Dr.med. Ursula Davatz beschreibt Murray Bowens Konzept, das sie während ihrer Ausbildung am Ackermann Institut in New York kennenlernte, wie folgt:
- Die Familie als Organismus: Bowen betrachtet die Familie als einen Organismus, in dem alle Mitglieder, einschliesslich der Kinder, untrennbar miteinander verbunden sind.
- Fokus auf die Eltern: Bowen betont die Wichtigkeit, bei den Eltern anzusetzen, da sie die stärkeren Mitglieder des Familiensystems sind und Veränderungen bei ihnen sich positiv auf den Patienten auswirken können.
- Dysfunktionale Beziehungen: Bowen identifizierte dysfunktionale Beziehungsmuster in Familien mit schizophrenen Mitgliedern.
- Symbiotische Beziehung zwischen Mutter und Kind: Die enge symbiotische Beziehung zwischen Mutter und dem schizophrenen Kind sah Bowen als problematisch an.
- Triangulierung des Kindes: Bowen betrachtete die Triangulierung des Kindes in den elterlichen Konflikten als zentralen Aspekt der Dysfunktionalität.
- Konfliktlösung in der Zweierbeziehung: Bowen postulierte, dass Konflikte nur in der Zweierbeziehung gelöst werden können und nicht durch Einbezug einer dritten Person.
Dr.med. Ursula Davatz kombiniert Murray Bowens systemischen Ansatz mit anderen Theorien, um ein umfassenderes Verständnis der Familiendynamik zu erhalten.
Es ist wichtig zu beachten, dass Dr.med. Ursula Davatz den Begriff der „Schuld“ in Bezug auf die Eltern von schizophrenen Kindern ablehnt. Sie betont, dass es in der Therapie nicht um Schuldzuweisung, sondern um das Verstehen der Interaktionen und der Balance innerhalb des Familiensystems geht.
https://ganglion.ch/pdf/Vulnerabilitaet_Erziehung_Krankheit.pdf
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