Umgang mit Schlafstörungen bei Kindern: Rituale, Sicherheit und emotionale Begleitung

Dr.med. Ursula Davatz sieht Schlafstörungen bei Kindern nicht als isoliertes Problem, sondern als Symptom, das eng mit dem Bedürfnis nach Sicherheit und emotionaler Nähe zusammenhängt. Sie betont die Bedeutung von festen Ritualen, um dem Kind den Übergang vom Wachsein zum Schlafen zu erleichtern und Verlustängste zu minimieren.

Die Rolle des Abendrituals:

  • Abschiednehmen und Loslassen: Das Abendritual wird als wichtiger Prozess des Abschiednehmens von der Gruppe und des Loslassens vom Tag interpretiert.
  • Klare Struktur und Wiederholung: Ein strukturiertes Ritual mit immer gleichen Abläufen gibt dem Kind Orientierung und Sicherheit.
  • Geduld und Konsequenz: Es ist wichtig, das Ritual konsequent durchzuführen, auch wenn das Kind Widerstand zeigt.
  • Verlässlichkeit der Bezugsperson: Die Bezugsperson sollte während des Rituals ruhig und präsent sein, um dem Kind emotionale Sicherheit zu vermitteln.

Verlustangst und emotionale Nähe:

  • Schlafstörung als Ausdruck von Verlustangst: Schlafstörungen können ein Zeichen dafür sein, dass das Kind unter Verlustangst leidet, insbesondere wenn es in seiner Herkunftsfamilie keine verlässlichen Bezugspersonen hatte.
  • Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit: Dr. Davatz betont, dass Kinder, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, ein besonders starkes Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit haben. [basierend auf vorheriger Diskussion über Traumata]
  • Verbale und emotionale Begleitung: Anstatt das Kind allein zu lassen, sollte die Bezugsperson während des Einschlafens präsent sein und verbal sowie emotional begleiten.

Weitere Empfehlungen:

  • Einbeziehung der Geschwisterkinder: Dr. Davatz rät dazu, die Geschwisterkinder in den Prozess einzubeziehen und ihnen zu erklären, warum die Bezugsperson in dieser Zeit weniger Zeit für sie hat.
  • Unterstützung durch den Partner: Wenn möglich, sollte der Partner die Bezugsperson unterstützen, um die Belastung zu teilen.
  • Analyse der Erfahrungen im Herkunftssystem: Die Erkundung der Schlaferfahrungen des Kindes in seiner Herkunftsfamilie kann wertvolle Hinweise für den Umgang mit den Schlafstörungen liefern. [basierend auf vorheriger Diskussion über Interaktionsmuster]

Zusammenfassend: Dr.med. Ursula Davatz betont die Wichtigkeit von emotionaler Sicherheit, Verlässlichkeit und klaren Ritualen, um Kindern mit Schlafstörungen zu helfen. Das Abendritual sollte als Zeit des Abschiednehmens und des Loslassens gestaltet werden, wobei die Bezugsperson dem Kind emotionale Nähe und Geborgenheit vermittelt.

https://ganglion.ch/pdf/shelter_schweiz_1+2.pdf