Jugend heute

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Transkript

Dr.med. Ursula Davatz

25.1.2025
Jugend heute
Audio

[00:00:02.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Jetzt kommt ein Text für einen neuen Podcast.

[00:00:08.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Jugend von heute geht es psychisch zunehmend schlechter.

[00:00:14.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Psychiatrie als Gesundheitsversorgungssystem hat lange Wartezeiten.

[00:00:24.100] – Dr.med. Ursula Davatz
Der psychiatrische Nachwuchs fehlt.

[00:00:27.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir müssen in der Schweiz ausländische Psychiater einführen, quasi Migranten, um
unser Versorgungssystem aufrecht erhalten zu können.

[00:00:47.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Des Weiteren haben wir Lehrermangel.

[00:00:49.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Immer mehr Lehrer steigen aus, lassen sich frühzeitig pensionieren, werden krank mit
Burnout und es müssen Quereinsteiger reingeholt werden, um das Schulsystem noch
versorgen zu können.

[00:01:21.300] – Dr.med. Ursula Davatz

Auf politischer Ebene streitet man sich darüber, was die richtige Schule ist von heute
oder sein sollte, integrativ oder separativ.

[00:01:34.600] – Dr.med. Ursula Davatz
Zeit vergeht und die Kinder und Jugendlichen leiden weiter.

[00:01:41.840] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Schule stellt also ein politisches Kampffeld dar, was nicht gerade hilfreich ist.

[00:01:51.460] – Dr.med. Ursula Davatz
Frage: Was läuft falsch in unserem System, in unserer sozialen Versorgung, in unserer
Schulversorgung?

[00:02:19.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein paar systemische Überlegungen:

[00:02:35.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Psychische Krankheiten entstehen aus fehl gelaufenen menschlichen Beziehungen, die
chronischen Stress erzeugen.

[00:02:44.420] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Sozialisierung des Menschen beginnt in der Familie und später innerhalb des
öffentlichen Schulsystems.

[00:02:53.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Unser Gehirn ist ein soziales Organ mit starker Beeinflussbarkeit durch menschliche
Beziehungen, die leider die bei der heutigen Jugend vermehrt über digitale Medien
massiv beeinflusst wird.

[00:03:14.720] – Dr.med. Ursula Davatz

Die Medien sind jedoch an erster Stelle am Verkauf interessiert, auf Erhöhung des
Konsums und Gewinnmaximierung, aber nicht an einer gesunden Erziehung unserer
nächsten Generation.

[00:03:37.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Gewinnmaximierung geht vor gesunder Erziehung und Sozialisierung.

[00:03:45.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Politiker ihrerseits sind auf Wiederwahl ausgerichtet und ebenfalls nicht auf das
gesundheitliche Wohl unserer Kinder und Jugendlichen, das heißt, unserer Zukunft.

[00:04:03.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Die medizinische Versorgung wurde kommerzialisiert.

[00:04:10.750] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie ist somit ebenfalls vermehrt auf Profit ausgerichtet.

[00:04:17.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Gesundheitsprävention hat einen kleinen Stellenwert innerhalb unseres
Versorgungssystems, obwohl die Prävention viele Kosten sparen könnte.

[00:04:46.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Wollen wir uns um unsere Jugend und unsere Zukunft nachhaltig kümmern, müssen wir
bei den Familien und in der Schule beginnen.

[00:05:06.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir müssen die Eltern, verantwortlichen Erziehungspersonen in den Schulsystemen
vermehrt unterstützen, dass sie in der heutigen, anspruchsvollen, herausfordernden
Zeit gesunde Kinder und Jugendliche erziehen können, die den Herausforderungen des
heutigen anspruchsvollen Lebens gewachsen sind.

[00:05:37.370] – Dr.med. Ursula Davatz

Wie die Statistik leider zeigt, ist dies nicht mehr der Fall.

[00:05:47.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Erziehungspersonen haben eine starke Konkurrenz durch die digitalen Medien.

[00:05:53.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen sich also das Interesse der Jugend hart erkämpfen.

[00:06:02.440] – Dr.med. Ursula Davatz
Dazu braucht es Kreativität, Experimentierfreudigkeit, Austausch untereinander zur
Anregung neuer Ideen, sogenannte Quer-Befruchtung.

[00:06:19.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Es braucht eine Förderung der Best Practices.

[00:06:28.740] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Schulsystem müsste vermehrt vernetzt und flexibilisiert werden, statt bürokratisch
reglementiert zu sein.

[00:06:47.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Die psychiatrische Versorgung als Stützung der Erziehungspersonen von ADHS/
ADSlern, Professionelle sowie Familien, müssen vermehrt dafür eingesetzt werden, für
diese Unterstützung.

[00:07:34.420] – Dr.med. Ursula Davatz
Reparationsinterventionen einzuführen über die offizielle Psychiatrie, wenn schon alles
fehlgelaufen ist, ist viel zu teuer.

[00:07:48.120] – Dr.med. Ursula Davatz
D i e G e l d e r m ü s s e n v e r m e h r t i n d i e P r ä v e n t i o n , d i e Ve r h ü t u n g v o n
Krankheitsentwicklungen bei Individuen mit neurodivergentem Gehirn, ADHS/ADS,
fliessen.

[00:08:18.500] – Dr.med. Ursula Davatz
Die ungünstige Gen-Umfeld-Interaktion zwischen einer mangelnden Passung des
Erziehungsstils zum neurodivergenten Kind, müsste unbedingt angegangen werden,
wahrgenommen werden.

[00:08:35.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Eine Systemveränderung muss stattfinden.

[00:08:39.250] – Dr.med. Ursula Davatz
Es wird beklagt, dass immer mehr Kinder einen Nachteilsausgleich erhalten und man
spricht dann von inflationärer Verwendung der ADHS/ADS Diagnose.

[00:08:57.690] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sage es umgekehrt.

[00:09:00.950] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ganze System muss den neurodivergenten Kindern vermehrt angepasst werden.

[00:09:16.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Eine Erziehung, die den neurodivergenten Kindern gerecht wird, kommt auch allen
anderen Normotypen zugute.

[00:09:30.120] – Dr.med. Ursula Davatz
Unser Erziehungssystem hinkt hinter der schnellen Digitalen Entwicklung und der
Berieselung durch das Internet hinterher.

[00:09:50.200] – Dr.med. Ursula Davatz
Dies muss korrigiert werden.

[00:09:58.000] – Dr.med. Ursula Davatz

Eine Netzwerkbildung unter Erziehungspersonen zum Thema Umgang mit ADHS/ADS
Kindern und Jugendlichen, wäre von großem Vorteil und würde langfristig, nachhaltig
große reparative Gesundheitskosten sparen.

Erziehungsmuster und Größenwahn in der Politik

Dr.med. Ursula Davatz verbindet in ihrem Vortrag bestimmte Erziehungsmuster mit der Entstehung von Größenwahn, der sich in der Politik manifestieren kann. Im Zentrum ihrer Argumentation steht die Rolle der Vaterfigur, die sie als essenziell für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ansieht.

Fehlende Vaterfigur und bedingungslose Liebe der Mutter:

Laut Dr. Davatz prägt die Erziehung durch eine alleinerziehende Mutter die Entwicklung des Sohnes maßgeblich. Das Fehlen einer konfrontierenden Vaterfigur führt dazu, dass der Sohn weniger Widerstand und Grenzen erfährt. Die bedingungslose Liebe der Mutter, die naturgemäss anders ist als die Liebe eines Vaters, verstärkt diese Dynamik. Der Sohn wird zum „König“ innerhalb der Familie und lernt nicht, sich mit anderen Perspektiven und Grenzen auseinanderzusetzen.

Entwicklung von Größenwahn:

Diese „König-Position“ in der Kindheit, gepaart mit dem Fehlen von Widerstand und Konfrontation, schafft laut Dr. Davatz einen Nährboden für Größenwahn. Die Allmachtsfantasie des Kindes vor dem Spracherwerb, in der die Mutter alle Bedürfnisse erfüllt ohne dass das Kind diese artikulieren muss, wird nicht durch die Vaterfigur relativiert. Im Erwachsenenalter kann sich dies in einem übersteigerten Machtbedürfnis und der Unfähigkeit, Kritik anzunehmen, äußern. Dr. Davatz beobachtet dies in ihrer Praxis bei Söhnen alleinerziehender Mütter, die einen „psychotischen Größenwahn“ entwickeln.

Beispiele aus der Politik:

Dr. Davatz nennt Beispiele von Politikern wie Julius Cäsar, Adolf Hitler und Wladimir Putin, die alle von alleinerziehenden Müttern erzogen wurden und später zu mächtigen, autokratischen Herrschern wurden. Sie sieht in diesen Beispielen eine Bestätigung ihrer These, dass die fehlende Vaterfigur und die damit einhergehende Entwicklung von Größenwahn zu einem Streben nach Macht und Kontrolle in der Politik führen kann.

Zusammenfassend argumentiert Dr.med. Ursula Davatz, dass die Erziehung durch eine alleinerziehende Mutter, in der dem Sohn wenig Widerstand und Grenzen gesetzt werden, die Entwicklung von Größenwahn begünstigen kann. Dieser Größenwahn kann sich später in einem Streben nach politischer Macht und der Etablierung autokratischer Strukturen manifestieren.

https://ganglion.ch/pdf/Gesellschaft%20unter%20Hochdruck.m4a.pdf