Selbstwertgefühl und seine Bedeutung im Kontext der Berufsfindung

Selbstwertgefühl ist ein zentrales Thema im Vortrag von Dr.med. Ursula Davatz, insbesondere im Zusammenhang mit der Berufsfindung und -ausübung. Ein gesundes Selbstwertgefühl ist essenziell für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden eines Menschen. Es beeinflusst maßgeblich, wie wir uns selbst wahrnehmen, welche Entscheidungen wir treffen und wie wir mit Herausforderungen umgehen.

Selbstwertgefühl und Berufswahl

Dr. Davatz betont, dass die Berufswahl einen entscheidenden Einfluss auf das Selbstwertgefühl hat. Im Beruf verbringen wir einen Großteil unserer Zeit und definieren uns oft über unsere Tätigkeit.

  • Berufliche Erfüllung: Wenn ein Mensch einen Beruf ausüben kann, der seinen Fähigkeiten, Interessen und Werten entspricht, stärkt dies sein Selbstwertgefühl und seine Selbstsicherheit. Er fühlt sich in seiner Tätigkeit kompetent und wertgeschätzt.
  • Enttäuschte Berufswünsche: Umgekehrt können unerfüllte Berufswünsche, sei es durch äußeren Druck oder eigene Fehlentscheidungen, zu Kränkungen und einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Menschen, die in einem Beruf arbeiten, der nicht zu ihnen passt, fühlen sich möglicherweise unzufrieden, frustriert und wertlos.

Einflussfaktoren auf das Selbstwertgefühl im Beruf

  • Erwartungshaltungen der Eltern: Dr. Davatz weist darauf hin, dass die Erwartungshaltungen der Eltern einen erheblichen Einfluss auf die Berufswahl und das Selbstwertgefühl der Kinder haben können. Oftmals projizieren Eltern ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen auf ihre Kinder, was zu Konflikten und Selbstverleugnung führen kann, wenn die Kinder diesen Erwartungen nicht entsprechen.
  • Gesellschaftliche Normen: Auch gesellschaftliche Normen und Wertvorstellungen prägen unsere Berufswahl und unser Selbstwertgefühl. In der westlichen Welt werden beispielsweise akademische Berufe oft höher bewertet als handwerkliche Berufe, was dazu führen kann, dass Menschen, die handwerklich tätig sind, sich weniger wertgeschätzt fühlen.
  • Eigene Prägungen und Erfahrungen: Neben den äußeren Einflüssen spielen natürlich auch die eigenen Prägungen und Erfahrungen eine Rolle bei der Entwicklung des Selbstwertgefühls. Negative Erfahrungen, wie z.B. Misserfolge, Kritik oder Mobbing, können das Selbstwertgefühl schwächen.

Stärkung des Selbstwertgefühls

  • Wahrnehmung und Ernstnehmen der eigenen Wünsche: Dr. Davatz betont, dass es wichtig ist, die eigenen Wünsche und Träume wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Dies gilt auch für Berufswünsche, die möglicherweise nicht (mehr) realisierbar sind. Indem wir uns mit unseren Wünschen auseinandersetzen, lernen wir uns selbst besser kennen und verstehen.
  • Verwirklichung von Wünschen und Interessen: Auch wenn ein Traumberuf möglicherweise nicht erreichbar ist, so lassen sich die damit verbundenen Interessen und Talente oft in anderen Bereichen ausleben, sei es im Hobby, im Ehrenamt oder in der Freizeitgestaltung. Die Verwirklichung von Wünschen und Interessen stärkt das Selbstwertgefühl und gibt dem Leben Sinn.
  • Akzeptanz von Grenzen: Es ist wichtig, zu akzeptieren, dass nicht alle Wünsche und Träume erfüllbar sind. Manchmal müssen wir Kompromisse eingehen und uns mit dem Möglichen zufriedengeben.
  • Fokus auf die eigenen Stärken: Anstatt sich auf die eigenen Schwächen zu konzentrieren, sollten wir unsere Stärken und Talente erkennen und fördern. Erfolge und positive Erfahrungen stärken das Selbstwertgefühl.

Fazit

Das Selbstwertgefühl spielt eine zentrale Rolle in der Berufsfindung und -ausübung. Ein gesundes Selbstwertgefühl ermöglicht es uns, unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen, unsere Talente zu entfalten und mit Herausforderungen umzugehen. Es ist wichtig, die eigenen Wünsche ernst zu nehmen, sie im Rahmen des Möglichen zu verwirklichen und sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren.

https://ganglion.ch/pdf/Selbstwert_Selbstvertrauen_im_Kontext_der_Berufsfindung.pdf