Um die negativen Folgen von „Nein“ im Umgang mit ADHS/ADS-Kindern zu veranschaulichen, verwendet Dr.med. Ursula Davatz das Bild einer Welle und einer Mauer.
Die Welle steht symbolisch für die Emotionen und Impulse des ADHS/ADS-Kindes, die sich aufgrund der schlechten Impulskontrolle schnell zu einer grossen Kraft entwickeln können.
Das „Nein“ des Erwachsenen stellt in diesem Bild die Mauer dar, die der Welle den Weg versperrt.
Trifft die Welle auf die Mauer, kommt es zu einer Springflut, bei der alles zerstört wird. Dr. Davatz verdeutlicht damit die heftige Reaktion des Kindes, wenn seine Bedürfnisse und Impulse abrupt blockiert werden.
Folgen des „Nein“:
- Frustration: Das Kind erlebt das „Nein“ als massive Frustration, da es seine Impulse nicht kontrollieren kann und sich in seinen Bedürfnissen blockiert fühlt.
- Aggression: Die Frustration kann sich in aggressivem Verhalten entladen, da das Kind nach einem Ventil für seine aufgestauten Emotionen sucht.
- Rückzug: Das Kind kann sich auch in sich zurückziehen und jegliche Kooperation verweigern. Dies ist besonders bei ADS-Kindern zu beobachten, die dazu neigen, Konflikte innerlich auszutragen.
- Verstärkung der Impulsivität: Anstatt das Kind zu beruhigen, kann das „Nein“ die Impulsivität noch verstärken, da es den inneren Druck erhöht.
Alternative zum „Nein“:
Statt mit einem „Nein“ die emotionale Welle des Kindes abrupt zu stoppen, empfiehlt Dr. Davatz, Verständnis und Flexibilität zu zeigen.
1. Validieren:
Zeigen Sie dem Kind, dass Sie seine Bedürfnisse und Emotionen verstehen. Bestätigen Sie seine Gefühle und geben Sie ihm das Gefühl, ernst genommen zu werden.
2. Lösungsorientiert handeln:
Suchen Sie gemeinsam mit dem Kind nach einer Lösung, die sowohl seinen Bedürfnissen als auch den gegebenen Rahmenbedingungen gerecht wird.
3. Die Welle abebben lassen:
Wenn das Kind keinen Widerstand spürt, sondern seine Emotionen ausdrücken und abbauen kann, ebbt die „Welle“ von selbst ab.
Zusammenfassend zeigt das Bild der Welle und der Mauer die Wichtigkeit eines verständnisvollen und flexiblen Umgangs mit den Emotionen von ADHS/ADS-Kindern. Statt mit einem rigiden „Nein“ Widerstand zu leisten, sollten Eltern und Lehrpersonen versuchen, die emotionale Energie des Kindes in positive Bahnen zu lenken.
https://ganglion.ch/pdf/Umgang_mit_ADHS-ADS_19.9.2024.m4a.pdf
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