Dr.med. Ursula Davatz empfiehlt die Methode der „teilnehmenden Beobachtung“ für die Kommunikation mit Autisten. Dieser Begriff stammt aus der Tierforschung und Soziobiologie.

Prinzipien der teilnehmenden Beobachtung:

  • Beziehungsaufbau: Man tritt in eine Beziehung mit dem Autisten, ohne ihn zu überrennen oder zu überfordern.
  • Verlangsamung: Die Interaktion wird verlangsamt, um dem Autisten Zeit und Raum zum Reagieren zu geben.
  • Validierung: Man spiegelt dem Autisten die eigene Wahrnehmung zurück und lässt ihn korrigieren, falls diese nicht korrekt ist.
  • Eigenes Einbringen: Man darf sich in die Interaktion einbringen, ohne jedoch etwas vom Autisten erreichen zu wollen.
  • Zur Verfügung stellen: Man stellt dem Autisten Informationen und Angebote zur Verfügung, die er annehmen oder ablehnen kann.
  • Low Arousal State: Man begegnet dem Autisten in einem ruhigen und entspannten Zustand.

Beispiele aus der Tierforschung:

Dr.med. Ursula Davatz nennt Beispiele aus der Primatenforschung, um die teilnehmende Beobachtung zu veranschaulichen. Jane Goodall beobachtete Gorillas im Feld und interagierte mit ihnen. Der Schweizer Forscher Jörg Hess lernte 50 Begriffe von Gorillas, obwohl diese nicht sprechen können.

Vorteile der teilnehmenden Beobachtung:

  • Vertrauensaufbau: Durch die respektvolle und geduldige Herangehensweise kann Vertrauen aufgebaut werden.
  • Verstehen der Bedürfnisse: Man lernt die Bedürfnisse und die Kommunikationsweise des Autisten besser kennen.
  • Reduktion von Stress: Die ruhige und entspannte Atmosphäre reduziert den Stress für den Autisten.
  • Förderung der Kommunikation: Die teilnehmende Beobachtung kann die Kommunikation mit dem Autisten verbessern.

Zusammenfassend: Die teilnehmende Beobachtung ist eine Methode der Kommunikation mit Autisten, die auf Respekt, Geduld und dem Aufbau einer Beziehung basiert. Sie ermöglicht es, die Bedürfnisse des Autisten besser zu verstehen und die Kommunikation mit ihm zu verbessern.

https://ganglion.ch/pdf/Wendepunkt-ASS-26.11.2024.m4a.pdf