Die Quellen beleuchten die Genderunterschiede im Zusammenhang mit ADHS/ADS und zeigen auf, dass Mädchen und Jungen die Störung unterschiedlich ausleben und wahrgenommen werden.
Diagnose und Wahrnehmung:
- Jungen erhalten häufiger die Diagnose ADHS/ADS in der Kindheit, da sie durch ihr Verhalten, das oft dem Klischee des „lauten Jungen“ entspricht, schneller auffallen.
- Mädchen hingegen sind häufig anpassungsfähiger und ihre Symptome werden daher oft übersehen. Sie fallen weniger durch hyperaktives Verhalten auf, sondern zeigen eher Unaufmerksamkeit und innere Unruhe.
- Die unterschiedliche Wahrnehmung von ADHS/ADS bei Jungen und Mädchen führt dazu, dass Mädchen oft erst später oder gar nicht diagnostiziert werden.
Biologische und gesellschaftliche Einflüsse:
- Dr.med. Ursula Davatz verweist auf Untersuchungen des männlichen und weiblichen Gehirns, die zeigen, dass Frauen unter Stress eine stärkere Vernetzung im Gehirn aufweisen. Dies könnte ihre bessere Anpassungsfähigkeit erklären.
- Sie zieht auch eine Analogie zu Stuten und Hengsten, wobei Stuten als einfacher zu reiten gelten, was ihre These der höheren Anpassungsfähigkeit von Frauen untermauert.
- Die Quellen betonen aber auch die gesellschaftliche Prägung, die zu den unterschiedlichen Verhaltensweisen von Jungen und Mädchen beiträgt. Mädchen werden von klein auf darauf vorbereitet, sich anzupassen und die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen.
- Diese Anpassungsfähigkeit ist laut Dr.med. Ursula Davatz überlebenswichtig für die Menschheit.
Konsequenzen der unterschiedlichen Wahrnehmung:
- Die späte oder fehlende Diagnose bei Mädchen kann dazu führen, dass sie im Schulsystem und im späteren Leben benachteiligt sind.
- Sie erhalten möglicherweise nicht die Unterstützung, die sie benötigen, um mit den Herausforderungen von ADHS/ADS umzugehen.
- Unbehandeltes ADHS/ADS kann bei Mädchen zu psychischen Problemen wie Angststörungen, Depressionen oder Essstörungen führen.
Es ist wichtig, die Genderunterschiede bei ADHS/ADS zu berücksichtigen, um Mädchen und Jungen die gleiche Chance auf eine frühzeitige Diagnose und angemessene Unterstützung zu ermöglichen.