Die Kommunikation mit Kindern, insbesondere mit ADHS/ADS, kann eine Herausforderung sein. Die Quellen bieten wertvolle Einblicke und konkrete Tipps, wie Eltern und Erziehende die Kommunikation verbessern und eine positive Beziehung zum Kind aufbauen können.
Grundprinzipien der Kommunikation:
- Aufmerksamkeit gewinnen: Bevor Sie eine Bitte oder Anweisung an das Kind richten, stellen Sie Augenkontakt her, um sicherzustellen, dass Sie seine volle Aufmerksamkeit haben. Nennen Sie das Kind beim Namen.
- Klare und kurze Anweisungen: Formulieren Sie Ihre Anweisungen klar, kurz und emotional neutral. Vermeiden Sie lange Erklärungen oder Vorwürfe.
- „Ich“-Botschaften statt „Du“-Botschaften: Sagen Sie z.B. „Ich möchte, dass du…“ anstatt „Du musst…“. So fühlt sich das Kind weniger kritisiert oder unter Druck gesetzt.
- Wiederholungen vermeiden: Wiederholen Sie Ihre Anweisung nicht unzählige Male. Wenn das Kind nach dem dritten Mal nicht reagiert, versuchen Sie herauszufinden, woran es liegt.
- Eigene Haltung reflektieren: Fragen Sie sich, ob Ihre Anweisung klar formuliert und situationsgerecht ist. Sind Sie selbst von Ihrer Anweisung überzeugt?
- Geduld und Verständnis: Kinder mit ADHS/ADS brauchen oft mehr Zeit, um Informationen zu verarbeiten und Anweisungen zu befolgen. Seien Sie geduldig und verständnisvoll, und vermeiden Sie Druck oder Ungeduld.
Spezielle Herausforderungen und Lösungsansätze:
- Kind lässt sich nicht abbringen: Wenn das Kind mit etwas beschäftigt ist und sich nicht abbringen lässt, geben Sie ihm zunächst Wertschätzung für seine Tätigkeit. Lassen Sie ihm etwas Zeit, bevor Sie Ihre Bitte wiederholen.
- Kind wird aggressiv: Reagieren Sie auf aggressive Ausbrüche mit Ruhe und Verständnis. Vermeiden Sie Moralisieren („Das darfst du nicht!“) und versuchen Sie, die Ursache für die Aggression zu verstehen.
- Kind ist hypersensibel: Nehmen Sie die Gefühle des Kindes ernst und machen Sie sich nicht lustig über seine Empfindlichkeit. Geben Sie ihm Zeit und Raum, sich zu beruhigen.
- Kind ist vorlaut: Signalisieren Sie dem Kind, dass Sie an seiner Meinung interessiert sind, aber dass es warten muss, bis Sie Ihren Satz beendet haben.
Förderung der Selbständigkeit durch Kommunikation:
- Verantwortung übergeben: Anstatt ständig zu ermahnen, ermutigen Sie das Kind, selbst Verantwortung für seine Aufgaben und sein Verhalten zu übernehmen.
- Gemeinsames Erarbeiten von Strategien: Beziehen Sie das Kind in die Suche nach Lösungen ein. Entwickeln Sie gemeinsam Strategien, die ihm helfen, mit seinen Herausforderungen umzugehen (z.B. Organisation, Impulskontrolle).
- Klare Erwartungen und Konsequenzen: Kommunizieren Sie klare Erwartungen und Konsequenzen. So lernt das Kind, dass sein Handeln Auswirkungen hat.
Beziehung als Grundlage:
Eine vertrauensvolle und respektvolle Beziehung zwischen Eltern/Erziehenden und Kind ist die Grundlage für eine gelungene Kommunikation. Zeigen Sie dem Kind, dass Sie es lieben und akzeptieren, auch wenn sein Verhalten manchmal schwierig ist.
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