammen. Ich lerne, du lernst, vielleicht kommt dir im
Laufe der Zeit in den Sinn, welchen Weg du einschlagen möchtest.
[00:54:26.230] – Dr.med. Ursula Davatz
So würde ich es tun. Ich würde nicht sagen: man kann nicht immer wählen.
[00:54:43.270] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja ich weiss, es ist nicht dein Traumberuf aber wir können zusammen wachsen und
lernen. Du sagst mir wie und was und ich sage es dir.
[00:54:58.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Zusammen auf eine Reise gehen.
[00:54:58.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Macht das Sinn?
[00:55:03.320] – Bemerkung 8
Ja.
[00:55:10.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Es macht für alle Sinn.
[00:55:19.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Autisten sagen es einem oft nicht. Man spürt, sie wollen nicht. Dann werden sie
krank. Das soll man ansprechen: passt dir das nicht?
[00:55:20.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich kenne Personen, die hatten immer eine psychotische Episode, als sie nicht arbeiten
gehen wollten.
[00:55:43.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Antwort war immer: ja, der Vorgesetzte hat das und das gemacht. Ich mochte es gar
nicht. Man muss immer dahinter schauen.
[00:55:51.250] – Bemerkung 9
Für mich ist es wichtig zu wissen: wie merke ich, dass jemand autistisch ist? Wie gehe
ich damit um. Wie merke ich es? Es muss nicht automatisch Autismus sein.
[00:57:13.100] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen sich auf ihre Sinne verlassen. Sie müssen keine Diagnose erstellen. Sie
müssen merken, wie der Mensch tickt.
[00:57:13.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie wollen etwas und sie kommen nicht durch.
[00:57:23.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Die teilnehmende Beobachtungen sind wichtig.
[00:57:25.890] – Dr.med. Ursula Davatz
Schauen was sie spüren. Hören sie gut auf ihre Sinne.
[00:57:32.990] – Dr.med. Ursula Davatz
Auch mal fragen: kann es sein, dass du das nicht so gerne hast? Habe ich dich dort
verletzt? Bin ich zu stark dreingefahren?
[00:57:39.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Machen sie ihre Sinne wach! Spüren sie was abläuft.
[00:57:45.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Diagnose müssen sie keine stellen.
[00:57:45.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Das gilt für alle Menschen und für die Autisten gilt es noch mehr. Sonst überfährt man
sie und dann kann man mit ihnen nicht mehr kommunizieren, dann blockieren sie.
[00:57:50.030] – Dr.med. Ursula Davatz
Verlassen sie sich auf ihr Gespür. Keine Diagnose stellen.
[00:58:02.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss sensibler vorgehen.
[00:58:26.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Danke für das Mitmachen und viel Spass beim Lernen mit ihre Klienten.
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