Frühzeitige Unterstützung ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll, wie aus den Quellen hervorgeht.
Erstens kann frühzeitige Unterstützung verhindern, dass sich Probleme verschlimmern. Gemäss Dr.med. Ursula Davatz entstehen 50% der psychiatrischen Krankheiten in der Pubertät und 75% bis zum 25. Lebensjahr, was unterstreicht, dass Probleme oft früh beginnen. Wenn man frühzeitig interveniert, kann man möglicherweise schwerwiegendere Folgen verhindern.
Zweitens spielt die Pubertät eine entscheidende Rolle in der Gehirnentwicklung und -vernetzung. In dieser Zeit ist die Interaktion mit dem Umfeld enorm wichtig. Frühzeitige Unterstützung ermöglicht eine positive Beeinflussung dieser Entwicklung und kann helfen, gesunde funktionale Netzwerke im Gehirn zu fördern.
Drittens kann frühzeitige Intervention helfen, die Ursachen von Problemen zu erkennen und anzugehen, anstatt nur Symptome zu behandeln. Dr.med. Ursula Davatz betont, dass hinter aggressivem Verhalten oft eine Verletzung steckt. Frühzeitige Unterstützung kann helfen, diese Verletzungen zu erkennen und zu bearbeiten, bevor sie zu grösseren Schwierigkeiten führen.
Viertens können Kinder und Jugendliche durch frühzeitige Unterstützung bessere Bewältigungsstrategien erlernen. Dies ist besonders wichtig für Kinder mit ADHS/ADS, die lernen müssen, mit ihren Emotionen umzugehen. Frühzeitig erlernte Techniken zur Selbstberuhigung und Konfliktlösung können im späteren Leben von grossem Nutzen sein.
Fünftens kann frühzeitige Intervention das Risiko von Suchtverhalten verringern. Dr.med. Ursula Davatz erklärt, dass Kinder und Jugendliche, die zu Hause keine gesunde Auseinandersetzung lernen, eher zu Suchtmitteln greifen. Eine frühe Förderung der Auseinandersetzung und des Umgangs mit Emotionen kann hier präventiv wirken.
Sechstens kann eine frühzeitige Begleitung von Kindern mit beispielsweise ADHS/ADS helfen, Folgekrankheiten (Komorbiditäten) zu verhindern. Dr.med. Ursula Davatz sieht zusätzliche psychiatrische Diagnosen bei ADHS/ADSlern oft als Folgekrankheiten, die durch frühzeitige und gute Behandlung vermieden werden könnten.
Siebtens ist frühzeitige Unterstützung ökonomisch sinnvoller. Die Kosten für späte Interventionen in der Psychiatrie, Medizin oder im juristischen System sind oft um ein Vielfaches höher als die Investition in frühzeitige systemische Beratung und Unterstützung von Eltern und Kindern.
Achtens ermöglicht frühzeitige Intervention die Unterstützung des gesamten Systems, einschliesslich Familie und Schule. Dr.med. Ursula Davatz betont die Wichtigkeit des systemischen Ansatzes und dass man nicht nur auf das einzelne Kind schauen sollte, sondern auch das Umfeld unterstützen muss.
Neuntens kann frühzeitige Förderung der Sozialkompetenz Mobbing und andere soziale Probleme verhindern. Kinder müssen früh lernen, wie man mit Unterschieden umgeht und ein gutes Sozialverhalten vorlebt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass frühzeitige Unterstützung in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen essenziell ist, um psychische Probleme zu vermeiden oder zu mildern, gesunde Entwicklungsprozesse zu fördern, bessere Bewältigungsstrategien zu erlernen, das Risiko von Suchtverhalten und Folgekrankheiten zu reduzieren und letztendlich Kosten für die Gesellschaft zu sparen. Dr.med. Ursula Davatz plädiert stark dafür, frühzeitig fachkompetente Hilfe zu holen, sei es im Kindergarten oder in der Schule, und den systemischen Ansatz zu verfolgen, um das Kind in seinem gesamten Kontext zu unterstützen.
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