Die emotionale Funktion der Hyperaktivität bei ADHS-Kindern

Dr.med. Ursula Davatz erklärt in ihrem Vortrag, dass Hyperaktivität bei ADHS-Kindern nicht einfach nur ein Ausdruck von Unruhe oder Überenergie ist, sondern eine wichtige emotionale Funktion erfüllt: die Emotionsregulation.

Hyperaktivität als Ventil:

  • ADHS-Kinder sind hochsensibel und reagieren intensiver auf Reize und Emotionen.
  • Wenn sie Stress, Ärger oder Kränkung erleben, stauen sich diese Emotionen in ihrem emotionalen Gehirn an.
  • Durch die Hyperaktivität, also durch körperliche Bewegung, können sie diese überschüssigen Emotionen abbauen und sich von negativen Gefühlen befreien.

Beispiele für Emotionsregulation durch Bewegung:

  • Zappeln, Stuhlwackeln, Rennen, Springen: Diese Bewegungen helfen den Kindern, ihren Gefühlsstau zu lösen und sich wieder zu beruhigen.
  • Sportliche Aktivitäten: Sport bietet eine gesunde und effektive Möglichkeit für ADHS-Kinder, ihre Emotionen zu regulieren und Stress abzubauen.

Positive Effekte der Bewegung:

  • Verbesserte Konzentration: Studien zeigen, dass ADHS-Kinder nach dem Sportunterricht aufmerksamer sind und sich besser konzentrieren können.
  • Ausschüttung von Dopamin: Bewegung fördert die Ausschüttung von Dopamin, einem Botenstoff im Gehirn, der für Motivation, Konzentration und Wohlbefinden zuständig ist.

Fazit:

Hyperaktivität bei ADHS-Kindern ist also nicht einfach nur ein störendes Verhalten, sondern ein wichtiger Mechanismus zur Emotionsregulation. Eltern und Lehrpersonen sollten dies verstehen und den Kindern ausreichend Möglichkeiten zur Bewegung bieten, um ihnen zu helfen, mit ihren Emotionen umzugehen und ein gesundes Gleichgewicht zu finden.

https://ganglion.ch/pdf/Umgang_mit_ADHS-ADS_19.9.2024.m4a.pdf