Selbstfürsorge für Lehrpersonen

Die Selbstfürsorge für Lehrpersonen ist ein zentraler Aspekt, um in einem anspruchsvollen Beruf langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben. Die Quellen betonen, dass Lehrpersonen lernen müssen, sich selbst Sorge zu tragen, um ein Ausbrennen zu verhindern.

Hier sind die wichtigsten Säulen der Selbstfürsorge, wie sie in den Quellen diskutiert werden:

1. Aktive Abgrenzung (Grenzen setzen)

Ein wesentlicher Faktor für die psychische Gesundheit ist die Fähigkeit zur Abgrenzung. Dies betrifft verschiedene Ebenen:

  • Gegenüber Eltern: Lehrpersonen sollten nicht das Gefühl haben, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen. Es ist wichtig, klare Kommunikationszeiten zu definieren (z. B. Erreichbarkeit nur bis 18 Uhr), um Zeit für sich selbst zu haben.
  • Gegenüber Behörden und Politik: Es wird davor gewarnt, sich zu stark nur nach den Vorgaben „von oben“ auszurichten oder den Drang zu verspüren, alles perfekt machen zu wollen. Ein gewisser Freiraum und die Rücksprache mit Behörden zur individuellen Gestaltung können helfen.
  • Innerhalb der Berufsrolle: Man muss nicht auf jede Frage von Schülern sofort eine Antwort parat haben. Die Erlaubnis, sich Bedenkzeit zu erbitten („Ich sage es dir morgen“), entlastet den unmittelbaren Leistungsdruck.

2. Pädagogische Haltung und emotionale Balance

Selbstfürsorge bedeutet auch, eine Balance zwischen Empathie und Durchsetzungskraft zu finden.

  • Klarheit und Humor: Eine klare Linie, gepaart mit Viel Liebe, Empathie und Humor, schützt davor, sich in Konflikten aufzureiben.
  • Mut zur Unvollkommenheit: Lehrpersonen sollten den Mut haben, auch mal streng zu sein, ohne Angst vor externer Kritik zu haben.

3. Zusammenarbeit statt Einzelkampf

Die Quellen machen deutlich, dass Selbstfürsorge nicht nur eine individuelle Aufgabe ist, sondern durch Zusammenarbeit (Kooperation) gestützt wird.

  • Teamkultur: Eine gute Schulkultur und Teambildung sind essenziell, damit Lehrpersonen sich gegenseitig stützen können.
  • Nutzung von Fachpersonal: Um sich selbst zu entlasten, sollten Lehrpersonen Aufgaben an Spezialisten delegieren, wie etwa die Schulsozialarbeit bei schwierigen Gruppenprozessen. Das verhindert, dass die gesamte Klasse durch einzelne Konflikte blockiert wird.
  • Voneinander lernen: Anstatt in Konkurrenz zu treten, sollten Lehrpersonen von „Best Practice“-Modellen anderer Schulen profitieren.

4. Strukturelle Herausforderungen erkennen

Ein Teil der Selbstfürsorge besteht darin, zu erkennen, wenn Belastungen systembedingt sind. Beispielsweise wird eine Klassengröße von 27 Schülern als unmöglich bezeichnet, um jedem Kind gerecht zu werden. Lehrpersonen neigen in solchen Situationen dazu, eine „Lawine“ an Anforderungen auf sich zukommen zu sehen, was Ängste und Unsicherheiten schürt. Hier ist es wichtig, die eigenen Belastungsgrenzen zu kommunizieren und Unterstützung einzufordern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Selbstfürsorge eine Mischung aus persönlichem Zeitmanagement, emotionaler Abgrenzung und der Einbettung in ein unterstützendes Team ist.

Man kann sich die Selbstfürsorge einer Lehrperson wie das Tragen einer Sauerstoffmaske im Flugzeug vorstellen: Nur wer zuerst für den eigenen Atem sorgt, hat genug Kraft und Ausdauer, um auch den Schülern in ihrer Entwicklung effektiv beizustehen.

https://adhs.expert/wp-content/uploads/2026/01/Basler_Davatz_10.12.2025.m4a.pdf

Empathie vs. Selbstfürsorge: Ein Plädoyer für die Balance

Die Kernaussage des Vortrags von Dr. med. Ursula Davatz zum Thema Empathie vs. Selbstfürsorge lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zwischen der Empathie für andere und der Fürsorge für sich selbst zu finden.

Menschen sind soziale Wesen und auf Beziehungen angewiesen. Empathie ermöglicht es uns, die Bedürfnisse und Gefühle anderer zu verstehen und darauf einzugehen. Allerdings besteht die Gefahr, dass man sich im Bemühen, es allen recht zu machen, selbst vergisst und die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt. Dies kann, besonders bei Frauen, zu Überanpassung, Depression und Krankheit führen.

Daher ist es wichtig, sich selbst zu kennen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und ihnen Raum zu geben. Selbstfürsorge ist in diesem Kontext kein Egoismus, sondern eine notwendige Voraussetzung dafür, dass man langfristig für sich selbst und andere sorgen kann.

Dr. Davatz verwendet den Vergleich der Sauerstoffmaske im Flugzeug: Im Notfall muss man zuerst die eigene Maske aufsetzen, bevor man dem Kind helfen kann. Genauso wichtig ist es im Alltag, zuerst auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, um dann in der Lage zu sein, für andere da zu sein.

Gerade für Menschen mit ADHS ist diese Balance zwischen Empathie und Selbstfürsorge besonders wichtig. Sie neigen oft dazu, sich anzupassen und die Erwartungen anderer zu erfüllen, auch wenn dies ihren eigenen Bedürfnissen widerspricht.

Der erste Schritt zur Selbstfürsorge ist die Akzeptanz der eigenen ADHS-Eigenschaften. Anstatt gegen die eigenen „Uneigenschaften“ anzukämpfen, sollte man sie als Teil der eigenen Persönlichkeit annehmen und lernen, mit ihnen umzugehen.

Die Balance zwischen Empathie und Selbstfürsorge ist ein dynamisches Gleichgewicht, das immer wieder neu justiert werden muss. Mal steht die Anpassung im Vordergrund, mal die Selbstverwirklichung. Wichtig ist, dass man sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst ist und immer wieder reflektiert, wo man steht und was man braucht.

Zusammenfassend plädiert Dr. Davatz für ein achtsames und bewusstes Leben, in dem sowohl die Bedürfnisse anderer als auch die eigenen Bedürfnisse ihren Platz haben. Nur so kann man ein erfülltes und authentisches Leben führen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.

https://ganglion.ch/pdf/selbsterz.m4a.pdf

Der Vergleich der Sauerstoffmaske: Selbstfürsorge vor Anpassung

Dr.med. Ursula Davatz verwendet einen prägnanten Vergleich, um die Wichtigkeit der Selbstfürsorge im Gegensatz zur ständigen Anpassung zu veranschaulichen: die Sauerstoffmaske im Flugzeug.

Sie erklärt, dass man im Notfall zuerst die eigene Sauerstoffmaske aufsetzen muss, bevor man dem Kind helfen kann. Dieser Vergleich verdeutlicht, dass man nur dann für andere sorgen und den Anforderungen der Umgebung gerecht werden kann, wenn man selbst gut versorgt ist.

Frauen neigen oft dazu, sich übermässig anzupassen und die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen zu stellen. Dies kann zu Erschöpfung, Depression und sogar Krankheit führen. Die Sauerstoffmasken-Analogie verdeutlicht, dass Selbstfürsorge kein egoistischer Akt ist, sondern eine Voraussetzung dafür, dass man langfristig für sich selbst und andere sorgen kann.

Indem man sich zuerst um die eigenen Bedürfnisse kümmert, schafft man die Grundlage für ein gesundes und ausgeglichenes Leben. Erst dann ist man in der Lage, sich den Anforderungen der Umgebung zu stellen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.

https://ganglion.ch/pdf/selbsterz.m4a.pdf

Selbstfürsorge: Ein Grundpfeiler für Menschen mit ADHS

Selbstfürsorge ist ein zentrales Thema im Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz über ADHS, insbesondere im Kontext der Selbsterziehung und Selbstbestimmung. Sie betont, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit für Menschen mit ADHS, um ein gesundes und erfülltes Leben führen zu können.

Selbstfürsorge im Spannungsfeld von Empathie und Anpassung

Dr. Davatz stellt Selbstfürsorge der Empathie gegenüber und verdeutlicht, dass Menschen mit ADHS oft dazu neigen, die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen zu stellen. Sie lernen früh, sich anzupassen und den Erwartungen ihrer Umgebung gerecht zu werden. Dies kann jedoch dazu führen, dass sie sich selbst vernachlässigen und ihre eigenen Bedürfnisse unterdrücken.

Die Folge dieser übermässigen Anpassung kann Erschöpfung, Depression und sogar körperliche Krankheit sein. Selbstfürsorge ist daher ein wichtiger Gegenpol zur ständigen Anpassung und ermöglicht es Menschen mit ADHS, ihre eigenen Grenzen zu wahren und für ihr eigenes Wohlbefinden zu sorgen.

Selbstfürsorge als Akt der Selbstzentrierung

Selbstfürsorge bedeutet in diesem Zusammenhang, sich auf die eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren und sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Dies ist kein Egoismus, sondern eine notwendige Form der Selbstzentrierung, um im Alltag mit ADHS bestehen zu können.

Selbstfürsorge: Zeit für sich selbst nehmen

Selbstfürsorge kann viele Formen annehmen. Wichtig ist, dass man sich regelmässig Zeit für sich selbst nimmt, um zu entspannen, Energie zu tanken und die eigenen Batterien wieder aufzuladen. Dies kann bedeuten, dass man sich zurückzieht, Hobbys nachgeht, Sport treibt oder einfach mal nichts tut.

Selbstfürsorge als Voraussetzung für Veränderung

Selbstfürsorge ist nicht nur wichtig für das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch eine Voraussetzung für die Arbeit an den eigenen „Uneigenschaften“ und die Veränderung von Verhaltensweisen, die im Alltag Schwierigkeiten bereiten. Erst wenn man gut für sich selbst sorgt und mit sich selbst im Reinen ist, hat man die Kraft und die Ressourcen, um an sich zu arbeiten und positive Veränderungen herbeizuführen.

Fazit: Selbstfürsorge als Grundpfeiler eines selbstbestimmten Lebens

Selbstfürsorge ist ein essenzieller Bestandteil der ADHS-Selbsterziehung und ein Grundpfeiler für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben mit ADHS. Indem man sich selbst wertschätzt, auf die eigenen Bedürfnisse achtet und sich regelmässig Zeit für sich selbst nimmt, kann man lernen, mit den Herausforderungen von ADHS umzugehen und die eigenen Stärken optimal zu nutzen.

https://ganglion.ch/pdf/selbsterz.m4a.pdf

Selbstfürsorge und Empathie: Ein Balanceakt für Menschen mit ADHS

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz, beleuchten die enge Verbindung und den potenziellen Konflikt zwischen Selbstfürsorge und Empathie, insbesondere bei Menschen mit ADHS.

Empathie als Stärke und Herausforderung:

  • Menschen mit ADHS zeichnen sich häufig durch eine ausgeprägte Empathie aus. Sie spüren die Emotionen und Bedürfnisse ihrer Mitmenschen sehr intensiv und reagieren stark darauf.
  • Diese hohe Sensibilität ist eine wertvolle Eigenschaft, birgt aber auch die Gefahr, dass ADHSler ihre eigene Bedürfnisse vernachlässigen, während sie sich für andere aufopfern.
  • Dr. Davatz beschreibt, wie ADHSler aufgrund ihrer Empathie dazu neigen, sich übermässig in ihr Umfeld zu investieren. Sie setzen sich für soziale Belange ein, kämpfen gegen Ungerechtigkeiten und versuchen, den Erwartungen anderer gerecht zu werden.

Die Folgen mangelnder Selbstfürsorge:

  • Die ständige Fokussierung auf das Aussen und die Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse kann zu einem emotionalen Ungleichgewicht führen.
  • ADHSler laufen Gefahr, sich selbst auszubeuten, ihre Ressourcen zu erschöpfen und in einen Zustand von Burnout oder Depression zu geraten.
  • Dr. Davatz verwendet die Metapher des Sauerstoffs im Flugzeug: Um anderen helfen zu können, müssen wir zuerst sicherstellen, dass wir selbst genügend Sauerstoff, also Energie und Ressourcen, haben.

Selbstfürsorge als Notwendigkeit:

  • Um der Gefahr des Ausbrennens entgegenzuwirken, ist Selbstfürsorge für Menschen mit ADHS unerlässlich.
  • Selbstfürsorge bedeutet, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, zu respektieren und ihnen Raum zu geben.
  • Es geht darum, bewusst Zeit für sich selbst einzuplanen, Dinge zu tun, die Freude bereiten und Energie spenden, und klare Grenzen zu setzen.

Den Balanceakt meistern:

  • Die Herausforderung besteht darin, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Empathie und Selbstfürsorge zu finden.
  • Dr. Davatz betont, dass Empathie nicht unterdrückt werden sollte, sondern dass es darum geht, bewusst mit der eigenen Empathie umzugehen.
  • Statt sich in jeder Situation emotional zu involvieren, können ADHSler lernen, zwei Schritte zurückzutreten und die Situation aus einer neutraleren Perspektive zu betrachten.
  • Dieses bewusste Distanzieren ermöglicht es, die eigenen Grenzen zu wahren und sich vor emotionaler Überforderung zu schützen.

Der Weg zur Balance:

  • Selbstkenntnis: Der erste Schritt zur Balance besteht darin, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen kennenzulernen.
  • Achtsamkeit: Achtsamkeitsübungen können helfen, die eigenen Emotionen und Bedürfnisse besser wahrzunehmen und bewusster mit ihnen umzugehen.
  • Kommunikation: Es ist wichtig, die eigenen Bedürfnisse klar und deutlich zu kommunizieren und auch „Nein“ zu sagen, wenn es notwendig ist.
  • Unterstützung: Der Austausch mit anderen Menschen mit ADHS, sei es in Selbsthilfegruppen oder mit vertrauten Personen, kann wertvolle Unterstützung auf dem Weg zur Balance bieten.

Zusammenfassend:

Selbstfürsorge und Empathie sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Für Menschen mit ADHS ist es wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zwischen diesen beiden Polen zu finden. Indem sie lernen, ihre Empathie bewusst einzusetzen und gleichzeitig auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten, können sie ein erfülltes Leben führen, ohne sich selbst zu vernachlässigen.

https://ganglion.ch/pdf/Depression%20ist%20der%20Anfang%20zur%20Selbstfindung.m4a.pdf