Dr.med. Ursula Davatz geht in den Quellen auf geschlechtsspezifische Unterschiede in der Traumaverarbeitung ein. Sie stellt fest, dass Frauen emotionale Erlebnisse eher verbalisieren und mitteilen, während Männer dazu neigen, diese abzuspalten und zu intellektualisieren. Das bedeutet, dass Männer oft so tun, als ob ihnen das Trauma nichts ausmachen würde, während Frauen ihre Emotionen eher offen zeigen.

Diese Unterschiede lassen sich laut Dr.med. Ursula Davatz auf die unterschiedliche Funktionsweise des männlichen und weiblichen Gehirns zurückführen. Studien an Mäusen und Ratten haben gezeigt, dass das weibliche Gehirn unter Stress mehr Vernetzungen bildet und somit nach Lösungen sucht. Das männliche Gehirn hingegen bildet unter Stress eine Art „Autobahn“, was dem Intellektualisieren und Verdrängen entspricht.

Dr.med. Davatz vergleicht dieses Verhalten mit dem von Politikern, die „mit Scheuklappen“ auf ein Ziel zusteuern und stur versuchen, Recht zu behalten und zu gewinnen, anstatt nach flexiblen Lösungen zu suchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Traumaverarbeitung bei Männern und Frauen unterschiedlich verläuft:

  • Frauen:
    • Neigen dazu, Emotionen auszudrücken und darüber zu sprechen.
    • Suchen unter Stress aktiv nach Lösungen.
    • Sind möglicherweise offener für therapeutische Unterstützung.
  • Männer:
    • Neigen dazu, Emotionen abzuspalten und zu intellektualisieren.
    • Verdrängen Traumata eher.
    • Könnten Schwierigkeiten haben, über ihre Gefühle zu sprechen.

Es ist wichtig zu betonen, dass dies allgemeine Tendenzen sind und nicht auf jedes Individuum zutreffen. Die individuelle Traumaverarbeitung ist von vielen Faktoren abhängig, wie z.B. der Art des Traumas, der Persönlichkeit und den bisherigen Lebenserfahrungen.

https://ganglion.ch/pdf/PTBS-20.6.2024.m4a.pdf