Anpassung der Lehre an die Bedürfnisse von Studierenden mit ADHS

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr.med. Ursula Davatz, bieten wertvolle Einblicke, wie die Lehre an die Bedürfnisse von Studierenden mit ADHS angepasst werden kann.

1. Verständnis für ADHS als Neurodiversität:

  • ADHS nicht pathologisieren: Dozierende sollten ADHS als eine andere Art der Hirnfunktion verstehen und nicht als Krankheit oder Störung betrachten.
  • Akzeptanz und Toleranz: Studierende mit ADHS sollten in ihrer Andersartigkeit akzeptiert und nicht für ihre Schwierigkeiten stigmatisiert werden.
  • Stärken erkennen und fördern: Anstatt den Fokus auf Defizite zu legen, sollten Dozierende die individuellen Stärken und Talente von Studierenden mit ADHS erkennen und fördern.

2. Anpassung der Lehrmethoden:

  • Kurze, interaktive Lehreinheiten: Lange Monologe ermüden Studierende mit ADHS schnell. Kurze, abwechslungsreiche und interaktive Lehreinheiten mit Diskussionen und Gruppenarbeiten halten die Aufmerksamkeit besser aufrecht.
  • Abwechslungsreiche Lernformen: Verschiedene Lernformen, die verschiedene Sinne ansprechen, fördern die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. Dozierende sollten visuelle, auditive und kinästhetische Elemente in ihre Lehre integrieren.
  • Klare Strukturen und Transparenz: Studierende mit ADHS profitieren von klaren Strukturen, transparenten Erwartungen und gut strukturierten Arbeitsmaterialien.

3. Individuelle Unterstützung anbieten:

  • Offene Kommunikation: Dozierende sollten eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, in der Studierende über ihre Schwierigkeiten sprechen können, ohne Angst vor Stigmatisierung.
  • Individuelle Lernstrategien: Studierende mit ADHS haben unterschiedliche Lernstile und -strategien. Dozierende sollten sie ermutigen, ihren eigenen Lernstil zu reflektieren und individuelle Strategien zu entwickeln.
  • Flexibilität bei Prüfungen und Abgaben: Studierende mit ADHS benötigen möglicherweise mehr Zeit für Prüfungen, alternative Prüfungsformen oder die Möglichkeit, Abgabetermine zu verschieben.
  • Zusammenarbeit mit Therapeuten: In Absprache mit dem Studierenden können Dozierende mit Therapeuten oder anderen Fachpersonen zusammenarbeiten, um die bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten.

4. Sensibilisierung des Umfelds:

  • Wissen über ADHS vermitteln: Dozierende können dazu beitragen, das Wissen über ADHS in der Hochschule zu verbreiten und Vorurteile abzubauen.
  • Studierende ermutigen, sich zu öffnen: Studierende mit ADHS sollten ermutigt werden, sich gegenüber Dozierenden und Kommilitonen zu öffnen und ihre Bedürfnisse zu kommunizieren.
  • Peer-Support fördern: Der Austausch mit anderen Studierenden mit ADHS kann hilfreich sein, um Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Fazit:

Die Anpassung der Lehre an die Bedürfnisse von Studierenden mit ADHS erfordert von Dozierenden Flexibilität, Empathie und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Indem sie die oben genannten Punkte berücksichtigen, können Dozierende ein inklusives Lernumfeld schaffen, in dem Studierende mit ADHS ihr volles Potenzial entfalten können.

https://ganglion.ch/pdf/fachhochschule_ost.pdf