Wie kann eine effiziente Kooperation zwischen Helfersystemen erreicht werden?

Gemäss dem Text ist eine effiziente Kooperation zwischen Helfersystemen möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Hier sind die wichtigsten Punkte, die im Text genannt werden, um eine solche Kooperation zu erreichen:

  • Akzeptanz und Respekt: Als erstes müssen die Helfer Akzeptanz und Respekt gegenüber anderen Helfern üben. Es ist wichtig, die unterschiedlichen Denkmodelle zu erkennen, zu respektieren und zu akzeptieren.
  • Evaluation und Anpassung: Die Situation sollte immer wieder neu evaluiert und falls notwendig angepasst werden. Das eingeschlagene Vorgehen soll nicht stur durchgesetzt werden.
  • Klare Positionen: Die eigene Einschätzung der Situation aus der eigenen fachlichen Perspektive sollte den anderen Helfern und den Hilfesuchenden klar mitgeteilt werden. Es ist wichtig, eine eigene Position zu beziehen, auch wenn diese unterschiedlich oder sogar gegensätzlich zu anderen Positionen ist.
  • Nachgeben: Es sollte die Bereitschaft vorhanden sein, nachzugeben, wenn ein anderes Helfersystem „näher am Ball“ ist oder bessere Lösungsangebote hat.
  • Keine Übermacht: Es sollte vermieden werden, nur am selben Strang ziehen zu wollen und die Patienten oder die Familie dabei zu überfahren. Es ist auch nicht zielführend, eine Einigkeit zu erzwingen, da dies oft zu unehrlicher Anpassung führt.
  • Authentizität: Den Hilfesuchenden sollte keine harmonische Helferwelt oder „Helfermacht“ vorgespielt werden, da sie dies sofort bemerken, wenn die Helfer nicht authentisch sind.
  • Faire Auseinandersetzung: Was alle weiterbringt, ist eine faire Auseinandersetzung unter den Helfern und Helfersystemen. Sowohl die Helfer als auch die Hilfesuchenden können voneinander lernen.
  • Gemeinsame Problemlösung: Wenn die Helfer gemeinsam an einer Problemlösung arbeiten, bilden sie ein immer besser funktionierendes Helfernetzwerk, das effektiv und effizient ist.
  • Ganzheitlicher Ansatz: Der Mensch, sein Gehirn und auch die Familie sind ein funktionierendes Ganzes und können nicht in klar abgegrenzte Bereiche aufgeteilt werden. Daher sollte auch nicht mit klar voneinander abgetrennten „Helferfeudalsystemen“ gearbeitet werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine erfolgreiche Kooperation auf gegenseitigem Respekt, offener Kommunikation, Flexibilität und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit beruht. Es ist wichtig, die eigenen Perspektiven zu vertreten, aber auch die Perspektiven anderer zu akzeptieren und gemeinsam nach den besten Lösungen für die Patienten oder Familien zu suchen. Das Ziel ist nicht, eine perfekte Harmonie vorzutäuschen, sondern authentisch und effektiv zusammenzuarbeiten.

https://ganglion.ch/pdf/Kompetition_Kooperation_21.Mai%202019.pdf

Kompetition zwischen verschiedenen Helfersystemen in der Schweiz

Gemäss dem Text herrscht in der Schweiz eine Konkurrenz zwischen den verschiedenen Helfersystemen, da jedes System seine Vorherrschaft über den Patienten oder das Familiensystem behaupten will. Dies führt zu einem Machtkampf zwischen Medizinern, Juristen, Sozialhelfern und Pädagogen sowie zwischen ambulanten und stationären Systemen.

Diese Konkurrenzsituation wird als «Feudalkrieg» zwischen den Helfersystemen beschrieben. Obwohl alle Beteiligten meinen, das Beste für den Patienten, das Kind und die Familie zu wollen, entsteht ein Machtkampf, der viel Geld kostet, Ressourcen vernichtet und dem Familiensystem und dem Patienten zusätzlich schadet.

  • Helfersysteme sind vielfältig: Der Sozialstaat Schweiz verfügt über zahlreiche Helfersysteme, die zum Einsatz kommen, wenn das natürliche Familiensystem versagt und ein oder mehrere Individuen Schaden erleiden.
  • Verschiedene Wertsysteme: Jedes Helfersystem hat seine eigenen Glaubensbekenntnisse und Wertsysteme, nach denen es denkt und handelt.
  • Hierarchische Strukturen: Medizinische und juristische Systeme sind hierarchisch aufgebaut.
  • Gesetzesgrundlagen: Sozialversicherungssysteme entscheiden auf Basis von Gesetzen über materielle Unterstützung.
  • Individuelle Unterstützung: Psychosoziale und ambulante Modelle bieten individuelle Unterstützung im Alltag.
  • Pädagogische Modelle: Pädagogische und sozialpädagogische Modelle zielen auf die Erziehung zur Gesundheit oder zum sozialen Wohlverhalten ab.
  • Systemischer Ansatz: Das Angebot der HotA basiert auf einem systemisch-familientherapeutischen Ansatz, der das gesamte Familiensystem betrachtet.
  • Anpassung der Patienten: Patienten und Familien passen sich oft den verschiedenen Systemen an, um Konflikte zu vermeiden oder das Maximum herauszuholen. Dies wird von den Helfersystemen jedoch oft als Manipulation wahrgenommen.

Die mangelnde Zusammenarbeit der Helfersysteme führt dazu, dass die Patienten oder Familien die Schuld für das schlechte Funktionieren der Hilfeleistung erhalten, obwohl es die Helfersysteme sind, die sich gegenseitig ausspielen lassen. Die Hilfesuchenden optimieren ihr Verhalten lediglich, um in dieser Situation zurechtzukommen.

https://ganglion.ch/pdf/Kompetition_Kooperation_21.Mai%202019.pdf