Dr.med. Ursula Davatz erklärt in ihren Ausführungen, dass Menschen über zwei verschiedene Arten von Anpassungsmechanismen verfügen:
- Erlernte individuelle Anpassung: Diese Anpassungsform basiert auf Erfahrungen, die im Grosshirn gespeichert und in neuen Situationen abgerufen werden. Je mehr Erfahrungen ein Mensch gemacht hat, desto komplexer ist sein Hirn vernetzt und desto anpassungsfähiger ist er. Dr. Davatz nennt dies auch „gelernte individuelle Anpassung“, bei der das Grosshirn alle Informationen nutzt, die es aus realen Erfahrungen gespeichert hat.
- Reflexartige Anpassung: Diese Anpassungsform ist angeboren und läuft automatisch ab, ohne dass das Grosshirn beteiligt ist. Sie ist in allen Lebewesen, vom Käfer bis zum Menschen, vorhanden und dient dem Überleben in Gefahrensituationen. Zu den reflexartigen Anpassungsmechanismen gehören Kampf, Flucht und der Todstellenreflex.
Dr. Davatz betont, dass der Mensch auf die reflexartigen Anpassungsmechanismen zurückgreift, wenn die erlernten individuellen Anpassungsmechanismen nicht mehr funktionieren oder nicht ausreichen. Dies geschieht beispielsweise in Situationen, die stark emotional belastend sind und in denen die erlernten Verhaltensmuster nicht greifen.
Beispiel aus den Quellen:
Eine Person, die in ihrer Kindheit gelernt hat, Konflikte durch Vermeidung zu lösen, wird in einer neuen Situation, in der Vermeidung nicht möglich ist, möglicherweise mit Angst oder Panik reagieren. Diese Reaktion ist reflexartig und dient dem Schutz vor der als bedrohlich empfundenen Situation. Um diese Situation zu bewältigen, müsste die Person neue, individuellere Anpassungsstrategien entwickeln, die auf die jeweilige Situation zugeschnitten sind. Dies könnte beispielsweise bedeuten, sich dem Konflikt zu stellen und lernen, assertive Kommunikationsstrategien anzuwenden.
https://ganglion.ch/pdf/Wann_laesst_die_Seele_den_Koerper_sprechen.m4a.pdf
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