Dr.med. Ursula Davatz betrachtet ADHS/ADS als eine individuelle Neurodiversität, einen Neurotyp oder Persönlichkeitstyp, der genetisch vererbt wird. Sie betont, dass es sich dabei nicht um eine Modekrankheit handelt, wie oft in den Medien dargestellt.
Neurodiversität ist ein Konzept, das die natürliche Vielfalt des menschlichen Gehirns und der menschlichen Kognition anerkennt. Es geht davon aus, dass es keine „normale“ Art zu denken oder zu lernen gibt, sondern dass jeder Mensch einzigartige Stärken und Herausforderungen hat.
Dr. Davatz verwendet den Begriff Neurodiversität, um zu verdeutlichen, dass ADHS/ADS keine Krankheit ist, sondern eine Variante des menschlichen Gehirns. Dieser Neurotyp kann zwar Folgekrankheiten entwickeln, diese sind jedoch nicht zwangsläufig und können durch einen geschickten Umgang mit den Betroffenen vermieden werden.
Ein wichtiger Aspekt des Verstehens von Neurodiversität ist die Abkehr von der Idee der „Normierung“. Anstatt Menschen mit ADHS/ADS an vorgegebenen Standards zu messen und zu versuchen, sie anzupassen, sollten ihre individuellen Bedürfnisse und Stärken im Vordergrund stehen.
Das bedeutet konkret:
- Akzeptanz der Andersartigkeit: Anstatt ADHS/ADS als Defizit zu betrachten, sollte man die einzigartigen Denk- und Verhaltensweisen der Betroffenen als wertvollen Teil der menschlichen Vielfalt anerkennen.
- Individuelle Unterstützung: Statt standardisierter Lösungen sollten massgeschneiderte Ansätze entwickelt werden, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen der jeweiligen Person eingehen.
- Stärken fördern: ADHS/ADS ist oft mit besonderen Stärken wie Kreativität, Spontaneität und Hyperfokus verbunden. Diese Stärken sollten erkannt und gefördert werden.
Das Verständnis von Neurodiversität kann dazu beitragen, ein inklusiveres Umfeld zu schaffen, in dem Menschen mit ADHS/ADS ihre Potenziale voll entfalten können.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.