Die Bedeutung von Authentizität im Umgang mit Kindern

Authentizität spielt im Umgang mit Kindern, insbesondere mit Kindern aus schwierigem Umfeld oder mit ADHS/ADS, eine entscheidende Rolle. Gemäss Dr. med. Ursula Davatz in ihren Ausführungen zum Umgang mit Kindern aus schwierigem privatem Umfeld, sind Kinder, besonders in jungen Jahren, hochsensibel und nehmen die emotionale Stimmung ihrer Umgebung sehr stark wahr. Sie spüren intuitiv, ob eine Bezugsperson authentisch ist oder nicht. Eine authentische Autorität, die auf emotionaler Integrität, Vertrauen und Respekt basiert, ist daher unerlässlich für eine positive Entwicklung des Kindes.

Warum ist Authentizität so wichtig?

  • Vertrauensbasis: Kinder entwickeln Vertrauen zu Bezugspersonen, die authentisch sind, d.h. deren Worte und Taten übereinstimmen. Dieses Vertrauen bildet die Grundlage für eine sichere Bindung und eine positive Beziehung.
  • Emotionale Sicherheit: Authentizität schafft eine Atmosphäre der emotionalen Sicherheit, in der sich Kinder angenommen und verstanden fühlen. Dies ist besonders wichtig für Kinder aus schwierigem Umfeld, die möglicherweise bereits negative Erfahrungen gemacht haben.
  • Wirksamkeit von Regeln: Kinder akzeptieren Regeln und Grenzen eher, wenn sie von einer Bezugsperson vertreten werden, die authentisch hinter diesen Regeln steht. Dr. Davatz betont, dass Kinder sofort merken, wenn eine Regel nur halbherzig oder ohne Überzeugung vertreten wird. Authentizität verleiht den Regeln Glaubwürdigkeit und fördert die Kooperation des Kindes.
  • Positive Vorbildfunktion: Authentische Bezugspersonen dienen Kindern als positive Vorbilder. Sie zeigen dem Kind, wie man mit Gefühlen umgeht, Konflikte löst und Verantwortung übernimmt.
  • Förderung der emotionalen Entwicklung: Authentizität im Umgang mit Gefühlen unterstützt die emotionale Entwicklung des Kindes. Wenn Bezugspersonen offen über ihre Gefühle sprechen und diese benennen, lernen Kinder, ihre eigenen Emotionen wahrzunehmen, zu verstehen und auszudrücken.

Authentizität im Alltag:

  • Klare, überlegte Regeln: Regeln sollten wohlüberlegt und in Übereinstimmung mit den eigenen Wertvorstellungen aufgestellt werden. Nur dann kann man authentisch hinter ihnen stehen und sie dem Kind glaubwürdig vermitteln.
  • Ehrlicher Umgang mit Gefühlen: Authentizität bedeutet, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken, ohne sie zu unterdrücken oder zu verfälschen. Dies bedeutet nicht, dass man Emotionen ungefiltert ausagieren sollte. Vielmehr geht es darum, Gefühle benennen und kontrollieren zu können.
  • Respektvoller Umgang mit dem Kind: Authentizität im Umgang mit Kindern bedeutet, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, ihre Gefühle ernst zu nehmen und ihnen respektvoll zuzuhören.
  • Vorleben von Werten: Authentizität zeigt sich im alltäglichen Handeln. Kinder lernen am meisten durch Beobachtung und Nachahmung. Daher ist es wichtig, die Werte, die man dem Kind vermitteln möchte, selbst vorzuleben.

Kontrast zur Pseudoautorität:

Dr.med. Ursula Davatz unterscheidet zwischen authentischer Autorität und Pseudoautorität. Letztere basiert auf Machtdemonstration, Manipulation und Oberflächlichkeit. Pseudoautorität erzeugt Misstrauen, Angst und Widerstand und schadet der Beziehung zwischen Bezugsperson und Kind. Kinder spüren die Unechtheit und reagieren darauf mit Ablehnung. Authentische Autorität hingegen schafft Vertrauen, fördert die Kooperation und stärkt die Beziehung.

Beispiel im Umgang mit Tieren:

Dr.med. Ursula Davatz verwendet das Beispiel von Managern, die mit Pferden arbeiten, um die Bedeutung von Authentizität zu verdeutlichen. Pferde, so Dr. Davatz, folgen nur Menschen, die eine echte, authentische Autorität ausstrahlen. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Authentizität nicht nur im Umgang mit Kindern, sondern auch im Umgang mit Tieren eine wichtige Rolle spielt.

https://ganglion.ch/pdf/Umgang_Kindern_schwierigem_privatem_Umfeld.pdf

ADHS – Schwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen

Transktiption

Zu diesem heutigen Tag, zu diesem Seminar. Es heisst „Do’s and Don’ts mit AHDS Kinder“ und die etwas seriösere Unterschrift ist „ADHS – Schwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen“. Ich werde meinen Vortrag aufnehmen, wenn Sie dann mehr Fragen stellen. An sich sind Fragen sehr interessant und die Antwort darauf auch. Also verwenden Sie halt keinen Namen. Dann könnte ich es auch aufnehmen. Wäre das okay für sie? Dann ist es mehr Lerneffekt, wenn es in der Interaktion ist. Gut, dann sage ich ein paar erste Gedanken zum Thema ADHS. Und zuerst noch zu mir. Ich bin Medizinerin, Psychiaterin, Mutter von drei erwachsenen Kindern und Grossmutter von fünf Enkelkindern. Also von dort her habe ich auch eigene Erfahrungen im Umgang mit Kindern. Ich befasse mich seit über 40 Jahren mit dem ADS. Damals sagte man noch, es sei ein frühkindliches POS, also ein psychoorganisches Syndrom. Man sagte, das Hirn sei etwas anders. Heute sagt man ADHS und ADS. Als Medizinerin sage ich ganz klar, ADHS ist keine Krankheit. ADHS ist ein Genotyp. Das heisst, er wird genetisch vererbt. Er bringt mit sich einen Neurotyp, also gewisse neurologische Eigenschaften, die relativ kompliziert sind, wo es auch viele Mischungen gibt. Und in diesem Sinn kann man ADHS nicht wegtherapieren.