Die „Herzensebene“ im Umgang mit Jugendlichen

Die „Herzensebene“ spielt im Umgang mit Jugendlichen eine zentrale Rolle, wie Dr. Davatz in ihren Ausführungen betont. Es geht darum, eine emotionale Verbindung zu den Jugendlichen aufzubauen, sie in ihrer Individualität wahrzunehmen und ihnen mit Empathie und Verständnis zu begegnen.

Warum ist die „Herzensebene“ so wichtig?

  • Jugendliche sind besonders sensibel: Gerade in der Pubertät sind Jugendliche sehr empfindsam und suchen nach Orientierung und Halt. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen zuhören, sie ernst nehmen und ihnen das Gefühl geben, verstanden zu werden.
  • Vertrauen schaffen: Nur wenn sich ein Jugendlicher emotional abgeholt und angenommen fühlt, kann eine vertrauensvolle Beziehung entstehen. Dieses Vertrauen ist die Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation und Zusammenarbeit.
  • Motivation fördern: Extrinsische Motivation durch Belohnung oder Bestrafung ist oft wenig effektiv. Jugendliche sind viel motivierter, wenn sie intrinsisch motiviert sind, d.h. wenn sie einen Sinn in dem sehen, was sie tun, und wenn sie sich emotional angesprochen fühlen.

Wie erreicht man die „Herzensebene“?

  • Auf Augenhöhe begegnen: Behandeln Sie Jugendliche als gleichwertige Gesprächspartner. Vermeiden Sie eine überhebliche oder besserwisserische Haltung.
  • Ehrliches Interesse zeigen: Stellen Sie Fragen und hören Sie aufmerksam zu. Versuchen Sie, die Perspektive des Jugendlichen zu verstehen.
  • Authentisch sein: Verstellen Sie sich nicht. Jugendliche spüren sofort, wenn man unehrlich ist. Zeigen Sie auch Ihre eigenen Schwächen und Zweifel.
  • Spielerische Elemente einbauen: Humor und spielerische Interaktionen können die Stimmung auflockern und helfen, eine emotionale Verbindung herzustellen.
  • Zeit und Geduld: Es braucht Zeit, um eine Beziehung aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen. Drängen Sie Jugendliche nicht zu schnellen Entscheidungen. Lassen Sie ihnen Zeit, sich zu öffnen.

Die „Herzensebene“ ist kein Ersatz für klare Regeln und Grenzen. Es geht nicht darum, Jugendliche zu verwöhnen oder ihnen alles durchgehen zu lassen. Vielmehr schafft die „Herzensebene“ die Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation, eine positive Entwicklung und die Förderung von Eigeninitiative und Selbstverantwortung.

https://ganglion.ch/pdf/Jugend.m4a.pdf

Die Bedeutung der „Herzensebene“ im Umgang mit Jugendlichen

Die „Herzensebene“, also die emotionale Ebene, spielt laut Dr.med. Ursula Davatz eine entscheidende Rolle im Umgang mit Jugendlichen. Sie betont immer wieder, dass man Jugendliche auf der „Herzensebene“ abholen muss, um eine echte Verbindung aufzubauen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

  • „Man sieht nur mit dem Herzen gut“: Dr. Davatz zitiert Antoine de Saint-Exupéry, um die Bedeutung der „Herzensebene“ zu verdeutlichen. Es geht darum, empathisch zu sein, die Gefühle und Bedürfnisse des Jugendlichen wahrzunehmen und zu verstehen.
  • Authentizität als Schlüssel: Authentizität ist eng mit der „Herzensebene“ verknüpft. Nur wenn man selbst echt und aufrichtig ist, kann man eine echte Verbindung zum Jugendlichen aufbauen.
  • Spiel und Humor: Dr. Davatz verweist auf das spielerische Verhalten von Jungtieren und betont, dass Spiel und Humor wichtige Elemente im Umgang mit Jugendlichen sind. Sie schaffen eine lockere Atmosphäre, fördern die Kreativität und erleichtern das Lernen.
  • Bedürfnisorientierte Kommunikation: Die „Herzensebene“ ist auch die Basis für bedürfnisorientierte Kommunikation. Es geht darum, die Bedürfnisse hinter dem Verhalten des Jugendlichen zu erkennen und diese ernst zu nehmen.
  • Zeit und Geduld: Um die „Herzensebene“ zu erreichen, braucht es Zeit und Geduld. Man muss dem Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich zu öffnen und Vertrauen aufzubauen.
  • Abkehr von der Defizitorientierung: Dr. Davatz kritisiert die defizitorientierte Sichtweise im Umgang mit Jugendlichen, insbesondere im medizinischen Kontext. Statt sich auf die Schwächen zu konzentrieren, sollte man die Stärken und Ressourcen des Jugendlichen in den Blick nehmen.
  • Integration von Herz und Verstand: Dr. Davatz plädiert für eine Integration von Herz und Verstand im Umgang mit Jugendlichen. Die emotionale Ebene („Herzensebene“) ist die Grundlage für eine gelingende Kommunikation und Beziehungsarbeit. Der Verstand hilft dabei, die Situation zu analysieren und geeignete Handlungsstrategien zu entwickeln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die „Herzensebene“ eine zentrale Rolle im Umgang mit Jugendlichen spielt. Es geht darum, eine empathische und authentische Beziehung aufzubauen, die auf Verständnis, Respekt und Wertschätzung basiert. Nur so können Jugendliche in ihrer Entwicklung optimal unterstützt und gefördert werden.

https://ganglion.ch/pdf/Jugend.m4a.pdf