Die Systemische Therapie ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit von Dr. med. Ursula Davatz. Sie erlernte die Systemtherapie und Familientherapie in Amerika zwischen 1975 und 1980. Ihr damaliger Chef, Professor Murray Bowen, diente ihr als Lehrer und Spezialist (auch für Schizophrenie).
Die systemische Therapie, wie sie von Dr. Davatz angewendet wird, unterscheidet sich von Ansätzen, die primär auf die Symptombekämpfung abzielen, wie sie oft in der Medizin vorherrscht.
Kernprinzipien der Systemischen Therapie nach Dr. Davatz:
- Fokus auf das System statt auf Symptome: Die Aufgabe von Dr. Davatz als Psychiaterin ist es, nicht in erster Linie Symptome zu bekämpfen. Das Symptom wird stattdessen als Warnsignal verstanden, das darauf hinweist, dass „irgendetwas schief läuft“. Mit einem Zitat von Shakespeare vergleicht sie dies mit der Aussage: „es ist etwas faul im Staate Dänemark“. Das Ziel ist es, das System wieder auf eine gute Bahn zu bringen, sodass die Symptome nicht länger notwendig sind, um auf eine Dysfunktion aufmerksam zu machen, und somit verschwinden können.
- Einbeziehung des Umfelds: Dr. Davatz behält stets das familiäre und auch weitere soziale Umfeld im Blickfeld, da psychische Krankheiten oft als Entgleisungen in schwierigen Lebenssituationen auftreten, die das psychisch-emotionale Gleichgewicht sowohl der betroffenen Person als auch der Angehörigen stören. Menschen sind soziale Wesen, was in der Psychiatrie oft vergessen wird, wenn nur der Einzelne und nicht die soziale Interaktion betrachtet wird.
- Begleitung und Unterstützung: Die systemische Therapie ist primär auf die Begleitung und Unterstützung von Menschen in schwierigen Situationen ausgerichtet. Diese schwierigen Situationen betreffen immer auch die Angehörigen. Die Begleitung des Umfelds und der Patienten ist die zentrale Aufgabe.
- Wachstumsbegleitung: Dr. Davatz beschreibt ihre Begleitung als eine Wachstumsbegleitung. Sie versucht, dem System zu helfen, gesund zu wachsen und in eine gesunde Lebensbahn wieder hineinzukommen.
- Geduld und Interaktionsansatz: Die Sitzungen sind meist weit auseinandergelegt, oft nur einmal pro Monat (häufiger nur in Notfallsituationen). Dr. Davatz lehrt, dass Geduld in der psychiatrischen Begleitung notwendig ist. Wachstum lasse sich nicht beschleunigen, und manchmal sei es besser, nichts zu machen als Interventionismus anzuwenden, der das System zum Entgleisen bringen könnte.
- Fokus auf die „Starken im System“: Als Systemtherapeutin versucht sie, bei den Starken im System anzusetzen und diesen zu helfen, gesündere Verhaltensweisen oder Mechanismen zu zeigen. Dies unterstützt das Gehirn beim Lernen, da es über die Interaktion mit seinem Umfeld lernt. Das Gehirn lernt stetig weiter.
- Lernen vom System: Ein wichtiges Prinzip, das Dr. Davatz von Murray Bowen übernommen hat, lautet: „Wenn ihr nicht mehr weiter wisst, hört auf zu therapieren. Lernt von euren Familien.“. Im Sinne des sokratischen Lernens lernt Dr. Davatz als Psychiaterin jeden Tag neue Dinge dazu und fördert eine Begegnung auf Augenhöhe, bei der ein gegenseitiges Lernen stattfindet.
Dr. Davatz sieht ihre Aufgabe auch darin, Menschen zu helfen, eine Krankheit wieder abzulernen und in gesunde Bahnen zu kommen, da sie die Auffassung vertritt, dass Krankheit lernbar ist. Sie versucht ferner, Traumatas, die durch schlechte Interaktionen zwischen Erwachsenen und Kindern entstehen, im späteren Alter verarbeiten zu helfen.
Zur Veranschaulichung der Notwendigkeit von Geduld im therapeutischen Prozess verwendet Dr. Davatz die Analogie: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“.
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