Das Benennen des Traumas ist ein wichtiger Schritt in der Traumaverarbeitung und kann bereits zu einer Reduktion des emotionalen Stresses führen. Laut Dr.med. Ursula Davatz, einer Psychiaterin, kann man durch das Beschreiben und Benennen eines traumatischen Ereignisses in Worten 50% des Stresses, der im emotionalen Gehirn vorhanden ist, abbauen. Es gibt den englischen Spruch: „If you name it, you tame it“. Wenn man das traumatische Ereignis benennen kann, wird es „gezähmt“ und frisst nicht mehr so viel Energie. Dadurch kann man im Leben weitergehen.
Das Benennen des Traumas kann auf verschiedene Arten geschehen:
- Verbalisieren: Die betroffene Person erzählt das traumatische Geschehen möglichst detailliert in Anwesenheit einer anderen Person, zum Beispiel einem Therapeuten. Wichtig ist dabei, dass die andere Person empathisch ist, aber nicht emotional mitschwingt oder das Geschehen moralisch verurteilt.
- Schreiben: Die Person kann das traumatische Erlebnis auch aufschreiben, was ebenfalls eine Form des Benennens ist.
- Konfrontation: In manchen Fällen kann es hilfreich sein, die Person, die das Trauma verursacht hat, mit den eigenen Gefühlen zu konfrontieren. Dies kann in Anwesenheit eines Therapeuten geschehen.
Indem man das Trauma benennt, kann es allmählich im Grosshirn, dem intellektuellen Teil des Gehirns, abgelegt werden. Es wird dadurch nicht vergessen, sondern verarbeitet. Wenn man dann wieder davon spricht, ist die emotionale Aufregung weg und das Ereignis wird zu einem sachlichen Fakt.
Dr.med. Ursula Davatz betont, dass es wichtig ist, Traumata zu verarbeiten, anstatt sie zu verdrängen. Durch die Verarbeitung lernt man aus dem Erlebnis und kann in Zukunft ähnlichen Situationen besser begegnen.
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