Dr.med. Ursula Davatz beschreibt den Begriff „Double Bind“ im Zusammenhang mit Familien, in denen die Eltern getrennt sind, aber nach aussen den Schein einer intakten Familie wahren. In solchen Situationen kommunizieren die Eltern verbal etwas anderes als nonverbal. Während sie nach aussen hin Harmonie vortäuschen, spüren die Kinder die tatsächliche Spannung und Disharmonie im Familiensystem.

Auswirkungen auf Kinder:

Dieser Widerspruch zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation ist für Kinder äusserst verwirrend und belastend. Sie können die Situation nicht einordnen und entwickeln möglicherweise ein tiefes Misstrauen gegenüber ihren eigenen Wahrnehmungen.

Verbindung zur Schizophrenie:

Dr.med. Ursula Davatz zieht eine Parallele zu Familien mit schizophrenen Kindern. Auch in diesen Familien herrscht oft eine sogenannte „Pseudo-Mutuality“, eine vorgetäuschte Harmonie, die die tatsächliche emotionale Dysfunktion verdeckt.

Risiken für die kindliche Entwicklung:

Dr.med. Ursula Davatz warnt eindringlich vor den Folgen eines solchen Double Bind für die kindliche Entwicklung. Sie bezeichnet dieses Klima als das „schlimmste“, dem man ein Kind aussetzen kann. Obwohl sie nicht explizit von einer direkten Verursachung von Schizophrenie spricht, deutet sie an, dass dieses Umfeld die Entstehung psychischer Probleme begünstigen kann.

Bedeutung der nonverbalen Kommunikation:

Dr.med. Ursula Davatz betont die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation, insbesondere für Kinder. Kinder können nonverbale Signale, wie Mimik, Gestik und Tonfall, noch nicht so gut filtern und unterdrücken wie Erwachsene. Sie reagieren daher besonders sensibel auf emotionale Spannungen, selbst wenn diese unausgesprochen bleiben.

Handlungsempfehlung:

Dr.med. Ursula Davatz empfiehlt, diese unausgesprochenen Konflikte an die Oberfläche zu bringen. Die Eltern sollten offen und ehrlich über ihre Probleme sprechen und dem Kind die Situation altersgerecht erklären.

https://ganglion.ch/pdf/Hochstrittige%20Eltern.m4a.pdf