Sie erwähnt, dass Ritalin und ähnliche Stimulanzien eingesetzt werden, um die Fokussierung von Menschen mit ADHS zu verbessern, da diese aufgrund ihrer „breiten Aufmerksamkeit“ Schwierigkeiten haben, sich auf einen bestimmten Reiz zu konzentrieren.
Möglicher Vorteil von Ritalin:
- Verbesserte Fokussierung im schulischen Alltag: Ritalin kann ADHS-Kindern helfen, sich im Unterricht besser zu konzentrieren und dem Lehrer zuzuhören. Dies kann zu besseren schulischen Leistungen führen.
Mögliche Nachteile von Ritalin:
- Verlust von Kreativität und Selbstgefühl: Dr. Davatz erwähnt, dass viele Menschen, die Ritalin einnehmen, berichten, dass sie sich weniger kreativ fühlen und sich selbst nicht mehr so gut spüren. Dies könnte darauf hindeuten, dass Ritalin die natürliche Persönlichkeit und das emotionale Erleben der Kinder beeinflusst.
- Symptombekämpfung statt Ursachenbehandlung: Dr. Davatz kritisiert das medizinische Modell der Psychiatrie, das sich darauf konzentriert, Symptome mit Medikamenten zu bekämpfen, anstatt die Ursachen der psychischen Erkrankungen zu erforschen und zu behandeln. Sie plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, der die biologische, psychologische und soziale Dimension der Kinder berücksichtigt.
- Gewöhnungseffekt und Suchtgefahr: Obwohl Dr. Davatz die Suchtgefahr von Ritalin nicht explizit erwähnt, weist sie darauf hin, dass die Einnahme von Medikamenten zur schnellen Problemlösung führt und die Eigenaktivität zur Problemlösung behindert. Sie befürchtet, dass Kinder durch die Einnahme von Medikamenten lernen, ihre Probleme mit „Krücken“ zu lösen, anstatt eigene Strategien zur Bewältigung zu entwickeln.
Dr.med. Ursula Davatz‘ allgemeine Haltung gegenüber Medikamenten:
- Kritische Sicht auf den Einsatz von Medikamenten: Dr. Davatz betont, dass Medikamente nur eine Symptombekämpfung darstellen und nicht die Ursachen psychischer Erkrankungen beheben.
- Bevorzugung von Problemlösungsstrategien: Sie plädiert dafür, Kindern bei der Entwicklung von Problemlösungsstrategien zu helfen, anstatt ihre Symptome mit Medikamenten zu unterdrücken.
- Berücksichtigung der individuellen Situation: Dr. Davatz räumt ein, dass die Entscheidung für oder gegen Medikamente von der individuellen Situation des Kindes abhängt. Sie betont, dass es kein allgemeingültiges Rezept gibt und dass die Eltern die Vor- und Nachteile von Medikamenten sorgfältig abwägen sollten.
https://ganglion.ch/pdf/shelter_schweiz_1+2.pdf
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.