Verschiedene Fluchtmechanismen vor Problemen

Es gibt verschiedene Fluchtmechanismen, die Menschen anwenden, um mit Problemen umzugehen, anstatt sich ihnen direkt zu stellen. Diese Mechanismen können kurzfristig Erleichterung verschaffen, aber langfristig die eigentlichen Probleme verschärfen und zu Suchtverhalten führen. Die Quellen beschreiben folgende Fluchtmechanismen:

  • Chemische Substanzen: Der Griff zu chemischen Substanzen wie Alkohol, Tabletten oder Drogen ist eine häufige Form der Problemflucht. Diese Substanzen können die psychische Befindlichkeit schnell verändern und so ein Gefühl der Entspannung oder Betäubung erzeugen. Die Einnahme solcher Substanzen ermöglicht es, unangenehme Gefühle wie Angst, Stress oder Frustration vorübergehend zu unterdrücken. Diese Form der Flucht ist besonders problematisch, weil sie zur Abhängigkeit führen kann.
    • Die Quellen erklären, dass der Konsum von Suchtmitteln eine scheinbar schnelle Lösung für Probleme darstellt.
    • Die psychotrope Wirkung dieser Substanzen ermöglicht eine schnelle Veränderung des psychischen Befindens.
    • Der Konsum von Suchtmitteln kann als Flucht aus schwierigen Lebenssituationen oder als Bewältigungsmechanismus für negative Emotionen dienen.
  • Suchtverhalten als Flucht: Neben dem Konsum von Substanzen kann auch jedes andere Befriedigungsverhalten in eine Sucht ausarten, wenn es exzessiv und ausschliesslich eingesetzt wird. Das bedeutet, dass Menschen auch vor Problemen fliehen können, indem sie sich in andere Aktivitäten flüchten, die ihnen ein Gefühl der Befriedigung geben, wie z.B. exzessives Arbeiten, Spielen, Einkaufen, Essen oder Fernsehen. Dieses Verhalten ist ebenfalls problematisch, weil es andere wichtige Lebensbereiche vernachlässigen kann. Die Quellen bezeichnen dies als „Teufelskreis“, in dem die Sucht an die Stelle anderer Befriedigungsmöglichkeiten tritt.
  • Flucht in die innere Welt: Menschen können auch versuchen, vor Problemen zu fliehen, indem sie sich in eine innere Welt zurückziehen. Dies kann durch Tagträume, Fantasien oder das Verdrängen unangenehmer Gefühle geschehen. Diese Form der Flucht kann dazu führen, dass die Betroffenen den Kontakt zur Realität verlieren und ihre Probleme nicht mehr angehen. Die Quellen beschreiben, dass Menschen, die sich in einer schwierigen Situation befinden, sich oft seelisch-geistig distanzieren, ohne dass ihre Umwelt dies bemerkt.
  • Vermeidungsverhalten: Vermeidung ist eine weitere häufige Form der Problemflucht. Menschen, die vermeiden, sich mit ihren Problemen auseinanderzusetzen, schieben Entscheidungen auf oder versuchen, unangenehme Situationen aus dem Weg zu gehen. Sie können ihre Probleme emotional ausblenden und so tun, als ob sie nicht existieren. Dies kann sich in Verhaltensweisen wie dem Aufschieben von Aufgaben oder dem Vermeiden von Konfrontationen zeigen.
  • Sich in Arbeit oder Leistung flüchten: Manche Menschen fliehen vor ihren Problemen, indem sie sich in Arbeit oder Leistung stürzen, um sich von ihren negativen Gefühlen abzulenken. Sie versuchen, durch Erfolge im Beruf oder in anderen Bereichen ein Gefühl der Kontrolle und des Selbstwertes zu erlangen. Die Quellen beschreiben das als „Arbeitssucht“, die ähnlich wie andere Formen von Sucht wirken kann.
    • Chronische Überlastung der Familie kann ebenfalls zu Fluchtverhalten führen.
    • Wenn Eltern überlastet sind oder nicht mehr wissen, wie sie mit einer Situation umgehen sollen, kann es dazu kommen, dass Kinder diese Überlastung mitbekommen.
    • Kinder fliehen dann wiederum in Suchtverhalten, was dann den Teufelskreis verstärkt.
  • Sozial akzeptierte Flucht: Die Quellen merken an, dass es auch sozial akzeptierte Formen der Flucht gibt, wie beispielsweise den Rückzug aus dem Familienleben durch ständigen Fernsehkonsum. Ebenfalls kann übermässige Aktivität als Flucht vor Problemen dienen.
  • Angst als Fluchtreaktion: Die Quellen beschreiben Angst als einen natürlichen Warnmechanismus, der Menschen dazu bringen soll, sich vor Gefahren zu schützen. Jedoch kann Angst zu einer lähmenden Emotion werden, wenn sie nicht richtig bewältigt wird, und dazu führen, dass man versucht zu fliehen, anstatt sich mit den eigentlichen Problemen auseinanderzusetzen. Das Suchtmittel wird dann als eine Möglichkeit gesehen, die Angst zu bekämpfen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Fluchtmechanismen zwar kurzfristig eine Entlastung bieten können, jedoch nicht die eigentlichen Probleme lösen. Im Gegenteil, sie können diese sogar noch verstärken und zu einer Abwärtsspirale führen, in der die Sucht die Kontrolle übernimmt. Die Quellen betonen, dass es wichtig ist, sich diesen Mechanismen bewusst zu werden und zu lernen, gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Auszug aus dem Buch