Dr.med. Ursula Davatz offeriert in ihrem Vortrag diverse Lösungsansätze für den Umgang mit und die Unterstützung von Autisten. Sie betont die Wichtigkeit von Verständnis, Geduld und Anpassungsfähigkeit im Umgang mit Menschen im Autismus-Spektrum.

Grundlegende Prinzipien im Umgang mit Autisten

  • Teilnehmende Beobachtung: Anstatt vorschnell zu urteilen oder zu handeln, plädiert Davatz für eine aufmerksame und wertschätzende Beobachtung des Gegenübers. Dies ermöglicht ein besseres Verständnis der individuellen Bedürfnisse und Verhaltensweisen des Autisten.
  • Validierung: Es ist entscheidend, die Perspektive des Autisten anzuerkennen und zu bestätigen, auch wenn sie von der eigenen abweicht. Dies vermittelt dem Autisten das Gefühl, verstanden und ernst genommen zu werden.
  • Emotionale Neutralität: Autisten reagieren sehr sensibel auf emotionale Signale. Ein ruhiger und neutraler Tonfall in der Kommunikation ist daher essenziell, um Überforderung und Abblockreaktionen zu vermeiden.
  • Verzicht auf Befehle und Druck: Direkte Anweisungen und Druck erzeugen bei Autisten oft Stress und Widerstand. Stattdessen sollten Alternativen angeboten und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.
  • Authentizität: Autisten haben ein feines Gespür für Unaufrichtigkeit. Ehrlichkeit und Transparenz in der Kommunikation schaffen Vertrauen und erleichtern den Umgang.

Konkrete Strategien zur Unterstützung

  • Schaffung klarer Strukturen: Klare Strukturen und Routinen geben Autisten Sicherheit und Orientierung. Dies kann durch feste Zeitpläne, definierte Aufgabenbereiche und eine übersichtliche Gestaltung der Umgebung erreicht werden.
  • Anpassung der Kommunikation: Die Kommunikation sollte auf die individuellen Bedürfnisse des Autisten abgestimmt sein. Indirekte Kommunikationswege, z.B. über Musik, gemeinsame Aktivitäten oder Dritt-Objekte, können hilfreich sein.
  • Förderung von Stärken und Interessen: Jeder Autist hat spezifische Talente und Interessen. Diese sollten erkannt und gefördert werden. Ein Arbeitsumfeld, das die individuellen Stärken berücksichtigt, ermöglicht es dem Autisten, sein Potenzial zu entfalten.
  • Akzeptanz von Fehlern: Autisten haben oft Angst vor Fehlern und streben nach Perfektion. Es ist wichtig, ihnen zu vermitteln, dass Fehler zum Lernprozess gehören und nicht verurteilt werden.
  • Geduld und Langsamkeit: Autisten benötigen oft mehr Zeit, um Informationen zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Geduld und Langsamkeit im Umgang mit ihnen sind daher unerlässlich.

Bedeutung des Umfelds

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass das Umfeld eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden und die Entwicklung von Autisten spielt. Ein verständnisvolles und unterstützendes Umfeld kann dazu beitragen, dass sich Autisten sicher und akzeptiert fühlen und ihre Stärken entwickeln können.

https://ganglion.ch/pdf/Autismus-Spektrum-Eigenschaft-19.11.2024.m4a.pdf